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Urteilsdatenbank

Alle Urteile und Beschlüsse – Seite 5

Sämtliche 825 Entscheidungen der Urteilsdatenbank, neueste zuerst. Mit Suche und Filtern eingrenzen. Zur Auswertung

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Thema

Gericht / Instanz

Jahr

Norm

Ergebnis

Besonderheit

201–250 von 825 Einträgen

MarkenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

EuG (Sechste Kammer) · Urteil vom 29.10.2025 · Az. T-351/24

EuG: Unionswortmarke DEVIN als beschreibende geografische Angabe – Klage abgewiesen

Ist eine Marke entgegen den absoluten Eintragungshindernissen eingetragen worden, kann sie nur für die Waren und Dienstleistungen aufrechterhalten werden, für die sie infolge Benutzung Unterscheidungskraft erlangt hat.

MarkenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

PresserechtStattgegeben

OLG Köln · Urteil vom 23.10.2025 · Az. 15 U 208/25

OLG Köln: Identifizierende Verdachtsberichterstattung ohne Anhörung des Betroffenen rechtswidrig

Eine Zeitung hatte in drei Berichten identifizierend über einen Musiker berichtet und ihm unter anderem unter Berufung auf einen veröffentlichten Untersuchungsbericht ein sexuelles Fehlverhalten gegenüber Jugendlichen vorgeworfen. Der Musiker bestritt den Vorwurf; ein früheres Ermittlungsverfahren war nach § 170 Abs. 2 StPO eingestellt worden. Vor den Berichten im Jahr 2025 war er nicht angehört worden. Das Landgericht Siegen hatte eine einstweilige Verfügung nur teilweise erlassen.

Presserecht§ 823 Abs. 1 BGB§ 1004 Abs. 1 BGBArt. 5 Abs. 1 GG§ 193 StGBStattgegeben

E-CommerceStattgegeben

LG Bochum · Urteil vom 15.10.2025 · Az. 13 O 72/25

LG Bochum: Gutschein statt Rückzahlung nach Widerruf im Onlinehandel irreführend

Der Kläger ist ein in die Liste qualifizierter Einrichtungen nach § 4 UKlaG eingetragener Verein. Die Beklagte vertreibt im Onlinehandel über ihre Plattform vor allem Kleidung. Eine Kundin bestellte im April 2025 ein Kleid und widerrief den Kauf innerhalb der Frist; sie verlangte ausdrücklich die Rückzahlung auf demselben Zahlungsweg und lehnte einen Gutschein ab. Die Beklagte antwortete per E-Mail, bei jedem Kleid erfolge die Rückerstattung in Form eines Gutscheins, der ein Jahr gültig sei. Nach einer Abmahnung zahlte die Beklagte die Abmahnkosten, gab aber keine Unterlassungserklärung ab. Sie meinte, eine vorgerichtliche Weigerung liege nicht vor, weil der Abmahnung keine gesondert vorformulierte Unterlassungserklärung beigefügt gewesen sei.

E-Commerce§ 5 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 7 UWG§§ 3, 8 Abs. 1, Abs. 3 Nr. 3 UWG§ 357 Abs. 3 BGB§§ 312g, 355 BGB§ 2 Abs. 1 Nr. 2 UWGStattgegeben

PersönlichkeitsrechtTeilweise stattgegeben

OLG Köln · Urteil vom 09.10.2025 · Az. 15 U 10/25

OLG Köln: Keine Geldentschädigung trotz Persönlichkeitsverletzung in Livestream-Videos

1. Die unwahre Behauptung in einem Video, die abgebildete Freundin sei beim Upload minderjährig gewesen, verletzt das Persönlichkeitsrecht.

Persönlichkeitsrecht§ 823 Abs. 1 BGB§ 1004 Abs. 1 S. 2 BGB analogArt. 2 Abs. 1 GGArt. 1 Abs. 1 GGTeilweise stattgegeben

PersönlichkeitsrechtAufgehoben (ohne Zurückverweisung)

OLG Köln · Urteil vom 09.10.2025 · Az. 15 U 26/25

OLG Köln: Kein Unterlassungsanspruch gegen wahren Suchmaschinen-Vorschautext aus Meta-Tag

1. Ein Seitenbetreiber haftet grundsätzlich für den Vorschautext in Suchergebnissen, wenn dieser aus seinem eigenen Meta-Tag stammt.

Persönlichkeitsrecht§ 823 Abs. 1 BGB§ 1004 Abs. 1 S. 2 BGB analogArt. 2 Abs. 1 GGArt. 1 Abs. 1 GG§ 935 ZPOAufgehoben (ohne Zurückverweisung)

PresserechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Beschluss vom 06.10.2025 · Az. 15 W 103/25

OLG Köln: Gegendarstellung gegen Online-Kanal nur bei unverzüglicher Zuleitung

1. Bei einem täglich erscheinenden Medium ist ein Gegendarstellungsverlangen nicht mehr unverzüglich, wenn es erst nach längerem Zuwarten zugeleitet wird.

Presserecht§ 20 Abs. 2 Nr. 4 MStV§ 935 ZPOAbgewiesen / zurückgewiesen

DatenschutzrechtStattgegeben

EuG (Dritte Kammer) · Urteil vom 01.10.2025 · Az. T-384/20

EuG: Kommission muss 50.000 Euro wegen OLAF-Pressemitteilung mit identifizierbaren personenbezogenen Daten zahlen

Veröffentlicht das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung eine Pressemitteilung, anhand derer eine untersuchte Person identifiziert werden kann, liegt darin eine unrechtmäßige Verarbeitung personenbezogener Daten, die einen hinreichend qualifizierten Verstoß darstellt und einen Anspruch auf Ersatz des immateriellen Schadens begründen kann.

DatenschutzrechtStattgegeben

WettbewerbsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Düsseldorf · Beschluss vom 25.09.2025 · Az. 20 W 66/25

OLG Düsseldorf: Bezeichnung „INKASSO-Abteilung“ ist nicht wettbewerbswidrig

1. Die Bezeichnung „Inkasso-Abteilung“ ist nicht unlauter, weil der Begriff nicht auf die Einziehung fremder Forderungen beschränkt ist.

Wettbewerbsrecht§ 3 UWG§ 5 UWG§ 2 Abs. 2 RDG§ 11 Abs. 4 RDGAbgewiesen / zurückgewiesen

MarkenrechtTeilweise stattgegeben

OLG Düsseldorf · Urteil vom 25.09.2025 · Az. 20 U 35/25

OLG Düsseldorf: Geschwungene Schuhstreifen verletzen bekannte Unionsbildmarke eines Sportartikelherstellers

Ein weltweit führender Sportartikelhersteller, Inhaber einer Unionsbildmarke für einen geschwungenen Formstreifen auf der Schuhseite, ging im Eilverfahren gegen einen spanischen Schuhhersteller vor, der drei Sneaker-Modelle mit seitlichen Streifen online auch nach Deutschland vertrieb. Das LG Düsseldorf erließ zunächst per Beschluss ein auf Deutschland beschränktes Verbot und wies den weitergehenden Antrag für die gesamte EU zurück. Auf den Widerspruch hob es die Verfügung auf, weil die Schuhstreifen nicht markenmäßig benutzt würden.

MarkenrechtArt. 9 Abs. 2 lit. b UMVArt. 125 Abs. 4 lit. b UMVArt. 129 Abs. 3 UMV§ 140 Abs. 3 MarkenG§ 935 ZPOTeilweise stattgegeben

UrheberrechtTeilweise stattgegeben

AG Düsseldorf · Urteil vom 22.09.2025 · Az. 14 C 9/25

AG Düsseldorf: Radio über Kopfhörer an 14 Sonnenbänken ist vergütungspflichtige öffentliche Wiedergabe (GEMA)

1. Die Musikwiedergabe über Kopfhörer an Sonnenbänken ist eine vergütungspflichtige öffentliche Wiedergabe, weil sie bestimmungsgemäß eine nicht ganz geringe Zahl von Personen über längere Zeit erreicht.

Urheberrecht§ 15 Abs. 2 UrhG§ 15 Abs. 3 UrhG§ 97 Abs. 2 UrhG§§ 280 Abs. 1, 286 Abs. 1 BGB§ 288 Abs. 2 BGB§ 287 ZPOTeilweise stattgegeben

PersönlichkeitsrechtStattgegeben

OLG Köln · Beschluss vom 22.09.2025 · Az. 15 W 91/25

OLG Köln: Identifizierende Verdachtsberichterstattung über Staatsanwältin ohne Mindestbestand an Beweistatsachen unzulässig

1. Erkennbarkeit ist schon gegeben, wenn die Betroffene in ihrem beruflichen Umfeld identifiziert werden kann; nicht erforderlich ist, dass Leser die Umstände bereits kannten.

Persönlichkeitsrecht§ 823 Abs. 1 BGB§ 1004 Abs. 1 S. 2 BGB analogArt. 2 Abs. 1 GGArt. 1 Abs. 1 GG§ 935 ZPOStattgegeben

TelekommunikationsrechtStattgegeben

AG Düsseldorf · Urteil vom 18.09.2025 · Az. 235 C 176/25

AG Düsseldorf: DSL-Vertrag per täuschender „Dialogpost“ angefochten – Unterlassung auch gegen Geschäftsführer

1. Ein Angebotsschreiben, das bewusst wie Geschäftspost des bisherigen Anbieters aufgemacht ist, begründet eine arglistige Täuschung nach § 123 Abs. 1 BGB; der so geschlossene Vertrag ist nach Anfechtung von Anfang an nichtig.

Telekommunikationsrecht§ 123 Abs. 1 BGB§ 142 Abs. 1 BGB§ 823 Abs. 1 BGB§ 1004 BGB analog§ 7 UWGArt. 6 Abs. 1 lit. f DSGVOArt. 13 DSGVO§ 256 Abs. 1 ZPOStattgegeben

E-CommerceTeilweise stattgegeben

OLG Düsseldorf · Urteil vom 18.09.2025 · Az. 20 UKI 1/25

OLG Düsseldorf: Kündigung per Bestätigungsschaltfläche „Vertrag finden“ unzulässig, Hinweis auf Pausieren erlaubt

Ein Verbraucherverband beanstandete die Online-Kündigung einer Betreiberin von Fitnessstudios. Nach Klick auf „Vertrag kündigen“ gelangten Verbraucher auf eine Bestätigungsseite, deren Bestätigungsschaltfläche mit „Vertrag finden“ beschriftet war. Oben auf der Seite warb die Betreiberin zudem mit einem orangefarbenen Button dafür, den Vertrag im Selfservice zu pausieren. Der Verband sah darin Verstöße gegen § 312k Abs. 2 BGB und ein Dark Pattern.

E-Commerce§ 312k Abs. 2 BGB§ 2 Abs. 2 Nr. 1 UKlaGArt. 25 DSA§ 307 ZPOTeilweise stattgegeben

TelekommunikationsrechtVorlage an EuGH / BVerfG

OLG Düsseldorf · Beschluss vom 11.09.2025 · Az. 20 U 30/25

OLG Düsseldorf legt EuGH Frage zu Pflichtangaben auf Telekommunikationsrechnungen vor

1. Es ist durch den Gerichtshof der Europäischen Union zu klären, ob nationale Pflichten zu bestimmten Rechnungsangaben für Telekommunikationsdienste mit der Vollharmonisierung des europäischen Kodex vereinbar sind.

Telekommunikationsrecht§ 4 S. 1 TKTransparenzVArt. 101 Abs. 1 RL (EU) 2018/1972Art. 102 RL (EU) 2018/1972§ 2 UKlaGVorlage an EuGH / BVerfG

E-CommerceVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Vierte Kammer) · Urteil vom 11.09.2025 · Az. C-115/24

EuGH: DrSmile – Telemedizin richtet sich nach dem Recht des Niederlassungsstaats

Urban Technology bewirbt auf ihrer Internetseite unsichtbare Aligner der Marke DrSmile. Kunden können einen Termin bei einem in Österreich ansässigen Partnerzahnarzt anfragen, der Anamnese und 3D-Scan durchführt und das Bildmaterial an die DZK Deutsche Zahnklinik übermittelt, die allein den Behandlungsvertrag schließt. Die österreichische Zahnärztekammer erhob beim Landesgericht Klagenfurt Unterlassungsklage gegen eine Partnerzahnärztin. Der Oberste Gerichtshof (Österreich) legte dem EuGH vor.

E-CommerceArt. 3 Buchst. d, e RL 2011/24/EUArt. 3 Abs. 1 RL 2000/31/EGArt. 5 RL 2005/36/EGVorlage an EuGH / BVerfG

WerberechtStattgegeben

LG Bochum · Urteil vom 10.09.2025 · Az. 13 O 12/25

LG Bochum: Streichpreis verstößt nach mehr als 30 Tagen gegen die PAngV

Der Kläger ist ein in die Liste nach § 8b UWG eingetragener qualifizierter Wirtschaftsverband. Die Beklagte vertreibt Angel- und Jagdartikel, auch über einen Onlineshop. Am 7. Oktober 2024 und unverändert am 11. November 2024 bewarb sie mehrere Produkte mit einem hervorgehobenen Preis, einem kleiner gedruckten Streichpreis und einer prozentualen Ermäßigung. Bei einem Produkt stand neben dem Streichpreis von 169,99 € und dem Preis von 99,99 € zusätzlich der Hinweis „neu“. Nach der Abmahnung lehnte die Beklagte eine Unterlassungserklärung ab. Sie meinte, § 11 PAngV solle nur kurzfristige Preiserhöhungen vor einer Ermäßigung verhindern; das Produkt sei wegen längerer Innovationszyklen in der Jagdausstattung auch nach mehreren Monaten noch neu.

Werberecht§ 11 Abs. 1 PAngV§ 5a Abs. 1, Abs. 2 UWG§ 5b Abs. 4 UWG§ 5 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 2 UWG§§ 3, 8 Abs. 1, Abs. 3 Nr. 2 UWG§ 13 Abs. 3 UWGStattgegeben

IT-RechtStattgegeben

EuG (Erste erweiterte Kammer) · Urteil vom 10.09.2025 · Az. T-55/24

EuG: Beschluss über DSA-Aufsichtsgebühr für Facebook und Instagram nichtig – Wirkungen vorläufig aufrechterhalten

Die Methodik zur Berechnung der durchschnittlichen monatlichen Zahl aktiver Nutzer ist wesentlicher Bestandteil der Festlegung der Aufsichtsgebühr nach dem DSA; die Kommission muss sie deshalb in einem delegierten Rechtsakt regeln und darf sie nicht erst in einem Durchführungsbeschluss festlegen.

IT-RechtArt. 43 Abs. 3 VO 2022/2065Stattgegeben

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Vierte Kammer) · Urteil vom 04.09.2025 · Az. C-655/23

EuGH: DSGVO-Schadensersatz nach Art. 82 – Sorge und Ärger als immaterieller Schaden, kein präventiver Unterlassungsanspruch aus der DSGVO

1. Die Datenschutz-Grundverordnung gewährt keinen vorbeugenden Unterlassungsanspruch gegen künftige unrechtmäßige Verarbeitungen, wenn die betroffene Person keine Löschung beantragt; die Mitgliedstaaten können einen solchen Rechtsbehelf aber vorsehen.

DatenschutzrechtArt. 82 Abs. 1 DSGVOArt. 17 DSGVOArt. 79 DSGVOVorlage an EuGH / BVerfG

DesignrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

EuG (Dritte Kammer) · Urteil vom 03.09.2025 · Az. T-91/24

EuG: Design einer Verpackungsdekoration nichtig wegen älterer Wort- und Bildmarken

Die Verordnung Nr. 6/2002 regelt nicht, wie ein Markeninhaber die Verwendung seines Zeichens in einem jüngeren Geschmacksmuster abwehrt; insoweit ist das Markenrecht anzuwenden, das ihm ein solches Verbietungsrecht verleiht.

DesignrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

DesignrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

EuG (Dritte Kammer) · Urteil vom 03.09.2025 · Az. T-92/24

EuG: Unionsgeschmacksmuster für Verpackung wegen Verwendung einer älteren Bildmarke nichtig

Der Nichtigkeitsgrund wegen Verwendung eines älteren Zeichens setzt keine identische Wiedergabe des Zeichens im Geschmacksmuster voraus; es genügt eine ähnliche Verwendung, wenn der Markeninhaber sie nach dem Umfang seines Markenschutzes untersagen kann.

DesignrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

IT-RechtAbgewiesen / zurückgewiesen

EuG (Siebte erweiterte Kammer) · Urteil vom 03.09.2025 · Az. T-348/23

EuG: Zalando ist sehr große Online-Plattform nach dem DSA – Klage abgewiesen

Auch ein Onlinehändler, der auf seiner Plattform zugleich Produktangebote von Drittverkäufern speichert, kann als Anbieter eines Vermittlungsdienstes zur sehr großen Online-Plattform zu benennen sein; die Sorgfaltspflichten des DSA gelten unabhängig von der Haftung für diese Inhalte.

IT-RechtAbgewiesen / zurückgewiesen

DesignrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

EuG (Dritte Kammer) · Urteil vom 03.09.2025 · Az. T-83/24

EuG: Weiteres Verpackungsdesign von Eti Gıda wegen älterer Marken für nichtig erklärt

Ein Gemeinschaftsgeschmacksmuster ist nach Art. 25 Abs. 1 Buchst. e der Verordnung Nr. 6/2002 für nichtig zu erklären, wenn darin ein unterscheidungskräftiges Zeichen verwendet wird, dessen Benutzung der Inhaber einer älteren Marke untersagen darf.

DesignrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

DatenschutzrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

EuG (Zehnte erweiterte Kammer) · Urteil vom 03.09.2025 · Az. T-553/23

EuG: Klage gegen den Angemessenheitsbeschluss zum EU-US Data Privacy Framework abgewiesen

Eine vorherige unabhängige Genehmigung ist nicht die einzige zulässige Garantie bei massenhafter Erhebung personenbezogener Daten durch Nachrichtendienste; eine nachträgliche gerichtliche Kontrolle kann in einem Gesamtsystem von Garantien ein angemessenes Schutzniveau sichern.

DatenschutzrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

PersönlichkeitsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Beschluss vom 15.08.2025 · Az. 15 W 71/25

OLG Köln: Pauschale Beanstandung einer Bewertung unter vollem Namen begründet keine Prüfpflicht des Portals

Ein Händler für Freizeitfahrzeuge wollte per einstweiliger Verfügung erreichen, dass ein Bewertungsportal eine negative Bewertung entfernt. Der Verfasser hatte unter einem vollständigen Namen geschildert, ein gebrauchtes Fahrzeug gekauft und danach Mängel festgestellt zu haben. Das Unternehmen hatte gegenüber dem Portal nur erklärt, es könne die Bewertung keinem Kunden zuordnen. Das Landgericht Dortmund hatte den Antrag zurückgewiesen.

Persönlichkeitsrecht§ 823 Abs. 1 BGB§ 1004 Abs. 1 Satz 2 BGBArt. 6 Abs. 1 DSAArt. 4 Nr. 1 DSGVOAbgewiesen / zurückgewiesen

MarkenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Düsseldorf · Urteil vom 07.08.2025 · Az. 20 U 9/25

OLG Düsseldorf: Logistikdienstleister haftet als Störer für markenverletzende Trikots mit seiner Absenderadresse

Ein weltweit führender Sportartikelhersteller stellte bei Testkäufen in Onlineshops fest, dass markenverletzende Fußballtrikots mit seinen Unionsbildmarken unter der Anschrift eines deutschen Logistikdienstleisters als Absenderadresse verschickt wurden. Das Unternehmen stellt nicht im Binnenmarkt ansässigen Logistikern, vor allem einer verbundenen Gesellschaft in China, seine Adresse für den Postversand und als Rücksendelager für unzustellbare Pakete zur Verfügung. Das LG Düsseldorf erließ eine einstweilige Verfügung und bestätigte sie durch Urteil.

MarkenrechtArt. 9 Abs. 2 lit. a UMVArt. 129 Abs. 2 UMV§ 19 Abs. 2 Nr. 3 MarkenG§ 18 Abs. 1 MarkenGArt. 11 Satz 3 RL 2004/48/EGAbgewiesen / zurückgewiesen

MarkenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Düsseldorf · Urteil vom 07.08.2025 · Az. 20 U 73/24

OLG Düsseldorf: Marke als internes Keyword auf Handelsplattform verletzt bei klar erkennbaren Fremdprodukten nicht

Eine Herstellerin von Haushaltsgeräten, unter anderem Staubsaugern, die Staubsaugerbeutel auch unter einer Unionswortmarke vertreibt, verklagte eine Händlerin, die auf einer großen Handelsplattform kompatible Staubsaugerbeutel und -filter verkauft. Wer dort die Marke als Suchbegriff eingab, erhielt ausschließlich Angebote der Händlerin ohne Originalware und ohne Hinweis darauf, obwohl die Marke in den Angeboten selbst nicht vorkam. Die Herstellerin ging davon aus, die Händlerin habe die Marke als internes Keyword hinterlegt, und verlangte Unterlassung, Auskunft, Feststellung der Schadensersatzpflicht und Anwaltskosten. Das LG Düsseldorf wies die Klage ab.

MarkenrechtArt. 9 Abs. 2 UMVArt. 130 Abs. 1 UMV§ 14 Abs. 7 MarkenGAbgewiesen / zurückgewiesen

UrheberrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Düsseldorf · Urteil vom 07.08.2025 · Az. 20 U 129/24

OLG Düsseldorf: Gegenanspruch nach unwirksamer, aber berechtigter urheberrechtlicher Abmahnung begrenzt

1. Eine nur aus formalen Gründen unwirksame, in der Sache aber berechtigte urheberrechtliche Abmahnung begründet keinen vollen Gegenanspruch auf Erstattung der Verteidigungskosten.

Urheberrecht§ 97a Abs. 2 S. 2 UrhG§ 97a Abs. 4 S. 1 UrhG§ 97 UrhG§ 13 Abs. 5 UWGAbgewiesen / zurückgewiesen

PersönlichkeitsrechtTeilweise stattgegeben

OLG Köln · Beschluss vom 05.08.2025 · Az. 15 W 63/25

OLG Köln: Wiedergabe eines Telefonats im Livestream verletzt das Recht am gesprochenen Wort

Eine Frau hatte eine Streamerin angerufen, ohne zu wissen, dass diese gerade live sendete. Die Antragsgegnerin gab Aussagen der Anruferin aus einer Aufzeichnung dieses Telefonats in einem Livestream auf ihrem eigenen Account einer Online-Plattform wieder. Die Anruferin beantragte eine einstweilige Verfügung auf Unterlassung und Löschung. Das Landgericht Essen hatte den Antrag zurückgewiesen.

Persönlichkeitsrecht§ 823 Abs. 1 BGB§ 1004 Abs. 1 Satz 2 BGBArt. 2 Abs. 1 GG§ 201 StGBTeilweise stattgegeben

MarkenrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Dritte Kammer) · Urteil vom 01.08.2025 · Az. C-76/24

EuGH: Tradeinn/PH – Besitz von Waren in einem anderen Mitgliedstaat für Online-Verkauf als Markenverletzung

PH ist Inhaber deutscher Wort-Bild-Marken für Tauchausrüstung. Die in Spanien ansässige Tradeinn Retail Services bewarb über www.scubastore.com und www.amazon.de Tauchzubehör mit identischen Zeichen. PH klagte vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth; der Bundesgerichtshof (Deutschland) legte dem EuGH vor.

MarkenrechtArt. 10 Abs. 2 und 3 Buchst. b RL (EU) 2015/2436Vorlage an EuGH / BVerfG

MarkenrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Achte Kammer) · Urteil vom 01.08.2025 · Az. C-452/24

EuGH: Lunapark/Hardeco – keine nationale Verwirkung des Unterlassungsanspruchs außerhalb der Richtlinie

Lunapark Scandinavia ist Inhaberin der finnischen Marke DRACULA für Süßwaren. Schon vor der Eintragung vertrieb Karkkimies Süßwaren mit dem Zeichen Dracula; im Ausgangsverfahren stritt Lunapark mit Hardeco Finland über die Benutzung des Zeichens. Der Korkein oikeus (Oberstes Gericht, Finnland) legte dem EuGH vor.

MarkenrechtArt. 10, Art. 18 Abs. 1, Art. 9 RL (EU) 2015/2436Vorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtTeilweise stattgegeben

AG Wesel · Urteil vom 23.07.2025 · Az. 30 C 138/21

AG Wesel: Steuererklärung an alte Adresse versandt – je 500 Euro DSGVO-Schadensersatz nach EuGH-Vorlage

1. Wer eine veraltete Anschrift nicht vollständig löscht, verstößt gegen den Grundsatz der Richtigkeit nach Art. 5 Abs. 1 lit. d DSGVO; dass eine Software die alte Adresse automatisch einsetzt, entlastet nicht.

DatenschutzrechtArt. 82 Abs. 1 DSGVOArt. 5 Abs. 1 lit. d DSGVOArt. 4 Nr. 7 DSGVO§ 721 BGB§ 287 ZPOTeilweise stattgegeben

WettbewerbsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Düsseldorf · Beschluss vom 22.07.2025 · Az. 20 W 47/25

OLG Düsseldorf: 25.000 € Ordnungsgeld für nicht gelöschte Fake-Bewertungen

Einer Unternehmerin war per einstweiliger Verfügung untersagt worden, mit Kundenrezensionen zu werben, die nicht von Verbrauchern stammen, die ihre Produkte erworben haben (Nr. 23c des Anhangs zu § 3 Abs. 3 UWG); ihre Berufung dagegen blieb erfolglos (I-20 U 135/23). Danach waren drei der beanstandeten Fake-Bewertungen auf ihrem Profil bei einer Online-Plattform weiter sichtbar. Auf einer zweiten Website erschienen weitere Fake-Bewertungen, die sie mit eigenen Dankeskommentaren versehen hatte. Das LG Düsseldorf setzte ein Ordnungsgeld von insgesamt 25.000 € fest.

Wettbewerbsrecht§ 890 Abs. 1 ZPO§ 3 Abs. 3 UWG i.V.m. Nr. 23c Anhang UWG§ 891 Satz 2 ZPOAbgewiesen / zurückgewiesen

WerberechtStattgegeben

LG Köln · Urteil vom 16.07.2025 · Az. 84 O 92/24

LG Köln: Streichpreis gegenüber UVP wirkt bei Lebensmitteln wie Preissenkung

Ein qualifizierter Verbraucherverband beanstandete die Prospektwerbung eines bundesweit tätigen Lebensmitteldiscounters. Bei einem Joghurt standen ein gestrichener Preis von 0,79 €, der Blickfang „-58%“ und darunter klein die Angabe „UVP“; der gestrichene Preis war also die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers, nicht der niedrigste Preis der letzten 30 Tage. Bei einem weiteren Markenprodukt galt der hervorgehobene Preis von 1,11 € nur für Nutzer der App des Discounters, während der gestrichene Preis von 1,75 € der normale Verkaufspreis war; angegeben war nur der Grundpreis zum App-Preis. Den zweiten Antrag erkannte die Beklagte an. Zum Joghurt meinte sie, es liege gar keine Preisreduktion vor, sondern eine für jeden erkennbare Gegenüberstellung mit der UVP.

Werberecht§ 5 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 UWG§§ 3, 8 Abs. 1, Abs. 3 Nr. 3 UWG§ 11 Abs. 1 PAngV§ 4 PAngV§ 307 ZPOStattgegeben

DatenschutzrechtStattgegeben

EuG (Zehnte erweiterte Kammer) · Urteil vom 16.07.2025 · Az. T-183/23

EuG: Beschwerdeführerin hat Anspruch auf Zugang zur vorbereitenden Akte des EDSA im Meta-Verfahren

Das Recht auf Zugang zu den eigenen Akten nach Art. 41 Abs. 2 Buchst. b der Charta setzt nicht voraus, dass sich die betroffene Person in einer kontradiktorischen Situation befindet; es steht auch einer Beschwerdeführerin im Verfahren des Europäischen Datenschutzausschusses zu.

DatenschutzrechtStattgegeben

MarkenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

EuG (Siebte Kammer) · Urteil vom 16.07.2025 · Az. T-105/23

EuG: Unionswortmarke ICELAND ist beschreibend und bleibt für nichtig erklärt

Eine geografische Bezeichnung ist als beschreibend von der Eintragung ausgeschlossen, wenn sie von den beteiligten Verkehrskreisen mit der betreffenden Warengattung in Verbindung gebracht wird oder vernünftigerweise in Verbindung gebracht werden kann; der Name eines Staates ist dafür regelmäßig geeignet.

MarkenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

WettbewerbsrechtStattgegeben

AG Langenfeld · Urteil vom 14.07.2025 · Az. 11 C 58/25

AG Langenfeld: Einmalige Werbe-E-Mail an Firmenadresse – Abmahnkosten nach Gegenstandswert 3.500 Euro

1. Die Zusendung unverlangter Werbung an die Firmen-E-Mailadresse stellt regelmäßig einen rechtswidrigen Eingriff in den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb gem. § 823 Abs. 1 BGB dar. Dabei finden die Maßstäbe des § 7 UWG zur Vermeidung von Wertungswidersprüchen Anwendung.2. Der Gegenstandswert im Rahmen einer einmalig unverlangten Zusendung einer Werbe-E-Mail an die Firmenadresse richtet sich nach dem Interesse des Klägers, der sich gegen die Zusendung von E-Mail-Werbung richtet. Die Streitwertangabe des Klägers stellt dabei ein gewichtiges Indiz für die Schätzung des Klägerinteresses dar.

Wettbewerbsrecht§ 823 Abs. 1 BGB§ 7 Abs. 2 UWG§ 7 Abs. 3 UWG§ 288 Abs. 1 BGB§ 291 BGBStattgegeben

MarkenrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Achte Kammer) · Urteil vom 10.07.2025 · Az. C-365/24

EuGH: Doggy/Purefun – Schutz einer Unternehmensbezeichnung gegen Handels- und Domainnamen

Doggy AB, Herstellerin von Hundefutter und Inhaberin der Unternehmensbezeichnung „Doggy AB“ und der schwedischen Marke DOGGY, verklagte Purefun Group, die Hundefutter über die Domain „doggie.se“ unter dem Zeichen DOGGIE verkaufte. Der Svea hovrätt, Patent- och marknadsöverdomstolen (Patent- und Marktobergericht, Schweden) legte dem EuGH vor.

MarkenrechtRL (EU) 2015/2436Art. 34, 36 AEUVVorlage an EuGH / BVerfG

MarkenrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Achte Kammer) · Urteil vom 10.07.2025 · Az. C-322/24

EuGH: 5J/Monells – Nichtigkeitsantrag wegen Bösgläubigkeit nach dem angekündigten Ausschlussdatum zulässig

Sánchez Romero Carvajal Jabugo, Inhaberin der Unionsmarken 5J Cinco Jotas und 5J, mahnte Embutidos Monells als Inhaberin der spanischen Marken 5Ms und 5Ps ab und nannte ein Datum für eine Nichtigkeitsklage, das dem Ablauf der fünfjährigen Duldungsfrist entsprach. Der Juzgado de lo Mercantil n o 1 de Alicante (Handelsgericht Nr. 1 Alicante, Spanien) legte dem EuGH vor.

MarkenrechtArt. 9 Abs. 1 RL 2008/95/EGVorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtTeilweise stattgegeben

OLG Düsseldorf · Urteil vom 10.07.2025 · Az. 16 U 83/24

OLG Düsseldorf: 200 € Schadensersatz nach Hackerangriff auf nicht gelöschte Daten eines Musikstreamingdienstes

Ein Musikstreamingdienst hatte Kundendaten an einen Auftragsverarbeiter gegeben. Nach Vertragsende 2020 wurden die Daten entgegen der Vereinbarung nicht gelöscht, sondern von Mitarbeitern eines Unterauftragsverarbeiters in eine andere Umgebung verschoben. Bei einem Hackerangriff im Jahr 2022 wurden sie erbeutet und danach im Darknet angeboten. Ein betroffener Kunde klagte auf Schadensersatz, Feststellung, Unterlassung und Anwaltskosten; das Landgericht Duisburg hatte die Klage abgewiesen.

DatenschutzrechtArt. 82 Abs. 1 DSGVOArt. 5 Abs. 1 lit. c DSGVOArt. 24 Abs. 1 DSGVOArt. 28 DSGVOTeilweise stattgegeben

MarkenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

EuG (Sechste Kammer) · Urteil vom 09.07.2025 · Az. T-1171/23

EuG: Dreidimensionale Würfelmarke mit Gitterstruktur bleibt wegen technisch bedingter Form nichtig

Von der Eintragung ausgeschlossen ist jede Form, die in ihren wesentlichen Merkmalen ausschließlich aus der Form der Ware besteht, die zur Erreichung der angestrebten technischen Wirkung erforderlich ist; das gilt auch dann, wenn dieselbe Wirkung mit anderen Formen erzielt werden könnte.

MarkenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

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