Change Request (Änderungsverfahren): Bedeutung und Definition
Definition: Ein Change Request ist der Wunsch einer Vertragspartei, den vereinbarten Leistungsumfang eines IT-Projekts nachträglich zu ändern, etwa durch neue Funktionen oder geänderte Schnittstellen. Das Änderungsverfahren regelt, wie solche Änderungen beantragt, bewertet, vergütet und verbindlich vereinbart werden.
Das BGB kennt ein gesetzliches Anordnungsrecht des Bestellers nur für Bauverträge (§ 650b BGB); für Softwareprojekte gilt es nicht. Ohne vertragliche Regelung kann eine Leistungsänderung daher nur einvernehmlich vereinbart werden (§ 311 Abs. 1 BGB). Fehlt eine Vergütungsabrede für zusätzliche Leistungen, gilt bei Werkleistungen, die nur gegen Vergütung zu erwarten sind, die übliche Vergütung als vereinbart (§ 632 BGB). Ein vertragliches Leistungsbestimmungsrecht einer Partei ist möglich, muss dann aber nach billigem Ermessen ausgeübt werden (§ 315 BGB).
Bedeutung für Sie
Unklare Änderungen sind eine der häufigsten Ursachen für Streit über Mehrkosten und Termine. Vereinbaren Sie ein Verfahren in Textform mit Aufwandsschätzung, Freigabe und Auswirkungen auf Zeitplan und Vergütung.
Mehr dazu: Softwareentwicklungsvertrag
Rechtsgrundlagen
- § 311 BGB Normtext § 311 BGB (amtlicher Text, öffnet neues Fenster) (öffnet in neuem Tab)
- § 632 BGB Normtext § 632 BGB (amtlicher Text, öffnet neues Fenster) (öffnet in neuem Tab)
- § 315 BGB Normtext § 315 BGB (amtlicher Text, öffnet neues Fenster) (öffnet in neuem Tab)
- § 650b BGB Normtext § 650b BGB (amtlicher Text, öffnet neues Fenster) (öffnet in neuem Tab)
Allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall. ITMR Rechtsanwälte PartGmbB.