YouTube-Haftung (Plattformhaftung für Uploads): Bedeutung und Definition
Definition: Nach EuGH (22.06.2021, C-682/18 und C-683/18 – YouTube/Cyando) und BGH (02.06.2022, I ZR 140/15 – YouTube II) haften Plattformbetreiber für urheberrechtsverletzende Uploads ihrer Nutzer selbst, wenn sie über die bloße Bereitstellung hinaus zur Verletzung beitragen, etwa trotz Kenntnis nicht unverzüglich sperren. Seit August 2021 gilt für große Upload-Plattformen das UrhDaG: Sie nutzen die Inhalte selbst öffentlich und müssen Lizenzen erwerben oder Uploads nach Hinweis sperren.
Bedeutung für Sie
Rechteinhaber können Plattformen direkt in Anspruch nehmen; Plattformen brauchen Lizenz-, Sperr- und Beschwerdeverfahren. Für Nutzer gelten erlaubte Bagatellnutzungen und ein Beschwerderecht gegen Sperren.
Mehr dazu: Urheberrecht (Leistungsseite)
Rechtsgrundlagen
- § 1 UrhDaG Normtext § 1 UrhDaG (amtlicher Text, öffnet neues Fenster) (öffnet in neuem Tab)
- § 4 UrhDaG Normtext § 4 UrhDaG (amtlicher Text, öffnet neues Fenster) (öffnet in neuem Tab)
- § 19a UrhG Normtext § 19a UrhG (amtlicher Text, öffnet neues Fenster) (öffnet in neuem Tab) 6 Urteile zu § 19a UrhG
- RL (EU) 2019/790 Normtext RL (EU) 2019/790 (amtlicher Text, öffnet neues Fenster) (öffnet in neuem Tab)
Passende Urteile
- LG Köln: UrhDaG-Bagatellregeln schützen nicht den Nutzer als TäterLG Köln 14. Zivilkammer, 15.09.2026, Az. 14 O 230/26
- LG Köln: Reaction-Video auf YouTube braucht klare Quellenangabe – Infobox reicht nichtLG Köln 14. Zivilkammer, 21.05.2026, Az. 14 O 101/26
- OLG Köln: Kosten des Eilverfahrens trägt, wer fremdes YouTube-Filmmaterial ohne Erlaubnis nutztOLG Köln, 07.04.2026, Az. 6 W 16/26
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