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Urteilsdatenbank

Alle Urteile und Beschlüsse – Seite 8

Sämtliche 825 Entscheidungen der Urteilsdatenbank, neueste zuerst. Mit Suche und Filtern eingrenzen. Zur Auswertung

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Thema

Gericht / Instanz

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Besonderheit

351–400 von 825 Einträgen

DatenschutzrechtStattgegeben

OLG Köln · Urteil vom 04.07.2024 · Az. 15 U 60/23

OLG Köln: Suchmaschinenanbieter als Verantwortlicher auch bei Konzern-Suchergebnissen

1. Der Betreiber einer Internetsuchmaschine ist bezüglich der angezeigten Suchergebnisse auch dann Verantwortlicher im Sinne des Art. 4 Nr. 7 DSGVO, wenn er den Nutzern lediglich den Zugang zu der Suchmaschine anbietet und die von einer anderen Konzerngesellschaft aufbereiteten Suchergebnisse lediglich anzeigt.

DatenschutzrechtArt. 4 Nr. 7 DSGVOArt. 17 DSGVOStattgegeben

DatenschutzrechtTeilweise stattgegeben

BVerwG Fachsenat für Entscheidungen nach § 99 Abs 2 VwGO · Beschluss vom 27.06.2024 · Az. 20 F 26/22

BVerwG: Geheimhaltung von Informantendaten in Akte des Sozialpsychiatrischen Dienstes

Auch Angaben zu Hinweisgebern in einer Akte des Sozialpsychiatrischen Dienstes können als personenbezogene Daten geheimhaltungsbedürftig sein; die Sperrerklärung muss aber für jede Schwärzung erkennen lassen, dass das Geheimhaltungsinteresse das Offenlegungsinteresse überwiegt.

Datenschutzrecht§ 99 Abs. 1 Satz 3 Alt 3 VwGO 2024§ 1 Nr. 1 PsychKG HE 2024§ 5 Abs. 2 Satz 1 PsychKG HE 2024Teilweise stattgegeben

PersönlichkeitsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Urteil vom 13.06.2024 · Az. 15 U 70/23

OLG Köln: Unzulässige Tatsachenbehauptung über Kenntnis von Akteninhalten bei Beförderung

1. Der objektive Sinngehalt einer Äußerung ist aus Sicht eines unvoreingenommenen und verständigen Publikums zu ermitteln; danach kann ein Bericht die Behauptung positiver Kenntnis enthalten.

Persönlichkeitsrecht§ 823 Abs. 1 BGB§ 1004 Abs. 1 S. 2 BGB analogArt. 2 Abs. 1 GGArt. 1 Abs. 1 GGAbgewiesen / zurückgewiesen

PersönlichkeitsrechtTeilweise stattgegeben

OLG Köln · Urteil vom 13.06.2024 · Az. 15 U 91/23

OLG Köln: Kein allgemeiner Anspruch gegen Unternehmenseintrag mit Bewertungsfunktion

1. Ein Unternehmen hat gegen den Eintrag in einem Bewertungsportal keinen von einzelnen Bewertungen unabhängigen Unterlassungsanspruch, weil solche Portale eine gebilligte Funktion erfüllen.

Persönlichkeitsrecht§ 823 Abs. 1 BGB§ 1004 Abs. 1 S. 2 BGB analogArt. 2 Abs. 1 GGArt. 1 Abs. 1 GGTeilweise stattgegeben

Datenschutzrechtohne Angabe

AG Köln · Urteil vom 12.06.2024 · Az. 539 Ds 156/24

AG Köln: Freispruch – Twitter-Thread mit Corona-Zitaten namentlich genannter Personen ist keine „Feindesliste“ (§ 126a StGB)

Beiträge, in denen die Kritik an einer politischen Sachfrage im Vordergrund steht und die keinen ausdrücklichen oder subtilen Gewaltbezug haben, sind nicht geeignet und bestimmt, die Genannten der Gefahr einer Straftat auszusetzen; sie sind auch in polemischer Zuspitzung von der Meinungsfreiheit geschützt.

Datenschutzrecht§ 126a Abs. 1 Nr. 2 StGBArt. 5 Abs. 1 GG§ 467 Abs. 1 StPOohne Angabe

PersönlichkeitsrechtStattgegeben

AG Rheine · Urteil vom 04.06.2024 · Az. 10 C 165/23

AG Rheine: 500 Euro Geldentschädigung für beleidigenden Twitter-Kommentar („Teufelin in Menschenfleischverpackung“)

1. Für Persönlichkeitsrechtsverletzungen durch bundesweit abrufbare Internetinhalte gilt nach § 32 ZPO der fliegende Gerichtsstand.

Persönlichkeitsrecht§ 823 Abs. 1 BGBArt. 2 Abs. 1 GGArt. 1 Abs. 1 GG§ 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 185 StGB§ 1004 Abs. 1 S. 2 BGB analog§ 32 ZPOArt. 5 Abs. 1 GGStattgegeben

E-CommerceVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Zweite Kammer) · Urteil vom 30.05.2024 · Az. C-664/22

EuGH: Google – Registrierungs- und Beitragspflicht für Suchmaschinen verstößt gegen Herkunftslandprinzip

Google bietet Online-Werbedienstleistungen an und betreibt die gleichnamige Suchmaschine im gesamten EWR. Die AGCOM trug Google 2019 von Amts wegen in ein bei ihr geführtes Register ein und gab ihr 2020 einen finanziellen Beitrag zur Deckung ihrer Betriebskosten auf. Google erhob Nichtigkeitsklage. Das Tribunale amministrativo regionale per il Lazio (Regionales Verwaltungsgericht Latium, Italien) legte dem EuGH vor.

E-CommerceArt. 3 RL 2000/31/EGVO (EU) 2019/1150Vorlage an EuGH / BVerfG

E-CommerceVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Zweite Kammer) · Urteil vom 30.05.2024 · Az. C-662/22

EuGH: Airbnb und Amazon – Registrierungs- und Beitragspflicht für Plattformen verstößt gegen Herkunftslandprinzip

Airbnb mit Sitz in Irland betreibt ein Internetportal für Immobilienvermittlung, Amazon mit Sitz in Luxemburg eine Online-Plattform für Geschäfte zwischen Drittanbietern und Verbrauchern. Nach Änderungen des italienischen Rechts zur Anwendung der Verordnung 2019/1150 sind sie unter Androhung von Sanktionen verpflichtet, sich in ein von der AGCOM geführtes Register einzutragen, Informationen mitzuteilen und einen finanziellen Beitrag zu entrichten. Das Tribunale amministrativo regionale per il Lazio (Regionales Verwaltungsgericht Latium, Italien) legte dem EuGH vor.

E-CommerceArt. 3 RL 2000/31/EGVO (EU) 2019/1150Vorlage an EuGH / BVerfG

E-CommerceVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Zweite Kammer) · Urteil vom 30.05.2024 · Az. C-665/22

EuGH: Herkunftslandprinzip – Mitgliedstaat darf ausländischen Online-Vermittlungsdiensten keine Meldepflichten auferlegen

Ein in Luxemburg niedergelassener Anbieter eines Online-Marktplatzes wandte sich gegen italienische Maßnahmen, die Anbieter von Online-Vermittlungsdiensten zur Eintragung in ein Register und zur regelmäßigen Übermittlung von Angaben über ihre wirtschaftliche Lage verpflichteten. Das Verwaltungsgericht Latium legte dem EuGH vor.

E-CommerceArt. 3 RL 2000/31/EGVO (EU) 2019/1150Vorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtTeilweise stattgegeben

EuG (Vierte erweiterte Kammer) · Urteil vom 08.05.2024 · Az. T-375/22

EuG: Parlament muss Zugang zu Reisekostenerstattungen eines Abgeordneten trotz personenbezogener Daten gewähren

Verweigert ein Organ den Zugang zu Dokumenten über Reisekostenerstattungen eines Abgeordneten wegen darin enthaltener personenbezogener Daten, muss es konkret darlegen, dass die Übermittlung berechtigte Interessen beeinträchtigen kann; allgemeine Hinweise auf die freie Mandatsausübung oder Sicherheitsrisiken reichen nicht.

DatenschutzrechtTeilweise stattgegeben

WettbewerbsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Urteil vom 03.05.2024 · Az. 6 U 132/23

OLG Köln: Lizenzanalogie bei Jeans-Nachahmung – 10 % Stücklizenz angemessen

1. Eine Stücklizenz von 10 Prozent des Nettoverkaufspreises liegt bei Nachahmungsfällen am oberen Rand des Üblichen; höhere Sätze kommen nur bei Luxus- und Prestigeprodukten in Betracht.

Wettbewerbsrecht§ 4 Nr. 3 UWG§ 9 UWG§ 287 ZPOAbgewiesen / zurückgewiesen

DatenschutzrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

BVerwG 6. Senat · Beschluss vom 02.05.2024 · Az. 6 B 66/23

BVerwG: DSGVO schließt öffentlich-rechtlichen Unterlassungsanspruch gegen kommunale Videoüberwachung nicht aus

Art. 79 Abs. 1 DSGVO schließt die Geltendmachung eines öffentlich-rechtlichen Unterlassungsanspruchs gegen die Datenverarbeitung im Bereich der kommunalen Gefahrenabwehr und Gefahrenvorsorge - hier durch Videoüberwachung einer als öffentliche Einrichtung gewidmeten Grünfläche - nicht aus.

DatenschutzrechtArt. 2 Abs. 1 GGArt. 1 Abs. 1 GGArt. 24 DSG BY 2018Art. 79 Abs. 1 DSGVOArt. 17 DSGVO§ 1004 Abs. 1 Satz 2 BGBAbgewiesen / zurückgewiesen

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Große Kammer) · Urteil vom 30.04.2024 · Az. C-178/22

EuGH: Procura della Repubblica di Bolzano – Zugang zu Verkehrsdaten bei Straftaten ab drei Jahren

Nach Anzeigen wegen Diebstählen von Mobiltelefonen 2021 leitete die Staatsanwaltschaft Strafverfahren gegen Unbekannt wegen schweren Diebstahls ein. Sie beantragte beim Ermittlungsrichter die Genehmigung, bei den Telefongesellschaften die Verbindungsdaten der gestohlenen Telefone zu erheben. Der Giudice delle indagini preliminari presso il Tribunale di Bolzano (Ermittlungsrichter beim Landesgericht Bozen, Italien) zweifelte an der Vereinbarkeit der italienischen Regelung mit dem Urteil Prokuratuur und legte dem EuGH vor.

DatenschutzrechtArt. 15 Abs. 1 RL 2002/58/EGArt. 7, 8, 11, 52 Abs. 1 GRChVorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Plenum) · Urteil vom 30.04.2024 · Az. C-470/21

EuGH: La Quadrature du Net II – Zugang der Urheberrechtsbehörde zu IP-Identitätsdaten

In Frankreich bekämpft eine Behörde (zunächst die Hadopi, später die ARCOM) Urheberrechtsverletzungen im Internet im Verfahren der abgestuften Reaktion; dazu greift sie auf Identitätsdaten zu, die IP-Adressen zuzuordnen sind, welche Einrichtungen der Rechteinhaber gesammelt haben. La Quadrature du Net und weitere Verbände beantragten die Aufhebung des Dekrets Nr. 2010-236. Nach impliziter Ablehnung durch den Premierminister erhoben sie Klage. Der Conseil d’État (Staatsrat, Frankreich) legte dem EuGH vor.

DatenschutzrechtArt. 15 Abs. 1 RL 2002/58/EGArt. 7, 8, 11, 52 Abs. 1 GRChVorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtTeilweise stattgegeben

OLG Köln · Urteil vom 25.04.2024 · Az. 15 U 204/22

OLG Köln: 2.000 Euro Schadensersatz nach Verwechslung durch Inkassodienstleister bei SCHUFA-Meldung

1. Hat der Verantwortliche nicht dargelegt, welche konkreten Schutzmaßnahmen er getroffen hat, haftet er für einen mehrfachen Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung auf immateriellen Schadensersatz, hier in Höhe von 2.000 Euro.

DatenschutzrechtArt. 82 Abs. 1 DSGVOArt. 6 Abs. 1 DSGVOTeilweise stattgegeben

MarkenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

EuG (Achte Kammer) · Urteil vom 24.04.2024 · Az. T-157/23

EuG: Widerspruch aus älterer Marke JOY gegen Joyful by nature erfolglos

Wer einen Widerspruch auf eine bekannte ältere Marke stützt, muss deren Bekanntheit selbst nachweisen, und zwar bezogen auf den Zeitpunkt der Anmeldung der jüngeren Marke.

MarkenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

MarkenrechtAufgehoben (ohne Zurückverweisung)

EuG (Achte Kammer) · Urteil vom 17.04.2024 · Az. T-119/23

EuG: Beschwerdekammer muss rechtliches Gehör und Beweise im Agentenmarken-Widerspruch beachten (Insajderi)

Weist die Beschwerdekammer einen Widerspruch wegen fehlender Originalurkunden zurück, ohne dem Widersprechenden Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben, verletzt sie den Anspruch auf rechtliches Gehör, wenn ein anderer Verfahrensausgang nicht völlig ausgeschlossen ist.

MarkenrechtAufgehoben (ohne Zurückverweisung)

DesignrechtTeilweise stattgegeben

EuG (Siebte Kammer) · Urteil vom 10.04.2024 · Az. T-654/22

EuG: Entscheidung zur Eigenart von Tür- und Fenstergriff-Designs aufgehoben

Bei der Prüfung der Eigenart eines Geschmacksmusters können Unterschiede auch bei großer Gestaltungsfreiheit des Entwerfers so bedeutsam sein, dass sie beim informierten Benutzer einen anderen Gesamteindruck hervorrufen.

DesignrechtTeilweise stattgegeben

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Große Kammer) · Urteil vom 21.03.2024 · Az. C-61/22

EuGH: Fingerabdrücke im Personalausweis – Verordnung 2019/1157 ungültig, Wirkungen vorläufig aufrechterhalten

Ein Bürger beantragte bei der Stadt Wiesbaden einen Personalausweis ohne Aufnahme seiner Fingerabdrücke, was abgelehnt wurde. Das Verwaltungsgericht Wiesbaden (Deutschland) legte dem EuGH die Frage nach der Gültigkeit der Verordnung (EU) 2019/1157 vor.

DatenschutzrechtVO (EU) 2019/1157Art. 77 Abs. 3 AEUVArt. 21 Abs. 2 AEUVVorlage an EuGH / BVerfG

UrheberrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Fünfte Kammer) · Urteil vom 21.03.2024 · Az. C-10/22

EuGH: LEA/Jamendo – kategorischer Ausschluss unabhängiger Verwertungseinrichtungen unionsrechtswidrig

LEA ist eine Organisation für die kollektive Rechtewahrnehmung, die in Italien zur Vermittlung von Urheberrechten berechtigt ist. Jamendo, eine Gesellschaft luxemburgischen Rechts, ist seit 2004 als unabhängige Verwertungseinrichtung in Italien tätig. LEA beantragte, Jamendo die Vermittlertätigkeit in Italien zu untersagen, weil sie nicht in die Liste der berechtigten Organisationen eingetragen sei. Das Tribunale ordinario di Roma (Gericht Rom, Italien) legte dem EuGH vor.

UrheberrechtArt. 56 AEUVRL 2014/26/EUVorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Fünfte Kammer) · Urteil vom 14.03.2024 · Az. C-46/23

EuGH: Aufsichtsbehörde darf Löschung nach DSGVO auch ohne Antrag der betroffenen Person anordnen

1. Eine Aufsichtsbehörde darf die Löschung unrechtmäßig verarbeiteter Daten von Amts wegen anordnen, auch wenn die betroffene Person keinen Löschungsantrag gestellt hat.

DatenschutzrechtArt. 58 Abs. 2 lit. d DSGVOArt. 58 Abs. 2 lit. g DSGVOArt. 17 Abs. 1 DSGVOVorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Sechste Kammer) · Urteil vom 07.03.2024 · Az. C-740/22

EuGH: Mündliche Auskunft über strafrechtliche Verurteilungen – Weitergabe an jedermann unzulässig

Ein finnisches Produktionsunternehmen beantragte bei einem Gericht erster Instanz mündlich Auskunft über möglicherweise verhängte oder verbüßte Strafen einer natürlichen Person. Das Gericht lehnte ab. Das Itä-Suomen hovioikeus (Berufungsgericht Ostfinnland, Finnland) legte dem EuGH vor.

DatenschutzrechtArt. 2 Abs. 1, Art. 4 Nr. 2 DSGVOArt. 6 Abs. 1 Buchst. e, Art. 10 DSGVOVorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Vierte Kammer) · Urteil vom 07.03.2024 · Az. C-604/22

EuGH (IAB Europe): TC-String ist personenbezogenes Datum – gemeinsame Verantwortlichkeit für das Transparency & Consent Framework

1. Eine Zeichenfolge, in der die Präferenzen eines Nutzers zur Einwilligung gespeichert werden, ist ein personenbezogenes Datum, wenn sie mit vertretbaren Mitteln einer Person zugeordnet werden kann.

DatenschutzrechtArt. 4 Nr. 1 DSGVOArt. 4 Nr. 7 DSGVOArt. 26 Abs. 1 DSGVOVorlage an EuGH / BVerfG

PersönlichkeitsrechtStattgegeben

OLG Köln · Beschluss vom 19.02.2024 · Az. 15 W 4/24

OLG Köln: Streitwert bei Klage einer Ärztin gegen negative Bewertungen

1. Bei Unterlassungsansprüchen gegen geschäftsschädigende Äußerungen bemisst sich der Streitwert nach dem Interesse an der Verhinderung künftiger Beeinträchtigungen, nicht nach der Vergütungsvereinbarung des Anwalts.

Persönlichkeitsrecht§ 48 Abs. 1 S. 1 GKG§ 3 ZPO§ 68 GKGStattgegeben

MedienrechtAufgehoben (ohne Zurückverweisung)

OLG Köln · Beschluss vom 07.02.2024 · Az. 6 U 109/23

OLG Köln: Klage gegen staatliches Gesundheitsportal gehört vor die Verwaltungsgerichte

1. Der Betrieb eines staatlichen Gesundheitsportals erfolgt in Erfüllung einer öffentlichen Aufgabe und ist öffentlich-rechtlicher Natur.

Medienrecht§ 17a GVG§ 40 VwGO§ 395 SGB V§ 2 Abs. 1 Nr. 1, Nr. 3 UWGAufgehoben (ohne Zurückverweisung)

PersönlichkeitsrechtStattgegeben

OLG Köln · Beschluss vom 02.02.2024 · Az. 15 W 151/23

OLG Köln: Streit um negative Unternehmensbewertungen ist vermögensrechtlich

1. Wer sich gegen nicht auf Erfahrungen beruhende negative Bewertungen seiner unternehmerischen Tätigkeit wendet, verfolgt wesentlich wirtschaftliche Belange; der Streit ist vermögensrechtlich.

Persönlichkeitsrecht§ 48 Abs. 1 S. 1 GKG§ 3 ZPOStattgegeben

DatenschutzrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Urteil vom 25.01.2024 · Az. 15 U 45/23

OLG Köln: Kein Anspruch auf Löschung von Sperrvermerken nach Kontodeaktivierung

1. Ein Löschungsanspruch ist ausgeschlossen, wenn die Speicherung der Informationen zur Verteidigung von Rechtsansprüchen erforderlich ist.

DatenschutzrechtArt. 17 Abs. 3 lit. e DSGVOArt. 26 Abs. 1 EuGVVOAbgewiesen / zurückgewiesen

MarkenrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Vierte Kammer) · Urteil vom 25.01.2024 · Az. C-334/22

EuGH: Audi – Kühlergrill mit Emblemhalterung in Form der Marke als Markenbenutzung

Die Audi AG ging gegen GQ vor, der ohne Zustimmung Ersatz-Kühlergrills für Audi-Fahrzeuge einführte und anbot, die ein Element zur Anbringung des Audi-Emblems in Form der Marke enthielten. Der Sąd Okręgowy w Warszawie (Regionalgericht Warschau, Polen) legte dem EuGH vor.

MarkenrechtArt. 9 Abs. 2 und 3, Art. 14 Abs. 1 Buchst. c VO (EU) 2017/1001Vorlage an EuGH / BVerfG

MarkenrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Zehnte Kammer) · Urteil vom 18.01.2024 · Az. C-367/21

EuGH: Hewlett Packard/Senetic – Beweislast für Erschöpfung bei selektivem Vertrieb

Hewlett Packard Development Company verklagte den Händler Senetic wegen des Vertriebs von HP-Waren, deren erstes Inverkehrbringen im EWR streitig war. Die Waren trugen keine Kennzeichen zum Zielmarkt und wurden über ein selektives Vertriebsnetz verteilt. Der Sąd Okręgowy w Warszawie (Regionalgericht Warschau, Polen) legte dem EuGH vor.

MarkenrechtArt. 13 Abs. 1 VO (EG) Nr. 207/2009Art. 15 Abs. 1 VO (EU) 2017/1001Art. 34, 36 AEUVVorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Große Kammer) · Urteil vom 16.01.2024 · Az. C-33/22

EuGH: DSGVO gilt auch für parlamentarische Untersuchungsausschüsse

1. Die Tätigkeit eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses fällt nicht schon deshalb aus dem Anwendungsbereich der Datenschutz-Grundverordnung heraus, weil sie der parlamentarischen Kontrolle dient.

DatenschutzrechtArt. 16 Abs. 2 AEUVArt. 2 Abs. 2 Buchst. a DSGVOArt. 55 Abs. 1 DSGVOArt. 77 Abs. 1 DSGVOVorlage an EuGH / BVerfG

MarkenrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Vierte Kammer) · Urteil vom 11.01.2024 · Az. C-361/22

EuGH: Inditex/Buongiorno – Benutzung der Marke ZARA in Gewinnspielwerbung nur bei Notwendigkeit zulässig

Buongiorno Myalert bot Informationsdienste über Internet und Mobilfunk an und warb für einen SMS-Abodienst „Club Blinko“ mit einer Verlosung, bei der eine „ZARA-Geschenkgutscheinkarte“ zu gewinnen war; nach Klick auf ein Banner erschien das Zeichen ZARA. Industria de Diseño Textil (Inditex) klagte wegen Markenverletzung. Der Tribunal Supremo (Oberster Gerichtshof, Spanien) legte dem EuGH vor.

MarkenrechtArt. 6 Abs. 1 Buchst. c RL 2008/95/EGVorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Dritte Kammer) · Urteil vom 11.01.2024 · Az. C-231/22

EuGH: Amtsblattstelle als Verantwortliche für veröffentlichte personenbezogene Daten trotz fehlender Rechtspersönlichkeit

1. Die für ein Amtsblatt zuständige Stelle ist trotz fehlender Rechtspersönlichkeit Verantwortliche für die Daten in den veröffentlichten Dokumenten, wenn das nationale Recht Zwecke und Mittel der Veröffentlichung festlegt.

DatenschutzrechtArt. 4 Nr. 7 DSGVOArt. 5 Abs. 2 DSGVOArt. 26 DSGVOVorlage an EuGH / BVerfG

UrheberrechtStattgegeben

AG Düsseldorf · Urteil vom 21.12.2023 · Az. 10 C 46/23

AG Düsseldorf: Musik über Lautsprecher in Sonnenbänken ist gesondert GEMA-lizenzpflichtig

1. Die Musikwiedergabe über Lautsprecher in Sonnenbänken ist eine eigenständige öffentliche Wiedergabe nach §§ 15 Abs. 2 Nr. 3, 20 UrhG, die ein Vertrag über Hintergrundmusik nicht abdeckt.

Urheberrecht§ 97 Abs. 2 UrhG§ 15 Abs. 2 Nr. 3 UrhG§ 20 UrhG§ 78 Abs. 2 UrhG§ 97a Abs. 3 UrhG§ 104 UrhG§ 287 ZPOStattgegeben

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Dritte Kammer) · Urteil vom 21.12.2023 · Az. C-667/21

EuGH: Medizinischer Dienst darf Gesundheitsdaten eigener Arbeitnehmer begutachten, Art. 82 DSGVO setzt vermutetes Verschulden voraus

1. Ein Medizinischer Dienst darf Gesundheitsdaten eines eigenen Arbeitnehmers zur Begutachtung seiner Arbeitsfähigkeit verarbeiten, wenn die besonderen Garantien für Gesundheitsdaten eingehalten werden.

DatenschutzrechtArt. 9 Abs. 2 Buchst. h DSGVOArt. 9 Abs. 3 DSGVOArt. 6 Abs. 1 DSGVOArt. 82 Abs. 1 DSGVOArt. 82 DSGVOVorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Dritte Kammer) · Urteil vom 14.12.2023 · Az. C-456/22

EuGH: Keine Bagatellgrenze für immateriellen Schaden nach Art. 82 DSGVO

1. Der Anspruch auf Ersatz immateriellen Schadens wegen eines Datenschutzverstoßes darf nicht von einer Erheblichkeitsschwelle abhängig gemacht werden.

DatenschutzrechtArt. 82 Abs. 1 DSGVOVorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Dritte Kammer) · Urteil vom 14.12.2023 · Az. C-340/21

EuGH: Befürchtung eines Datenmissbrauchs nach Cyberangriff kann immaterieller Schaden sein

1. Ein unbefugter Zugriff Dritter auf Daten belegt für sich genommen nicht, dass die technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen ungeeignet waren; deren Eignung haben die Gerichte konkret zu prüfen, wobei der Verantwortliche die Beweislast trägt.

DatenschutzrechtArt. 24 DSGVOArt. 32 DSGVOArt. 5 Abs. 2 DSGVOArt. 82 Abs. 3 DSGVOArt. 82 Abs. 1 DSGVOVorlage an EuGH / BVerfG

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