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Urteilsdatenbank

Alle Urteile und Beschlüsse

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1–50 von 798 Einträgen

UrheberrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Fünfte Kammer) · Urteil vom 22.10.2026 · Az. C-840/24

EuGH: Verwertungsgesellschaft darf Sozial- und Kulturfonds nicht durch Abzüge von Einnahmen zugunsten Nichtberechtigter finanzieren

1. Eine Verwertungsgesellschaft darf Einnahmen aus den Rechten nicht durch Abzüge für soziale, kulturelle oder Bildungsleistungen zugunsten von Personen verwenden, die keine Rechtsinhaber sind.

UrheberrechtArt. 13 Abs. 4 RL 2014/26Art. 12 Abs. 4 RL 2014/26Art. 3 Buchst. h RL 2014/26Vorlage an EuGH / BVerfG

WettbewerbsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Urteil vom 02.10.2026 · Az. 6 U 24/26

OLG Köln: Werbung mit Einführungspreis gegenüber künftigem Preis unzulässig

1. Es ist im Verfügungsverfahren unschädlich, wenn der Antragsteller auch außerhalb der Dringlichkeitsfrist seinen Antrag innerhalb des Streitgegenstandes auf zusätzliche rechtliche Gesichtspunkte stützt.

Wettbewerbsrecht§ 12 Abs. 1 UWG§ 5 UWGAbgewiesen / zurückgewiesen

DatenschutzrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

BVerwG 6. Senat · Beschluss vom 29.09.2026 · Az. 6 C 9.25

BVerwG: Keine Revision des Betroffenen, wenn Zivilgericht Datenschutzverstoß schon verneint hat

1. Die Zulässigkeit der Revision eines Beigeladenen verlangt unabhängig davon, ob dieser einfach oder notwendig beigeladen worden ist, eine materielle Beschwer durch die angefochtene gerichtliche Entscheidung (Bestätigung der bisherigen Rspr).

DatenschutzrechtArt. 15 DSGVOArt. 82 DSGVOArt. 15 Abs. 1 DSGVOArt. 12 Abs. 2 Satz 2 DSGVOArt. 15 Abs. 4 DSGVOArt. 78 DSGVO§ 35 TKGArt. 78 Abs. 1 DSGVOArt. 267 Abs. 3 AEUVAbgewiesen / zurückgewiesen

DatenschutzrechtTeilweise stattgegeben

OLG Hamm 22. Zivilsenat · Urteil vom 28.09.2026 · Az. 22 U 77/25

OLG Hamm: Jeder Verstoß gegen Datenschutzgrundsätze durch Business Tools begründet eigenen Schaden – 750 Euro

Die Beklagte als Betreiberin der Social Media Plattform „Instagram“ hat zu Lasten des Klägers als Nutzer der Plattform gegen die Anforderungen des Art. 5 DSGVO verstoßen, indem sie personenbezogene Daten rechtswidrig verarbeitet (Art. 5 Abs. 1 lit a) i.V.m. Art. 6), das Transparenzgebot missachtet (Art. 5 Abs. 1 lit. a) und die Gebote der Zweckbindung und Datenminimierung (Art. 5 Abs. 1 lit. b) und c)) nicht eingehalten hat. Jeder (einzelne) Verstoß gegen einen der in Art. 5 DSGVO genannten Datenverarbeitungsgrundsätze kann bereits eine ausreichende Grundlage für einen Schadenersatzanspruch gem. Art. 82 DSGVO darstellen (im Anschluss an EuGH, Urteil vom 20. Oktober 2022 – C-77/21 -, Rn. 49; Urteil vom 4. Mai 2023 – C-60/22 -, Rn. 54 f.; Urteil vom 25. Januar 2024 – C-687/21-, Rn. 42 f., Urteil vom 18. Juni 2026 – C-484/24 Rn. 82 , jeweils juris). Der Kläger als Nutzer kann im Wege der Zwischenfeststellungsklage die Feststellung verlangen, dass die Verarbeitung seiner im Einzelnen bezeichneten personenbezogenen Daten durch die Beklagte nicht gestattet ist. Ihm steht zudem ein Anspruch auf Unterlassung, Löschung, Bestätigung der Löschung und auf Schadenersatz zu. Sofern der Schadenersatzanspruch lediglich deshalb besteht, weil der Kläger infolge der Datenverarbeitung der Beklagten als Verantwortliche einen Kontrollverlust erlitten hat, ist ein Schadenersatzanspruch gem. Art. 82 Abs. 1 DSGVO in Höhe von 750,00 € angemessen. Ein darüberhinausgehender Schadenersatzanspruch wegen der Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts besteht in einem solche Fall nicht. Dem Kläger steht ein Anspruch auf Erstattung vorgerichtlicher Rechtsanwaltskosten gegen die Beklagte nicht zu, weil es wegen des durchgehend gezeigten Verhaltens der Beklagten in gleichgelagerten Fällen offensichtlich war, dass allein die klageweise Durchsetzung von Ansprüchen Aussicht auf Erfolg besaß.

DatenschutzrechtArt. 5 Abs. 1 lit. a DSGVOArt. 6 DSGVOArt. 82 DSGVOTeilweise stattgegeben

DatenschutzrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Urteil vom 24.09.2026 · Az. 15 U 340/25

OLG Köln: Auslistungsanspruch gegen Suchmaschine erst nach Verletzung von Prüfpflichten

1. Ein gerichtlich durchsetzbarer Löschungs- und (ergänzender) Unterlassungsanspruch gegen einen Suchmaschinenbetreiber auf Auslistung eines Suchergebnisses besteht erst, wenn der Suchmaschinenbetreiber durch einen Antrag des Betroffenen begründete Prüfpflichten verletzt hat.2. Wenn er die Richtigkeit eines aufgelisteten Inhalts beanstandet, muss der Betroffene dem Suchmaschinenbetreiber hinreichende und relevante Nachweise für die Unrichtigkeit vorlegen. Eine schlichte Behauptung und ein Beweisantritt im Prozess reichen grundsätzlich nicht aus.

DatenschutzrechtArt. 17 DSGVO§ 1004 BGBAbgewiesen / zurückgewiesen

DatenschutzrechtStattgegeben

LG Köln 33. Zivilkammer · Urteil vom 17.09.2026 · Az. 33 O 120/24

LG Köln: Messenger-App darf Daten aus KI-Chatbot nicht ohne Rechtsgrundlage verarbeiten

1. Die Verarbeitung sensibler Daten aus privaten Chats für Werbezwecke ist ohne ausdrückliche Einwilligung unzulässig, zumal sich der Dienst auch an Minderjährige ab 13 Jahren richtet.

DatenschutzrechtArt. 9 DSGVOArt. 6 Abs. 1 DSGVOArt. 7 DSGVO§ 2 UKlaGStattgegeben

UrheberrechtStattgegeben

LG Köln 14. Zivilkammer · Beschluss vom 15.09.2026 · Az. 14 O 230/26

LG Köln: UrhDaG-Bagatellregeln schützen nicht den Nutzer als Täter

§§ 10, 12 Abs. 3 UrhDaG sind keine Privilegierung für eine Urheberrechtsverletzung, die ein Nutzer einer Social Media Plattform als unmittelbarer Täter vornimmt. Diese Regelung ist qualitativ als Schrankenbestimmung zugunsten der Plattformnutzer einzuordnen und hat als solche keine Grundlage im europäischen Recht, insbesondere nicht in Art. 17 DSM-Richtlinie. Jedenfalls sind im Rahmen einer unionsrechtskonformen Auslegung keine offensichtlich urheberrechtsverletzenden Uploads von dieser Privilegierung nicht erfasst.

Urheberrecht§§ 97, 16, 19a, 94, 95 UrhG§§ 10, 12 Abs. 3 UrhDaGArt. 17 DSM-RLStattgegeben

TelekommunikationsrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Siebte Kammer) · Urteil vom 10.09.2026 · Az. C-669/24

EuGH C-669/24: Kein einseitiges Änderungsrecht für bestimmte TK-Anbieter

1. Die Regelung über das Kündigungsrecht bei Vertragsänderungen verleiht Anbietern elektronischer Kommunikationsdienste kein eigenes Recht, die Vertragsbedingungen einseitig zu ändern.

TelekommunikationsrechtVorlage an EuGH / BVerfG

MarkenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

EuG (Achte Kammer) · Urteil vom 09.09.2026 · Az. T-551/24

EuG: Keine Verwechslungsgefahr zwischen WALLAPOP und älteren Bildmarken WALA W

1. Ein auf eine ältere eingetragene Marke gestützter Widerspruch setzt voraus, dass diese Marke nicht nur bei Anmeldung der Unionsmarke, sondern noch im Zeitpunkt der Entscheidung über den Widerspruch geschützt ist.

MarkenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

MarkenrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Große Kammer) · Urteil vom 08.09.2026 · Az. C-298/23

EuGH: Politische Parodie kann rechtfertigender Grund für die Benutzung einer bekannten Marke sein

1. Die Meinungsfreiheit eines Dritten, einschließlich der politischen Meinungsäußerung und Parodie, kann ein rechtfertigender Grund für die Benutzung eines mit einer bekannten Marke identischen oder ähnlichen Zeichens sein.

MarkenrechtArt. 9 Abs. 2 Buchst. c VO 2017/1001Art. 10 Abs. 2 Buchst. c RL 2015/2436Art. 10 Abs. 6 RL 2015/2436Vorlage an EuGH / BVerfG

UrheberrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Zweite Kammer) · Urteil vom 03.09.2026 · Az. C-598/24

EuGH: Kurzer Social-Media-Text kann urheberrechtlich geschützt sein - Zitatschranke ohne kommerzielle Vorteile

1. Ein in einem sozialen Netzwerk veröffentlichter Meinungstext kann ein urheberrechtlich geschütztes Werk sein, wenn er eine geistige Schöpfung ist, in der sich die Persönlichkeit seines Urhebers widerspiegelt.

UrheberrechtArt. 2 Buchst. a RL 2001/29Art. 5 Abs. 3 Buchst. c Fall 2 RL 2001/29Vorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Erste Kammer) · Urteil vom 03.09.2026 · Az. C-798/24

EuGH C-798/24: Keine Offenlegung aller Aktionäre im Unternehmensregister

1. Das Gesellschaftsrecht der Union verlangt nicht, Informationen über sämtliche Aktionäre einschließlich der Minderheitsaktionäre offenzulegen.

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtStattgegeben

OLG Köln 19. Zivilsenat · Beschluss vom 30.07.2026 · Az. 19 U 153/25

OLG Köln: DSGVO-Auskunft als erste Stufe einer Stufenklage zulässig

1. Die Datenauskunft kann als erste Stufe einer Stufenklage verlangt werden, wenn sie auch der Bezifferung des Leistungsanspruchs dient.

DatenschutzrechtArt. 15 DSGVO§ 254 ZPO§ 91a ZPOStattgegeben

WerberechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Beschluss vom 27.07.2026 · Az. 6 W 57/26

OLG Köln: Werbung mit „kostenlosem Schiffs-Shuttle“ und Fahrpreis für Weiterfahrten

Zu den Voraussetzungen, unter denen eine Werbung „Kostenloser Schiffs-Shuttle zwischen Bonn, Bonner Bogen und Bad Godesberg“ als irreführend zu bewerten ist, wenn Passagiere, die über die genannten Stationen hinaus fahren, den vollen Fahrpreis (einschließlich der genannten Strecke) bezahlen müssen.

Werberecht§ 5 UWGAbgewiesen / zurückgewiesen

DomainrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Beschluss vom 22.07.2026 · Az. 6 W 8/26

OLG Köln: Domainerwerb zum Weiterverkauf an den Namensträger als gezielte Behinderung

1. Stützt sich ein Unternehmer, der gegen den Erwerb einer Domain durch einen Wettbewerber vorgeht, einen einheitlichen Unterlassungsanspruch sowohl auf Behinderung (§ 4 Nr. 4 UWG) als auch auf Irreführung (§ 5 Abs. 1 UWG), liegt nur ein Streitgegenstand vor.

Domainrecht§ 4 Nr. 4 UWG§ 5 Abs. 1 UWGAbgewiesen / zurückgewiesen

WettbewerbsrechtStattgegeben

LG Düsseldorf 8. Kammer für Handelssachen · Urteil vom 17.07.2026 · Az. 38 O 219/25

LG Düsseldorf: UVP als Streichpreis und Rabatt ohne 30-Tage-Tiefstpreis unzulässig

1. Eine unverbindliche Preisempfehlung darf nicht so als Streichpreis eingesetzt werden, dass der Eindruck einer eigenen Preissenkung entsteht; ein vorgelegtes Umfragegutachten ändert an dieser Beurteilung nichts.

Wettbewerbsrecht§ 11 PAngV§ 5 UWG§ 3a UWGStattgegeben

TelekommunikationsrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Dritte Kammer) · Urteil vom 16.07.2026 · Az. C-401/25

EuGH: Beschränkung von Frequenznutzungsrechten auf DVB-T-Rundfunk kann mit der Dienstneutralität vereinbar sein

1. Der Grundsatz der Technologie- und Dienstneutralität steht einer Maßnahme nicht entgegen, die den Inhaber individueller Frequenznutzungsrechte verpflichtet, die Frequenzen nur für terrestrischen Digitalrundfunk zu nutzen.

TelekommunikationsrechtArt. 9 Abs. 4 RL 2002/21Vorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Große Kammer) · Urteil vom 14.07.2026 · Az. C-474/24

EuGH: Veröffentlichung von Doping-Sanktionen fällt unter die DSGVO und erfordert Einzelfallabwägung

1. Die Information über einen Dopingverstoß und die daraus folgende Sperre ist grundsätzlich kein Gesundheitsdatum, wohl aber, wenn sie den verbotenen Wirkstoff oder die verbotene Methode nennt; die Vorschrift über strafrechtliche Daten gilt für solche Sanktionen nicht.

DatenschutzrechtArt. 2 Abs. 2 Buchst. a DSGVOArt. 9 DSGVOArt. 6 Abs. 3 Unterabs. 2 DSGVOArt. 10 DSGVOArt. 77 DSGVOVorlage an EuGH / BVerfG

WettbewerbsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Beschluss vom 14.07.2026 · Az. 6 W 50/26

OLG Köln: Hinweis auf wegen Diffamierung gelöschte Bewertungen keine Herabsetzung

1. Es stellt keine Herabsetzung eines Mitbewerbers dar, wenn ein Portal, das Kundenbewertungen anzeigt, mitteilt, dass eine bestimmte Zahl dieser Bewertungen „wegen Diffamierung“ gelöscht worden sei.

Wettbewerbsrecht§ 4 Nr. 1 UWG§ 5 UWGAbgewiesen / zurückgewiesen

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Fünfte Kammer) · Urteil vom 09.07.2026 · Az. C-199/24

EuGH: Kostenpflichtige Online-Datenbank mit Strafurteilen ist nicht automatisch Journalismus im Sinne der DSGVO

1. Die Mitgliedstaaten dürfen über die Öffnungsklausel für Meinungs- und Informationsfreiheit keine Ausnahmen für nicht journalistische Zwecke schaffen und Betroffene nicht auf Strafanzeige oder Schadensersatz wegen Verleumdung verweisen.

DatenschutzrechtArt. 85 Abs. 1 DSGVOArt. 85 Abs. 2 DSGVOVorlage an EuGH / BVerfG

UrheberrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Zweite Kammer) · Urteil vom 09.07.2026 · Az. C-788/24

EuGH: Wirksames Geoblocking verhindert öffentliche Wiedergabe trotz VPN-Umgehung

1. Ist eine Geoblocking-Maßnahme wirksam und entspricht sie dem Stand der Technik, liegt im geschützten Mitgliedstaat keine öffentliche Wiedergabe vor, auch wenn Nutzer sie mit einem VPN umgehen können.

UrheberrechtArt. 3 Abs. 1 RL 2001/29Vorlage an EuGH / BVerfG

IT-RechtAbgewiesen / zurückgewiesen

EuG (Achte Kammer in der Besetzung mit fünf Richtern) · Urteil vom 08.07.2026 · Az. T-1079/23, T-1080/23 und T-214/24

EuG: Klagen von Apple gegen Gatekeeper-Benennung und Interoperabilitätsentscheidungen nach dem DMA abgewiesen

1. Ein Geschäft für Software-Anwendungen ist ein zentraler Plattformdienst im Sinne des Digital Markets Act, soweit es gewerblichen Nutzern als Online-Vermittlungsdienst ermöglicht, Endnutzern Anwendungen anzubieten.

IT-RechtAbgewiesen / zurückgewiesen

KartellrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

EuGH (Zweite Kammer) · Urteil vom 02.07.2026 · Az. C-738/22 P

EuGH Google Android: Rechtsmittel gegen 4,1-Mrd.-Kartellbuße zurückgewiesen

1. Das Rechtsmittel gegen eine kartellrechtliche Geldbuße wegen des Missbrauchs einer beherrschenden Stellung bei mobilen Betriebssystemen, App-Stores und Suchdiensten bleibt erfolglos.

KartellrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

DesignrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

EuG (Erste Kammer) · Urteil vom 01.07.2026 · Az. T-40/25

EuG: Eigenart eines Lampenschirm-Designs und ältere Gestaltungen in Patentschriften

Patentschriften können der Eigenart eines Unionsgeschmacksmusters nicht als solche entgegengehalten werden; berücksichtigt werden können nur die darin offenbarten Gestaltungen eines Erzeugnisses.

DesignrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

MarkenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

EuG (Siebte Kammer) · Urteil vom 01.07.2026 · Az. T-615/25

EuG: Wortmarke FOR BETTER GAMING – VEIKKAUS fehlt die Unterscheidungskraft

Die originäre Unterscheidungskraft einer Gesamtmarke kann nicht damit begründet werden, dass ein einzelner Bestandteil durch Benutzung Unterscheidungskraft erlangt hat; die Verordnung 2017/1001 unterscheidet klar zwischen originären und durch Benutzung erworbenen Merkmalen.

MarkenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

DatenschutzrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

AG Arnsberg Einzelrichter · Urteil vom 01.07.2026 · Az. 42 C 434/23

AG Arnsberg: Erstes DSGVO-Auskunftsersuchen als exzessiv abgelehnt (Folgeentscheidung zu EuGH C-526/24)

1. Ein Auskunftsersuchen darf nach Art. 12 Abs. 5 lit. b DSGVO als exzessiv abgelehnt werden, wenn die Gesamtumstände zeigen, dass es nicht dem Datenschutz, sondern der Schaffung von Ansprüchen dient.

DatenschutzrechtArt. 15 DSGVOArt. 12 Abs. 5 lit. b DSGVOArt. 82 DSGVOAbgewiesen / zurückgewiesen

DatenschutzrechtTeilweise stattgegeben

OLG Hamm 8. Zivilsenat · Urteil vom 24.06.2026 · Az. 8 U 56/25

OLG Hamm: Meta Business Tools – Feststellung, Unterlassung und 1.500 Euro Entschädigung für Facebook-Nutzer

1. Der Antrag des Nutzers eines Facebook-Accounts auf Feststellung, dass der Nutzungsvertrag mit der Beklagten die Erfassung mit Hilfe der Meta Business-Tools, die Weiterleitung an die Server der Beklagten, die dortige Speicherung und anschließende Verwendung von personenbezogenen Daten nicht gestattet, ist als Zwischenfeststellungsklage gemäß § 256 Abs. 2 ZPO im selben Prozess mit den weiteren Anträgen auf Unterlassung und Löschung der Daten sowie auf immateriellen Schadensersatz zulässig. Denn hierfür ist kein Feststellungsinteresse erforderlich, sondern es genügt, dass der Mehrwert der der Rechtskraft fähigen Feststellung darin liegt, dass die festzustellende Vorfrage nicht nur für die Begründetheit der weiteren Anträge, sondern auch für die angesichts der Verletzung des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts aus Art. 2 Abs. 1 u. 2, Art 1 Abs. 1 GG als absolutes Recht ausreichende, nicht nur ganz entfernte Möglichkeit zu ersetzender weiterer Zukunftsschäden von Relevanz ist.

DatenschutzrechtArt. 5 DSGVOArt. 6 Abs. 1 DSGVOArt. 82 DSGVO§ 256 Abs. 2 ZPOTeilweise stattgegeben

WettbewerbsrechtStattgegeben

AG Düsseldorf Abt. 51 · Urteil vom 18.06.2026 · Az. 51 C 64/26

AG Düsseldorf: Unterlassung und Abmahnkosten wegen einer einzigen Werbe-E-Mail an Unternehmen

Bereits eine einzelne unaufgeforderte Werbe-E-Mail an ein Unternehmen ist ein Eingriff in dessen eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb; die Wertung des § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG ist dabei heranzuziehen.

Wettbewerbsrecht§§ 823 Abs. 1, 1004 BGB§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWGStattgegeben

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Erste Kammer) · Urteil vom 18.06.2026 · Az. C-414/24

EuGH C-414/24: Parallele DSGVO-Beschwerde und Klage gegen den Verantwortlichen

1. Eine Aufsichtsbehörde darf eine Datenschutzbeschwerde nicht allein deshalb zurückweisen, weil der Betroffene wegen desselben Gegenstands bereits Klage gegen den Verantwortlichen erhoben hat.

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Fünfte Kammer) · Urteil vom 18.06.2026 · Az. C-484/24

EuGH C-484/24: Verarbeitung personenbezogener Daten durch Gerichte bei der Beweiswürdigung

1. Als Rechtsgrundlage für die Verarbeitung personenbezogener Daten durch ein Gericht bei der Beweiswürdigung genügt eine klare und vorhersehbare Prozessvorschrift, nach der die Parteien substantiiert vortragen und das Gericht den Vortrag vollständig berücksichtigen muss.

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

E-CommerceVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Große Kammer) · Urteil vom 16.06.2026 · Az. C-188/24 und C-190/24

EuGH zur E-Commerce-Richtlinie: Herkunftslandprinzip, Altersprüfung und Haftung von Hosting-Diensten

1. Der koordinierte Bereich der E-Commerce-Richtlinie reicht weit und kann auch strafrechtliche Regeln umfassen; ein Mitgliedstaat darf Anbietern aus anderen Mitgliedstaaten keine generell-abstrakten strafbewehrten Jugendschutzpflichten auferlegen, sondern nur unter den Voraussetzungen der Ausnahmeklausel Einzelmaßnahmen treffen.

E-CommerceArt. 3 RL 2000/31Art. 3 Abs. 4 RL 2000/31Art. 28b RL 2010/13Art. 15 Abs. 1 RL 2000/31Vorlage an EuGH / BVerfG

PersönlichkeitsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Beschluss vom 12.06.2026 · Az. 15 W 55/26

OLG Köln: Hinweis eines Bewertungsportals auf entfernte Bewertungen

Zur Rechtmäßigkeit eines auf einem Bewertungsportal in Bezug auf einen Unternehmenseintrag veröffentlichten Hinweises auf die Anzahl an Bewertungen, die auf Grund von Beschwerden entfernt wurden.

Persönlichkeitsrecht§ 1004 BGB§ 823 Abs. 1 BGBAbgewiesen / zurückgewiesen

WettbewerbsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Beschluss vom 11.06.2026 · Az. 6 W 36/26

OLG Köln: Kein fliegender Gerichtsstand bei Verstößen gegen Garantie-Informationspflichten

Die Beschränkung des fliegenden Gerichtsstandes gemäß § 14 Abs. 2 S. 3 Nr. 1 UWG greift ein, wenn ausschließlich ein Verstoß gegen gesetzliche Informationspflichten im elektronischen Geschäftsverkehr beanstandet wird, wie es bei einem Verstoß gegen die Informationspflicht nach Art. 246a § 1 Nr. 12 EGBGB (Informationen über Garantien) der Fall ist. Die – zusätzliche – Feststellung eines besonderen Missbrauchspotentials ist dann nicht erforderlich.

Wettbewerbsrecht§ 14 Abs. 2 UWGArt. 246a § 1 EGBGBAbgewiesen / zurückgewiesen

WettbewerbsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Beschluss vom 11.06.2026 · Az. 6 W 42/26

OLG Köln: Anwalt darf kritisch über Abmahnung eines Wettbewerbers berichten

Zu den Voraussetzungen, unter denen ein Rechtsanwalt über einen Wettbewerber unter Namensnennung und kritischer Würdigung einer von dem Wettbewerber ausgesprochenen Abmahnung wegen einer unverlangt zugesandten E-Mail berichten darf (hier bejaht).

Wettbewerbsrecht§ 4 Nr. 1 UWG§ 4 Nr. 2 UWGAbgewiesen / zurückgewiesen

MarkenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Beschluss vom 10.06.2026 · Az. 6 W 38/26

OLG Köln: Keine einstweilige Duldung der Markennutzung nach bestrittener Lizenzkündigung

Nach einer vom Lizenznehmer bestrittenen Kündigung eines Markenlizenzvertrages kann der Lizenznehmer nicht im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes vom Markeninhaber Duldung der weiteren Nutzung der Marke verlangen.

Markenrecht§ 30 MarkenG§ 935 ZPOAbgewiesen / zurückgewiesen

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Fünfte Kammer) · Urteil vom 04.06.2026 · Az. C-312/24

EuGH C-312/24: DSGVO gilt für Verdachtsvermerk in der Personalakte eines Beamten

1. Speichert eine Behörde in der Personalakte eines Bediensteten dessen Status als Verdächtiger in einem Ermittlungsverfahren, gilt die Datenschutz-Grundverordnung und nicht die Richtlinie für Polizei und Justiz; unerheblich ist, dass die Daten von einer zu Ermittlungen befugten Stelle derselben Behörde stammen.

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

MarkenrechtAufgehoben (ohne Zurückverweisung)

EuG (Siebte Kammer in der Besetzung mit fünf Richtern) · Urteil vom 03.06.2026 · Az. T-104/25

EuG: Formmarke einer oktogonalen Verpackung – EUIPO-Entscheidung zur technischen Wirkung aufgehoben und abgeändert

Der Ausschlussgrund für technisch bedingte Formen erfasst auch Formen, deren technische Wirkung sich im Herstellungsverfahren der Ware zeigt; eine Unterscheidung zwischen Herstellung und Nutzung der Ware ist nicht angezeigt.

MarkenrechtAufgehoben (ohne Zurückverweisung)

IT-RechtTeilweise stattgegeben

EuG (Achte Kammer in der Besetzung mit fünf Richtern) · Urteil vom 03.06.2026 · Az. T-1078/23

EuG: DMA-Benennung von Meta als Torwächter teilweise für nichtig erklärt

Benennt die Kommission einen Dienst als zentralen Plattformdienst, muss sie nachvollziehbar begründen, weshalb nachträgliche Änderungen der Nutzungsbedingungen dessen Einordnung nicht berühren; fehlt eine solche Begründung, ist die Benennung insoweit für nichtig zu erklären.

IT-RechtArt. 3 VO 2022/1925Teilweise stattgegeben

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