Open-Source-/SBOM-Check

Open-Source-Komponenten, Lizenzen und SBOM rechtlich einordnen

Dieser interaktive Check hilft Unternehmen, Softwareanbieter, SaaS-/Cloud-Dienste, Agenturen, Integratoren, IoT-Hersteller und Einkaufs- oder Security-Teams dabei, typische Risiken aus Open-Source-Nutzung, Copyleft, fehlenden Notices, SBOM-Lücken, Vulnerabilities, Kundenanforderungen und CRA-Readiness vorläufig zu strukturieren.

OSS-Lizenzen SBOM & Inventar Copyleft & Notices CRA & Security

Wofür der Check gedacht ist

Der Check liefert eine erste Orientierung, ob eine vertiefte Lizenz-, IP-, Security- oder Produkt-Compliance-Prüfung sinnvoll ist. Besonders relevant ist er vor Releases, Kundenaudits, M&A-Prüfungen, Lieferantenwechseln, kritischen Schwachstellen, OSS-Claims oder dem Aufbau einer CRA-konformen Software-Lieferkette.

  • Erfasst typische Risikosignale aus Distribution, SaaS, Embedded, SDKs und Kundenprojekten.
  • Verknüpft Lizenzrisiken mit SBOM, Vulnerability-Handling, Secure SDLC und Release-Gates.
  • Gibt konkrete nächste Prüfpunkte und Unterlagen für eine Anfrage bei ITMR aus.

Visualisierung

Komponenten- und Lizenzgraph einer Software-Lieferkette

Open-Source-Risiken entstehen selten an nur einer Stelle. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus direkter Dependency, transitiver Dependency, Lizenztyp, Notice-Pflichten, Schwachstellen, Source-Angeboten und Kunden- oder CRA-Nachweisen.

Inventar direkt & transitiv Lizenzen MIT, Apache, GPL, AGPL Notices Texte, Attribution, Source Offer Security CVE, VDP, Patch-SLA Gate Release SBOM pro Produktversion 1 2 3 4

Inventar zuerst: Ohne vollständige direkte und transitive Komponentenliste lassen sich Lizenzpflichten, Schwachstellen, Notices und CRA-Nachweise kaum belastbar prüfen.

Prüflogik

So strukturiert der Check die Erstbewertung

1

Rolle und Produktform klären

Softwareanbieter, SaaS, Embedded, Agentur, Einkauf oder internes Entwicklerteam haben unterschiedliche OSS-, Vertrags- und Nachweispflichten.

2

Komponenten sichtbar machen

Direkte und transitive Dependencies, Container, SDKs, Firmwarebestandteile, Forks und Build-Artefakte müssen releasebezogen erfassbar sein.

3

Lizenzpflichten bewerten

Permissive Lizenzen, weak copyleft, strong copyleft, AGPL, Dual Licensing, Notices und Source-Angebote werden kontextabhängig relevant.

4

Security und CRA einordnen

Für Produkte mit digitalen Elementen sind SBOM, Vulnerability Disclosure, Patch-Prozesse und Secure SDLC zunehmend Teil der Produkt-Compliance.

5

Nachweise und nächste Schritte ableiten

Der Check erzeugt eine Anfragezusammenfassung mit Risikogründen, Prüfpunkten und vorzubereitenden Unterlagen.

Einordnung

Was dieser Check leistet

Der Open-Source-/SBOM-Check ersetzt keine rechtliche oder technische Einzelfallprüfung. Er hilft aber, typische Risikotreiber früh zu erkennen: unklare Lizenzlage, fehlende Komponentenübersicht, Copyleft bei Verteilung, AGPL bei SaaS, fehlende Notices, ungepatchte Dependencies, Kundenaudits, M&A-Due-Diligence, CRA-Roadmap oder regulatorischer Nachweisbedarf.

Wann wird Open-Source-/SBOM-Compliance besonders relevant?

Besonders relevant wird sie bei Software-Releases, App- oder Container-Auslieferung, Firmware und IoT-Produkten, SDKs, Kundenprojekten, M&A-Prüfungen, Sicherheitsvorfällen, Lieferantenwechseln und wenn Kunden eine SBOM, OSS-Disclosure oder Security-Nachweise verlangen.

Warum ist der CRA für OSS und SBOM wichtig?

Der Cyber Resilience Act ist seit 10.12.2024 in Kraft. Für Produkte mit digitalen Elementen werden Security-by-design, Vulnerability-Handling, technische Dokumentation und Konformitätsprozesse zentral. Meldepflichten sind ab 11.09.2026 vorzubereiten; die Hauptpflichten gelten ab 11.12.2027. OSS-Komponenten und SBOM sind dafür wichtige Nachweisbausteine.

Was kann der Check nicht abschließend entscheiden?

Der Check kann nicht verbindlich beurteilen, ob eine konkrete Lizenz verletzt ist, ob ein bestimmtes Linking ein Derivat bildet, ob ein Source-Angebot ausreicht oder ob eine konkrete Komponente CRA-relevant ist. Dafür sind Code-, Architektur-, Vertrags- und Release-Unterlagen zu prüfen.

Interaktiver Check

Open-Source-/SBOM-Risiko vorläufig einordnen

Beantworten Sie die folgenden Fragen. Das Ergebnis zeigt typische Risikosignale, Prioritäten, Prüfpunkte und Unterlagen für eine strukturierte Anfrage.

Schritt 1 von 5
1. Welche Rolle beschreibt Ihr Unternehmen am besten?
2. Wie wird die Software bereitgestellt oder genutzt?
3. Welche Lizenz- oder Komponentenrisiken gibt es?

Bitte markieren Sie alles, was zutrifft.

4. Welche SBOM-/Compliance-Bausteine sind vorhanden?

Bitte markieren Sie alles, was belastbar umgesetzt oder dokumentiert ist.

5. Gibt es konkreten Handlungsdruck?

Bitte markieren Sie alles, was zutrifft.

Fristen & Maßnahmen

Typische Risiken, Fristen und Nachweise

Thema Typisches Risiko Zeitliche Einordnung Praktische Maßnahme
OSS-Inventar und SBOM Direkte und transitive Dependencies, Versionen, Lizenzen, CVEs oder Herkunft sind nicht belastbar dokumentiert. Releasebezogen und bei Kunden-/Audit-Anforderungen sofort relevant. SBOM pro Produktversion, Dependency-Inventar, Lizenz- und CVE-Scan sowie Freigabe-Gate etablieren.
Copyleft und Notices GPL, LGPL, MPL, AGPL oder fehlende Lizenztexte können Quellcode-, Austauschbarkeits- oder Notice-Pflichten auslösen. Vor Verteilung, Kundenübergabe, Firmware-Auslieferung oder SaaS-Architekturänderung prüfen. Lizenzreview, Architekturprüfung, Notice File, Lizenzanhang und Source-Code-Angebot vorbereiten.
Cyber Resilience Act Produkte mit digitalen Elementen benötigen Security-by-design, Vulnerability-Handling und technische Dokumentation. Meldepflichten ab 11.09.2026; Hauptpflichten ab 11.12.2027. Secure SDLC, VDP/PSIRT, SBOM, Patch-Prozess, Release-Dokumentation und CRA-Produktakte aufbauen.
Kunden, Einkauf und Due Diligence Fehlende SBOM, OSS-Disclosure oder Security-Nachweise blockieren Procurement, M&A oder Vertragsabschluss. Regelmäßig kurzfristig, sobald Audit, Ausschreibung, Investor oder Kunde Nachweise verlangt. OSS-Report, Lieferanten-SBOMs, Security-Fragebogen, Vertragsgarantien und Risikoausnahmen vorbereiten.
Kritische Schwachstelle CVE, Exploit, kompromittiertes Paket oder unsichere Dependency kann Kundenkommunikation und Patchpflichten auslösen. Ereignisabhängig sofort; Meldepflichten können je nach Rechtsregime zusätzlich greifen. Betroffenheit feststellen, Patchstrategie, Advisory, Kundeninformation, Logs und Entscheidungsdokumentation sichern.

Nächste sinnvolle Schritte

Verwandte ITMR-Checker und Anschlussprüfungen

Open-Source-/SBOM-Prüfung strukturiert vorbereiten

Wenn Releases, Kundenanforderungen, Copyleft, kritische Schwachstellen oder CRA-Readiness im Raum stehen, sollte die Prüfung nicht nur technisch, sondern auch lizenz-, vertrags- und produktrechtlich erfolgen.

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