Preisangabenverordnung (PAngV): Bedeutung und Definition
Definition: Die Preisangabenverordnung verpflichtet Unternehmen, Verbrauchern den Gesamtpreis einschließlich Umsatzsteuer anzugeben (§ 3 PAngV). Bei Waren nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche ist zusätzlich der Grundpreis unmissverständlich, klar erkennbar und gut lesbar zu nennen (§ 4 PAngV).
Wer eine Preisermäßigung bekannt gibt, muss den niedrigsten Gesamtpreis der letzten 30 Tage vor der Ermäßigung angeben (§ 11 PAngV). Der EuGH hat am 26.09.2024 (C-330/23, Aldi Süd) entschieden, dass sich eine prozentuale Ermäßigung oder ein Hinweis auf einen Preisvorteil auf genau diesen Preis beziehen muss. Daneben können Verstöße als Ordnungswidrigkeit nach § 20 PAngV geahndet werden.
Bedeutung für Sie
Fehlende Grundpreise, unklare Versandkosten und Rabatte ohne korrekten Vergleichspreis sind häufige Gründe für Abmahnungen im Online-Handel. Verstöße sind über § 3a UWG wettbewerbsrechtlich verfolgbar.
Mehr dazu: E-Commerce
Rechtsgrundlagen
- § 3 PAngV Normtext § 3 PAngV (amtlicher Text, öffnet neues Fenster) (öffnet in neuem Tab)
- § 4 PAngV Normtext § 4 PAngV (amtlicher Text, öffnet neues Fenster) (öffnet in neuem Tab)
- § 11 PAngV Normtext § 11 PAngV (amtlicher Text, öffnet neues Fenster) (öffnet in neuem Tab) 7 Urteile zu § 11 PAngV
- § 3a UWG Normtext § 3a UWG (amtlicher Text, öffnet neues Fenster) (öffnet in neuem Tab) 30 Urteile zu § 3a UWG
Passende Urteile
- LG Düsseldorf: UVP als Streichpreis und Rabatt ohne 30-Tage-Tiefstpreis unzulässigLG Düsseldorf 8. Kammer für Handelssachen, 17.07.2026, Az. 38 O 219/25
- OLG Köln: Werbung mit UVP-Streichpreis unterliegt nicht der 30-Tage-Preisangabepflicht nach § 11 PAngVOLG Köln, 15.05.2026, Az. 6 U 92/25
- OLG Hamm: App-exklusive Rabatte eines Discounters sind keine AltersdiskriminierungOLG Hamm 13. Zivilsenat, 16.04.2026, Az. 13 UKl 7/25
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