Prozessrecht & strategische Prozessführung
Das Prozessrecht bildet das Fundament jeder gerichtlichen Auseinandersetzung. Es regelt nicht das „Ob“, sondern das „Wie“ eines Rechtsstreits. Im Zivilrecht bestimmen insbesondere die Zivilprozessordnung (ZPO) und das Gerichtsverfassungsgesetz (GVG) Ablauf, Zuständigkeiten, Beweisregeln und Rechtsmittel.
Doch erfolgreiche Prozessführung bedeutet mehr als die Anwendung von Normen. Sie ist Strategie, Timing, Taktik – und in medienwirksamen Verfahren zugleich Reputationsmanagement.
Gerade in technologiegetriebenen Märkten, im Bereich der Digitalisierung, Plattformökonomie, IP-Rechte und Medien, entscheidet nicht nur die juristische Argumentation, sondern auch die kommunikative Einbettung eines Verfahrens über den Gesamterfolg.
„Recht haben“ vs. „Recht bekommen“
Das bekannte Spannungsverhältnis zwischen materieller Rechtslage und prozessualer Durchsetzung zeigt sich besonders deutlich:
- Beweislastregeln können Ansprüche kippen
- Fristenversäumnisse führen zum Rechtsverlust
- falsche Antragstellung kann ein Verfahren faktisch entscheiden
- prozessuale Taktik des Gegners beeinflusst den Ausgang maßgeblich
Hinzu kommt im digitalen Zeitalter ein weiterer Faktor: Öffentlichkeit.
Der sogenannte „Streisand-Effekt“ beschreibt das Phänomen, dass der Versuch, Informationen juristisch zu unterdrücken, diese erst recht viral verbreiten kann.
Gerade in Verfahren aus den Bereichen:
ist daher ein abgestimmtes Litigation-PR-Konzept unerlässlich.
Litigation PR – Prozessbegleitende Öffentlichkeitsarbeit
Litigation PR ist die strategische Kommunikation rund um ein Gerichtsverfahren. Ursprünglich in den USA entwickelt, gewinnt sie auch im deutschsprachigen Raum zunehmend Bedeutung.
Ziel ist nicht „PR gegen das Gericht“, sondern:
- Wahrung unternehmerischer Reputation
- Einordnung komplexer Sachverhalte für Öffentlichkeit und Medien
- Vermeidung einseitiger Berichterstattung
- Schutz vor Vorverurteilung
In wirtschaftsrelevanten Verfahren – etwa bei:
- Patentstreitigkeiten
- Markenprozessen
- Compliance-Verfahren
- ESG- und Greenwashing-Vorwürfen
- Cybersecurity-Vorfällen
kann die mediale Wahrnehmung erhebliche Auswirkungen auf Marktwert, Investorenbeziehungen und Kundenvertrauen haben.
Vertiefende Schnittstellen:
Strategische Prozessvorbereitung
Eine professionelle Prozessführung beginnt nicht mit der Klage, sondern lange davor:
- Sachverhaltsanalyse
- Beweissicherung
- Risikoanalyse
- Kosten-Nutzen-Bewertung
- Szenarienplanung
- Kommunikationsstrategie
Insbesondere in komplexen IT- und IP-Verfahren müssen technische Sachverhalte präzise aufbereitet werden.
Unsere Erfahrung aus tausenden Verfahren zeigt: Die Vorbereitung entscheidet häufig über Sieg oder Niederlage.