Lootboxen und Glücksspielrecht: Bedeutung und Definition
Definition: Lootboxen sind virtuelle Beutekisten in Videospielen, die gegen echtes Geld oder Spielwährung gekauft werden und einen zufälligen Inhalt enthalten. Ob sie als Glücksspiel gelten, ist umstritten; für den Jugendschutz und das Wettbewerbsrecht spielen sie bereits heute eine Rolle.
Glücksspiel liegt vor, wenn für den Erwerb einer Gewinnchance ein Entgelt verlangt wird und die Entscheidung über den Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt (§ 3 Abs. 1 GlüStV 2021). Bei Lootboxen ist vor allem fraglich, ob der Inhalt einen Vermögenswert hat. Das Jugendschutzgesetz verlangt bei der Alterseinstufung die Berücksichtigung von Kaufmöglichkeiten und glücksspielähnlichen Mechanismen (§ 10b JuSchG). Unmittelbare Aufforderungen an Kinder zum Kauf sind stets unlautere Werbung (Nr. 28 Anhang zu § 3 Abs. 3 UWG).
Bedeutung für Sie
Anbieter sollten Kaufmechanismen transparent gestalten, Wahrscheinlichkeiten offenlegen und keine direkten Kaufappelle an Kinder richten. Bei Weiterverkaufsmöglichkeiten für Gegenstände steigt das Risiko einer glücksspielrechtlichen Einordnung.
Mehr dazu: Medienrecht
Rechtsgrundlagen
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