DSFA-Check
Braucht Ihr Vorhaben eine Datenschutz-Folgenabschätzung?
Dieser interaktive Check ordnet vorläufig ein, ob für eine Verarbeitung personenbezogener Daten eine Datenschutz-Folgenabschätzung nach Art. 35 DSGVO naheliegt – etwa bei KI, Scoring, Profiling, Videoüberwachung, Gesundheitsdaten, Beschäftigtendaten, Tracking, Plattformdaten oder groß angelegter Verarbeitung.
Wofür dieser Check gedacht ist
Der Checker hilft Unternehmen, Produktteams, Datenschutzbeauftragten, HR, Marketing, IT-Security und Geschäftsleitung dabei, DSFA-Auslöser, Dokumentationslücken, Schutzmaßnahmen und den nächsten Prüfpfad strukturiert zu erfassen.
- Erste Einordnung, ob eine DSFA-Pflicht naheliegt oder eine Schwellenwertanalyse genügt.
- Prüfung typischer Risikosignale: besondere Daten, Profiling, Überwachung, neue Technologien, vulnerable Betroffene und große Datenmengen.
- Abgleich mit erforderlichen Nachweisen wie VVT, Datenfluss, Rollenmapping, AVV/DPA, Löschkonzept, TOM und Risikoanalyse.
- Vorbereitung einer verwertbaren Kurzbeschreibung für die anwaltliche Anfrage.
DSFA-Risikopfad
Vom Datenvorhaben zur belastbaren DSFA-Entscheidung
Die Grafik zeigt den Prüfpfad: Zuerst wird der Verarbeitungskontext geklärt, dann werden Risikofaktoren, Nachweise und Schutzmaßnahmen eingeordnet. Während des Fragebogens aktualisieren sich die Signale automatisch.
Prüflogik
So nähert sich der DSFA-Check der Entscheidung
Verarbeitung eingrenzen
Zweck, Datenarten, Betroffene, Systeme, Empfänger und Rollen müssen so konkret sein, dass Risiken überhaupt bewertbar werden.
Auslöser erkennen
Besondere Daten, Scoring, Profiling, systematische Überwachung, neue Technologien oder große Datenmengen sprechen häufig für DSFA-Nähe.
Nachweise prüfen
VVT, Rechtsgrundlage, Datenfluss, Rollenmapping, AVV/DPA, Löschkonzept und Datenschutzhinweise sind typische Grundbausteine.
Schutzmaßnahmen bewerten
Datenminimierung, Zugriffsschutz, Verschlüsselung, Transparenz, Human Review, Tests und Incident-Prozesse senken Risiken nur, wenn sie konkret umgesetzt sind.
Restrisiko entscheiden
Bleibt trotz Maßnahmen ein hohes Risiko, ist neben der DSFA auch eine Vorabkonsultation nach Art. 36 DSGVO zu prüfen.
Einordnung
Was dieser Check leistet
Der Check ersetzt keine rechtliche Einzelfallprüfung. Er hilft aber, typische DSFA-Signale strukturiert zu erfassen und die nächsten Unterlagen für eine belastbare Prüfung vorzubereiten.
Was ist eine DSFA?
Eine Datenschutz-Folgenabschätzung ist eine strukturierte Risikoanalyse für Verarbeitungen, die voraussichtlich ein hohes Risiko für Rechte und Freiheiten natürlicher Personen auslösen können. Sie dokumentiert Zweck, Notwendigkeit, Risiken, Schutzmaßnahmen und Restrisiko.
Welche Vorhaben sind typische DSFA-Kandidaten?
Typische DSFA-Kandidaten sind KI- und Scoring-Systeme, automatisierte Bewertung, systematische Überwachung, Videoüberwachung, Gesundheitsdaten, Beschäftigtendaten, große Datenmengen, Tracking, Profilbildung, Datenzusammenführung und Verarbeitung schutzbedürftiger Personen.
Was passiert, wenn ein hohes Restrisiko bleibt?
Wenn Schutzmaßnahmen das hohe Risiko nicht ausreichend senken, sollte eine Vorabkonsultation der zuständigen Datenschutzaufsicht nach Art. 36 DSGVO geprüft werden. Das ist ein besonderer Eskalationsfall und sollte vor dem Go-live sauber dokumentiert werden.
Interaktiver Fragebogen
DSFA-Schwellenwertanalyse starten
Beantworten Sie die folgenden fünf Schritte. Das Ergebnis ist eine vorläufige Einordnung mit Gründen, Priorität, Prüfpunkten und kopierbarer Anfragezusammenfassung.
1 von 5 Schritten
Vorläufiges Ergebnis
Warum dieses Ergebnis?
Empfohlene nächste Prüfpunkte
Sinnvoll vorzubereitende Unterlagen
Kopierbarer Kurzüberblick für die Anfrage
Risikomatrix
Typische DSFA-Signale, Maßnahmen und Fristen
| Signal | Warum relevant | Typische Maßnahme | Zeitpunkt |
|---|---|---|---|
| KI, Scoring oder Profiling | Bewertungen können erhebliche Auswirkungen auf Personen haben. | Logik, Datenbasis, Human Review, Bias-Test und Transparenz prüfen. | Vor Go-live und bei wesentlicher Änderung. |
| Gesundheitsdaten oder besondere Kategorien | Hohe Eingriffsintensität und gesteigerter Schutzbedarf. | Rechtsgrundlage, Zugriff, Verschlüsselung, Zweckbindung und Löschung vertieft prüfen. | Vor Verarbeitung. |
| Systematische Überwachung | Kontroll- und Verhaltensrisiken können hoch sein. | Erforderlichkeit, Alternativen, Speicherfrist, Transparenz und Zugriffsschutz bewerten. | Vor Einführung oder Ausweitung. |
| Tracking und Nutzeranalyse | Profilbildung, Endgerätezugriff und Drittanbieter können zusammenwirken. | Consent, TDDDG, Drittlandtransfer, Widerruf, Datenminimierung und Empfänger prüfen. | Vor Kampagne, Toolwechsel oder Produktivbetrieb. |
| Datenpanne oder Beschwerde | Nachweise, Risikobewertung und Kommunikation werden zeitkritisch. | Breach-Triage, 72h-Meldeprüfung, Betroffeneninformation und DSFA-Nachweisfähigkeit prüfen. | Sofort nach Bekanntwerden. |
| Betroffenenrechte | Auskunft, Löschung und Widerspruch müssen praktisch funktionieren. | DSAR-Prozess, Identitätsprüfung, Fristenkontrolle und Dokumentation organisieren. | Regelmäßig binnen eines Monats beantworten. |
Nächste sinnvolle Schritte
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DSFA-Pflicht belastbar klären lassen
Wenn ein Go-live bevorsteht, eine Verarbeitung bereits läuft, besondere Daten betroffen sind oder KI, Tracking, HR, Plattformdaten oder Videoüberwachung im Spiel sind, sollte die DSFA-Entscheidung nachvollziehbar dokumentiert werden.
DSFA-Check bei ITMR anfragenRechtlicher Hinweis: Dieser Checker bietet eine erste Orientierung und ersetzt keine rechtliche Prüfung im Einzelfall. Ob eine DSFA erforderlich ist, hängt von Verarbeitung, Zweck, Datenarten, Betroffenengruppen, Umfang, Risiken, Schutzmaßnahmen, Rollen und Restrisiko ab.