Green-Claims- und Werbeclaim-Check
Ist Ihr Nachhaltigkeits- oder Werbeclaim rechtlich belastbar?
Dieser interaktive Check ordnet vorläufig ein, ob Umweltclaims, CO₂-/Klimaclaims, Nachhaltigkeitssiegel, Health-/Beauty-Claims, Preiswerbung, Superlative oder Vergleichswerbung ein erhöhtes Abmahn-, Greenwashing- oder Nachweisrisiko auslösen können.
Worum es in der Prüfung geht
Werbeclaims müssen im konkreten Gesamteindruck stimmen: Wortlaut, Bildsprache, Platzierung, Produktbezug, Einschränkungen, Nachweise, Zielgruppe und Medium. Besonders sensibel sind generische Umweltbegriffe, Klimaneutralitäts- und Kompensationsclaims, Nachhaltigkeitslabel, Health Claims, Testsieger-/Nr.-1-Aussagen und vergleichende Werbung.
- Vorläufige Risikoeinordnung für veröffentlichte oder geplante Claims
- Priorisierung nach Claim-Art, Nachweisen, Risikosignalen und Handlungsdruck
- Konkrete Prüfpunkte, Unterlagen und nächster Schwerpunkt für die Anfrage
Visuelle Orientierung
Claim-Dossier: Von der Aussage zur verteidigungsfähigen Freigabe
Die Grafik zeigt die typischen Prüftore: Ein Claim ist nicht schon deshalb sicher, weil einzelne Nachweise existieren. Entscheidend ist, ob Aussagekern, Scope, Beleg, Einschränkung und Freigabe zusammenpassen.
Prüflogik
Typischer Ablauf einer Claim-Prüfung
Claim erfassen
Exakte Formulierung, Bilder, Siegel, Landingpage, Packaging, Anzeige oder Social-Media-Post sichern.
Aussagekern bestimmen
Prüfen, welchen Eindruck Verbraucher, Kunden, Händler oder Plattformen tatsächlich gewinnen.
Nachweise zuordnen
Studien, Messungen, LCA, CO₂-Bilanz, Zertifikate, Lieferantendaten und Methodik dem Claim zuordnen.
Scope begrenzen
Produkt, Verpackung, Unternehmen, Zeitraum, Land, Vergleichsmaßstab und Systemgrenzen sichtbar machen.
Freigabe dokumentieren
Legal, Marketing, Produkt, Nachhaltigkeit, Vertrieb und Plattformvorgaben in einem Claim-Dossier bündeln.
Einordnung
Was dieser Check leistet
Der Check ersetzt keine Einzelfallprüfung. Er hilft aber, typische Angriffspunkte sichtbar zu machen: unklare Umweltbegriffe, fehlende Substantiation, Kompensationskommunikation, überdehnte Unternehmensclaims, versteckte Einschränkungen, regulierte Produktkategorien und akuten Handlungsdruck.
Welche Claims sind besonders sensibel?
Besonders sensibel sind generische Aussagen wie „nachhaltig“ oder „umweltfreundlich“, Klima- und CO₂-Neutralitätsclaims, Nachhaltigkeitslabel, Health-/Beauty-Wirkversprechen, Testsieger- und Nr.-1-Claims sowie Vergleiche mit Wettbewerbern oder früheren Produktversionen.
Welche Rolle spielt die EmpCo-Richtlinie?
Die EmpCo-Richtlinie bringt ab 27.09.2026 strengere Vorgaben für Umweltclaims, Nachhaltigkeitslabel, Kompensationsaussagen, Haltbarkeit, Softwareupdates und Reparierbarkeit. Die deutsche Umsetzung ist für die konkrete Anwendung zu prüfen.
Wie ist der Stand der Green-Claims-Richtlinie?
Die gesonderte Green-Claims-Richtlinie ist als finaler Rechtsakt nicht sicher zu verwenden. Für den Check wird sie als Monitoring-Thema behandelt; verbindlich zu beachten bleiben insbesondere UWG, EmpCo, Health-Claims-Recht und produktspezifische Vorgaben.
Interaktiver Check
Green-Claims- und Werbeclaim-Risiko einschätzen
Beantworten Sie die folgenden Fragen. Am Ende erhalten Sie eine vorläufige Einordnung, typische Gründe, Prüfpunkte, Unterlagen und einen kopierbaren Kurzüberblick für die Anfrage.
Vorläufiges Ergebnis
Warum dieses Ergebnis?
Empfohlene nächste Prüfpunkte
Sinnvoll vorzubereitende Unterlagen
Fristen, Risiken und Maßnahmen
Typische Orientierungspunkte für Claim-Compliance
| Thema | Status | Typisches Risiko | Maßnahme |
|---|---|---|---|
| UWG und Irreführung | Laufend relevant | Unrichtige, unvollständige oder nicht belegbare Werbung kann Unterlassungs- und Abmahnrisiken auslösen. | Claim, Gesamteindruck, wesentliche Informationen und Belege vor Veröffentlichung prüfen. |
| EmpCo-Richtlinie | Umsetzung bis 27.03.2026; Anwendung ab 27.09.2026 | Strengere Anforderungen an Umweltclaims, Nachhaltigkeitslabel, Offset-Claims, Haltbarkeit, Updates und Reparierbarkeit. | Claim-Guideline, Label-Nutzung, Produktinformationen und Freigabeprozesse vorbereiten. |
| Green-Claims-Richtlinie | Monitoring; kein sicher finaler Rechtsakt | Keine verbindliche Frist als geltendes Recht verwenden, aber Entwicklung weiter beobachten. | Monitoring dokumentieren und Dossier-Logik bereits robust aufbauen. |
| Health-/Beauty-/Produktclaims | Produktspezifisch laufend relevant | Wirk-, Gesundheits-, Kosmetik- oder Medizinbezug kann zusätzliche Werbeverbote und Nachweisanforderungen auslösen. | Produktkategorie, Pflichtinformationen, Studienlage und konkrete Formulierung prüfen. |
| Abmahnung oder Plattformanfrage | Ereignisabhängig sofort | Fristen, Sperrungen, Unterlassungserklärungen, Reputationsschäden und Beweissicherung. | Frist sichern, Live-Screenshots erstellen, Kommunikation bündeln und nicht vorschnell zusagen. |
Nächste sinnvolle Schritte
Verwandte ITMR-Checker und Anschlussprüfungen
Diese Anschlusschecks passen besonders zu Green Claims, Werbung, E-Commerce, Kampagnen, Nachweisdossiers und akuten Abmahn- oder Reputationsrisiken.
Claim vor Launch, Verpackungsdruck oder Reaktion prüfen lassen?
ITMR kann Werbe- und Nachhaltigkeitsclaims anhand von Wortlaut, Medium, Nachweisen, Produktbezug, Zielgruppe, Plattformregeln und Risikolage prüfen. Besonders wichtig ist eine schnelle Einordnung, wenn Claims bereits live sind, eine Abmahnung vorliegt oder Händler, Plattformen, Behörden oder Medien Nachweise verlangen.
Anfrage zum Green-Claims-Check stellenHinweis: Dieser Checker bietet eine erste Orientierung und ersetzt keine rechtliche Prüfung des Einzelfalls. Werbeclaims sind immer anhand des konkreten Claims, Produkts, Mediums, Nachweises, Zielpublikums, Gesamteindrucks und aktueller Rechtslage zu bewerten.