Plattformhaftungs-Check
DSA-, Moderations- und Haftungsrisiken Ihrer Plattform einordnen
Dieser interaktive Check hilft Plattformbetreibern, Marktplätzen, Communities, Bewertungsportalen, SaaS-Angeboten mit Nutzerinhalten und digitalen Diensten bei der ersten Einordnung von Plattformhaftung, Notice-and-Action, Moderationsentscheidungen, Marktplatzpflichten, Reputationsrisiken und DSA-Compliance.
Wofür der Check gedacht ist
Der Check strukturiert typische Plattformfälle: rechtswidrige Inhalte, Produktfälschungen, Bewertungen, Sperrungen, Beschwerdeprozesse, Trader-Traceability, automatisierte Moderation, Minderjährigenschutz und akute Eskalationen durch Behörden, Gerichte oder Abmahnungen.
- Vorläufige Einordnung der Dienstrolle und Risikostufe.
- Priorisierte Prüfpunkte für DSA-, Content-, Marketplace- und Litigation-Risiken.
- Kopierbarer Kurzüberblick für eine Anfrage an ITMR.
Interaktive Orientierung
DSA-Haftungsschleuse: Wo entsteht Handlungsdruck?
Die Anzeige verdichtet Ihre Antworten während des Fragebogens zu fünf Prüfzonen. Je stärker eine Zone gefüllt ist, desto eher sollte sie rechtlich priorisiert werden.
Prüflogik
Typische Prüfreihenfolge bei Plattformhaftung
Dienstrolle bestimmen
Vermittlungsdienst, Hostingdienst, Online-Plattform, Online-Marktplatz oder redaktionelles Angebot trennen.
Auslöser sichern
Meldung, URL, Inhalt, Produktangebot, Nutzerkonto, Entscheidung, Frist und bisherige Kommunikation dokumentieren.
Prozesspflichten prüfen
Kontaktstelle, Meldeweg, Begründung, Beschwerde, Transparenzbericht, Trusted-Flagger- und Missbrauchsprozesse abgleichen.
Marktplatzrisiken abgrenzen
Bei gewerblichen Anbietern zusätzlich Trader-Traceability, Produktsicherheit, Fakes, GPSR und Verbraucherinformation einbeziehen.
Reaktion priorisieren
Bei Fristen, Behörden, Gericht, Presse oder Wiederholungsfällen Beweissicherung, Antwortstrategie und Kommunikation abstimmen.
Einordnung
Was dieser Check leistet
Der Plattformhaftungs-Check ersetzt keine rechtliche Prüfung des Einzelfalls. Er hilft aber, die wichtigsten Risikosignale geordnet zu erfassen und typische Anschlussprüfungen vorzubereiten.
Welche Plattformen sind typischerweise betroffen?
Betroffen sein können Hostingdienste, Online-Plattformen, Marktplätze, Communities, Bewertungsportale, Social-Features, SaaS-Angebote mit Uploads, Creator-Angebote und Dienste, bei denen Nutzer Inhalte, Profile, Angebote, Bewertungen oder Produkte bereitstellen.
Welche DSA-Pflichten können relevant sein?
Je nach Rolle kommen Kontaktstellen, AGB-Transparenz zu Moderation, Notice-and-Action, Begründungen für Moderationsentscheidungen, internes Beschwerdemanagement, Transparenzberichte, Trusted-Flagger-Prozesse, Maßnahmen gegen Missbrauch, Werbe- und Rankingtransparenz sowie Marktplatzpflichten in Betracht. Der DSA gilt allgemein seit dem 17.02.2024.
Warum sind Marktplätze besonders kritisch?
Online-Marktplätze können neben DSA-Pflichten zusätzliche Risiken aus Produktsicherheit, Verbraucherrecht, Produktinformationen, Fake-Angeboten, Händleridentität und Rückrufprozessen haben. Seit dem 13.12.2024 ist auch die GPSR für Verbraucherprodukte und Online-Marktplätze ein wichtiger Prüfpunkt.
Wo liegen die Grenzen des Checks?
Die tatsächliche Haftung hängt von Dienstrolle, konkretem Inhalt, Kenntnis, Reaktion, Plattformarchitektur, Nutzerkommunikation, Land, Fristenlage und Beweislage ab. Der Check gibt daher nur eine strukturierte Erstorientierung.
Interaktiver Fragebogen
Plattformfall Schritt für Schritt einordnen
Beantworten Sie die folgenden Fragen. Am Ende erhalten Sie eine vorläufige Risikostufe, Priorität, Gründe, Prüfpunkte, Unterlagenliste und einen kopierbaren Kurzüberblick.
Vorläufiges Ergebnis
Gründe für diese Einordnung
Empfohlene nächste Prüfpunkte
Sinnvoll vorzubereitende Unterlagen
Risiko- und Maßnahmenmatrix
Typische Plattformrisiken und erste Prüfpunkte
| Thema | Typisches Risiko | Erster Prüfpunkt | Priorität |
|---|---|---|---|
| DSA-Rollenanalyse | Pflichten werden falsch oder zu spät eingeordnet. | Dienstrolle, Hostingfunktion, Plattformfunktion, Marktplatzbezug und EU-Reichweite klären. | Sofort bei Plattformbetrieb |
| Notice-and-Action | Meldungen rechtswidriger Inhalte werden unstrukturiert oder nicht dokumentiert bearbeitet. | Meldeformular, Prüfworkflow, Zuständigkeit, Begründung und Takedown-Log prüfen. | Hoch |
| Moderationsentscheidungen | Löschung, Sperrung oder Einschränkung ist nicht begründet, nicht verhältnismäßig oder nicht überprüfbar. | AGB-Regel, Begründungstext, Nutzerkommunikation und Beschwerdeprozess abgleichen. | Hoch |
| Online-Marktplatz | Seller, Fake-Angebote, Produktfälschungen oder unsichere Produkte lösen zusätzliche Pflichten aus. | Trader-Traceability, Produktinformationen, GPSR-Prozess, Sperrlogik und Rückrufzuständigkeit prüfen. | Sehr hoch |
| Reputation und Bewertungen | Rechtswidrige Bewertungen oder öffentliche Konflikte eskalieren kommunikativ und prozessual. | Tatsachenbehauptung, Werturteil, Beweise, Plattformmeldung, eV-Strategie und PR-Linie prüfen. | Hoch bei Sichtbarkeit |
| Automatisierte Moderation | Fehlerhafte Filter, Scoring oder KI-Entscheidungen führen zu Transparenz-, Datenschutz- oder Diskriminierungsrisiken. | Logik, menschliche Kontrolle, Fehlerkorrektur, Beschwerdeweg, Datenschutz und AI-Act-Schnittstellen prüfen. | Erhöht bis hoch |
Nächste sinnvolle Schritte
Verwandte ITMR-Checker und Anschlussprüfungen
Plattformfall rechtlich einordnen lassen
Wenn Fristen laufen, ein Inhalt öffentlich eskaliert, eine Moderationsentscheidung angegriffen wird oder Marktplatzpflichten unklar sind, sollte die rechtliche Bewertung frühzeitig erfolgen. Senden Sie ITMR möglichst konkrete URLs, Screenshots, Meldungen, Entscheidungen, Fristen und bisherige Kommunikation.
Anfrage an ITMR sendenHinweis: Dieser Checker bietet eine strukturierte Erstorientierung und ersetzt keine rechtliche Beratung. Die konkrete Bewertung hängt vom Einzelfall, der Dienstrolle, der Rechtsverletzung, der Beweislage, der Reaktion, den Fristen und der Plattformarchitektur ab.