Geschäftsgeheimnis-Check

Sind Know-how, Daten, Code und vertrauliche Informationen wirklich geschützt?

Der Geschäftsgeheimnis-Check ordnet vorläufig ein, ob vertrauliche Informationen als Geschäftsgeheimnisse geschützt sein können, ob angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen bestehen und wo akuter Handlungsbedarf bei Datenräumen, Mitarbeiterwechseln, Software, KI, Data Act, Offboarding oder Geheimnisabfluss entstehen kann.

GeschGehG NDA & Datenraum Software & KI Offboarding Beweissicherung
Worum es in der Praxis geht

Geschäftsgeheimnisschutz entsteht nicht allein durch Vertraulichkeitswillen. Entscheidend sind konkrete Informationen, wirtschaftlicher Wert, tatsächliche Geheimhaltung und angemessene organisatorische, vertragliche und technische Maßnahmen. Der Check hilft, diese Ebenen strukturiert zu prüfen.

Visualisierung

Schutzschichten des Geschäftsgeheimnisses

Die Grafik zeigt, dass ein Geschäftsgeheimnis nicht nur aus einer wertvollen Information besteht. Schutz entsteht erst durch Abgrenzung, Zugriffskontrolle, Verträge, Nachweise und Reaktionsfähigkeit im Vorfall.

Information: Zuerst muss klar sein, welche Dateien, Daten, Dokumente, Prozesse, Modelle, Quellcodes oder Kundeninformationen konkret geheimhaltungsbedürftig sind.
1 Information abgrenzen 2 Zugriff Need-to-know 3 Verträge NDA, Zweck, Rückgabe 4 Nachweis Logs, Versionen 5 Vorfall sichern, sperren

Orientierung

So prüft der Checker Ihre Ausgangslage

1Information identifizieren

Welche konkreten Informationen, Dateien, Daten, Modelle, Quellcodes, Prozesse oder Kundenlisten sollen geschützt werden?

2Geheimhaltungsstatus prüfen

Sind die Informationen nicht öffentlich, nicht ohne Weiteres zugänglich und gerade wegen Geheimhaltung wirtschaftlich wertvoll?

3Maßnahmen bewerten

Bestehen NDA, Zugriffsbeschränkungen, Klassifizierung, technische Schutzmaßnahmen, Logging, Schulung und Offboarding?

4Schnittstellen einordnen

Gibt es Berührungspunkte zu Softwareentwicklung, KI, Data Act, Datenschutz, Cybersecurity, Open Source oder Due Diligence?

5Handlungsdruck bestimmen

Liegt ein Mitarbeiterwechsel, Datenraum, Verdacht auf Download, Leak, Abmahnung oder Vorwurf einer Geheimnisverletzung vor?

Leistung des Checks

Was dieser Check leistet

Der Check ersetzt keine rechtliche Einzelfallprüfung. Er strukturiert aber die typischen Risikosignale, damit Unternehmen schneller erkennen, ob ein Geheimnisschutzkonzept, ein NDA, ein Datenraum, ein Offboarding-Plan oder eine Beweis- und Eskalationsstrategie geprüft werden sollte.

Erstorientierung

Vorläufige Einordnung von Schutzfähigkeit, Maßnahmenlücken, Streitfallrisiko und Priorität.

Maßnahmenfokus

Hinweise zu Geheimnisinventar, Need-to-know, NDAs, technischen Kontrollen, Logs und Offboarding.

Digitale Schnittstellen

Einordnung typischer Bezüge zu KI-Modellen, Trainingsdaten, Produktdaten, Software, Security und Datenzugangsansprüchen.

Welche Informationen können Geschäftsgeheimnisse sein?

Geschützt sein können insbesondere Quellcode, Softwarearchitektur, Algorithmen, KI-Modelle, Trainingsdaten, Kundenlisten, Preislogiken, Strategien, Rezepturen, technische Dokumentationen, Datenraumunterlagen oder interne Prozesse. Entscheidend ist, dass die konkrete Information geheim, wirtschaftlich wertvoll und Gegenstand angemessener Geheimhaltungsmaßnahmen ist.

Wann sind Schutzmaßnahmen angemessen?

Angemessenheit hängt von Wert, Risiko, Unternehmensgröße, Zugriffskreis, Offenlegungssituation und technischer Umsetzbarkeit ab. Typische Bausteine sind NDA, Klassifizierung, rollenbasierte Rechte, MFA, Verschlüsselung, Logging, Schulungen, Datenraumkontrollen, Offboarding und ein Incident-Prozess.

Was gilt bei Datenzugang, KI und externer Offenlegung?

Bei KI, Data Act, Softwareentwicklung, Cloud, M&A und Kooperationen sollten Geschäftsgeheimnisse nicht pauschal, sondern mit Schutzkonzept, Zweckbindung, Zugriffsbeschränkung und Nachweisen behandelt werden. Datenzugangs- oder Prüfpflichten können bestehen; zugleich sind Geheimnisse, Datenschutz und IT-Sicherheit sauber abzugrenzen.

Interaktiver Fragebogen

Geschäftsgeheimnis-Risiko vorläufig einordnen

Beantworten Sie die folgenden Fragen. Am Ende erhalten Sie eine vorläufige Risikoeinstufung, typische Gründe, nächste Prüfpunkte, vorzubereitende Unterlagen und einen kopierbaren Kurzüberblick für Ihre Anfrage.

Schritt 1 von 5
1. Welche Rolle beschreibt Ihre Situation?
2. Welche Informationen sollen geschützt werden?

Bitte markieren Sie alles, was zutrifft.

3. Warum ist die Information geheim und wertvoll?

Bitte markieren Sie alles, was zutrifft.

4. Welche Schutzmaßnahmen gibt es?

Bitte markieren Sie alles, was tatsächlich umgesetzt und nachweisbar ist.

5. Gibt es konkreten Handlungsdruck?

Bitte markieren Sie alles, was zutrifft.

Risiko- und Maßnahmenmatrix

Typische Prüffelder beim Geschäftsgeheimnisschutz

PrüffeldTypisches RisikoSinnvolle Maßnahme
GeheimnisinventarInformation ist nur pauschal als „Know-how“ bezeichnet und im Streit schwer greifbar.Dateien, Daten, Prozesse, Repositories, Preislisten, Kundendaten oder Modelle konkret benennen und versionieren.
NDA und externe OffenlegungInformationen werden im Pitch, Datenraum oder Projekt geteilt, ohne Zweckbindung und Rückgabe-/Löschregel.NDA, gestufte Offenlegung, Empfängerlisten, Wasserzeichen, Downloadkontrollen und Datenraumprotokolle prüfen.
MitarbeiterwechselQuellcode, Kundenlisten, Strategien oder Unterlagen werden vor Austritt kopiert oder privat gespeichert.Offboarding, Zugriffssperre, Geräteprüfung, Logauswertung, Rückgabe und Geheimhaltungsbestätigung vorbereiten.
Software, KI und DatenRepository-Rechte, Modellzugriffe, Trainingsdaten, API-Keys oder Produktdaten sind nicht sauber beschränkt.Rollenrechte, MFA, Logging, Datenklassifizierung, KI-/Data-Governance und Security-Prozesse verbinden.
Data Act und DatenzugangDatenzugangsverlangen kollidieren mit Geschäftsgeheimnissen, Datenschutz oder technischer Sicherheit.Datenkatalog, Geschäftsgeheimnisprüfung, DSGVO-Gate, Schnittstellenkonzept und Ablehnungs-/Schutzlogik dokumentieren.
Streitfall und LeakBeweise werden gelöscht, Betroffene vorschnell konfrontiert oder Unterlassungsansprüche nicht sauber vorbereitet.Legal Hold, forensische Sicherung, Zugriffssperren, Kommunikationslinie, Anspruchsprüfung und Eskalationsplan abstimmen.

Nächste sinnvolle Schritte

Verwandte ITMR-Checker und Anschlussprüfungen

Diese Anschlussprüfungen passen besonders häufig zu Geschäftsgeheimnissen, Software, Daten, KI, Datenräumen, Beweissicherung und vertraulichen digitalen Geschäftsmodellen.

Geschäftsgeheimnisschutz strukturiert prüfen lassen

Wenn vertrauliche Informationen wirtschaftlich wichtig sind, extern geteilt werden, Mitarbeiter wechseln, ein Datenraum vorbereitet wird oder ein Verdacht auf Abfluss besteht, sollte früh geprüft werden, welche Informationen geschützt sind, welche Maßnahmen nachweisbar greifen und welche nächsten Schritte rechtlich sinnvoll sind.

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