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Urteilsdatenbank

Alle Urteile und Beschlüsse – Seite 6

Sämtliche 825 Entscheidungen der Urteilsdatenbank, neueste zuerst. Mit Suche und Filtern eingrenzen. Zur Auswertung

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Thema

Gericht / Instanz

Jahr

Norm

Ergebnis

Besonderheit

251–300 von 825 Einträgen

MarkenrechtTeilweise stattgegeben

EuG (Achte erweiterte Kammer) · Urteil vom 09.07.2025 · Az. T-144/24

EuG: Benutzungsnachweis für Unionsmarke BIENENBEISSER bei Entlüftungsöffnungen – EUIPO-Entscheidung teilweise aufgehoben

Die Beschwerdekammer muss begründen, weshalb sie Vorbringen und Beweise zur Benutzung für eine bestimmte Warenuntergruppe als unerheblich ansieht; fehlt eine Auseinandersetzung mit dem Schutzumfang der Marke, ist die Entscheidung insoweit wegen Begründungsmangels aufzuheben.

MarkenrechtTeilweise stattgegeben

MarkenrechtTeilweise stattgegeben

EuG (Achte erweiterte Kammer) · Urteil vom 02.07.2025 · Az. T-1104/23

EuG: TESTAROSSA für Modellautos (Spielzeug) nicht verfallen – im Übrigen Klage abgewiesen

Die Zustimmung des Markeninhabers zur Benutzung durch Dritte kann sich stillschweigend aus den Umständen ergeben, insbesondere wenn er die Benutzung kennt und sich ihr nicht widersetzt; das gilt auch für Modellfahrzeuge, die unter der Marke eines Fahrzeugherstellers vertrieben werden.

MarkenrechtTeilweise stattgegeben

DatenschutzrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

AG Lüdenscheid · Urteil vom 25.06.2025 · Az. 93 C 11/25

AG Lüdenscheid: Übermittlung von Positivdaten an die SCHUFA durch Telekommunikationsanbieter zulässig – kein Schadensersatz

1. Zu den Voraussetzungen eines Anspruchs auf immateriellen Schadensersatz bei Weitergabe von Positivdaten an eine Auskunftei.2. Zu den Gründen der Ablehnung des Urteils des Landgerichts Lübeck vom 23.01.2025 - 15 O 262/23.

DatenschutzrechtArt. 82 Abs. 1 DSGVOArt. 6 Abs. 1 lit. f DSGVOArt. 5 Abs. 1 DSGVOArt. 21 DSGVO§ 1004 BGB§ 256 ZPOAbgewiesen / zurückgewiesen

MarkenrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Dritte Kammer) · Urteil vom 19.06.2025 · Az. C-17/24

EuGH: CeramTec/Coorstek – Bösgläubigkeit bei Markenanmeldung nach Auslauf eines Patents

CeramTec hatte Marken für die rosa Farbe von Keramikkugeln für medizinische Prothesen angemeldet, die durch Chromoxid hervorgerufen wird, nachdem ein Patent zu dieser technischen Lösung ausgelaufen war. Auf Antrag von Coorstek Bioceramics erklärte die Cour d’appel de Paris die Marken wegen Bösgläubigkeit für nichtig. Die Cour de cassation (Kassationsgerichtshof, Frankreich) legte dem EuGH vor.

MarkenrechtArt. 52 Abs. 1 Buchst. a und b, Art. 7 Abs. 1 Buchst. e Ziff. ii VO (EG) Nr. 207/2009Vorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Urteil vom 13.06.2025 · Az. 20 U 176/24

OLG Köln: Kein Auskunftsanspruch nach Art. 15 DSGVO über Prämienanpassungen der privaten Krankenversicherung

Ein privat Krankenversicherter verlangte von seinem Versicherer Auskunft darüber, in welchen Tarifen zwischen 2009 und 2022 für ihn und eine mitversicherte Person wann und in welcher Höhe einseitige Prämienanpassungen vorgenommen worden waren. Er stützte sich auf Art. 15 DSGVO, § 3 Abs. 3 VVG und Treu und Glauben. Das Landgericht Köln hatte den Versicherer antragsgemäß verurteilt.

DatenschutzrechtArt. 15 Abs. 1 DSGVOArt. 4 Nr. 1 DSGVO§ 3 Abs. 3 VVG§ 242 BGBAbgewiesen / zurückgewiesen

DatenschutzrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Hamm · Urteil vom 06.06.2025 · Az. 11 U 90/23

OLG Hamm: Kein immaterieller Schaden nach Art. 82 DSGVO bei rein hypothetischem Risiko durch Faxversand

Ein gem. Art. 82 DSGVO zu ersetzender immaterieller Schaden ist nicht feststellbar, wenn sich das durch den Datenschutzverstoß (hier in Form der unverschlüsselten Telefaxversendung) geschaffene Risiko, dass die Daten durch eine Überwachung der Datenübermittlung an unbefugte Dritte gelangt sind und von ihnen missbräuchlich verwendet werden, als rein hypothetische Möglichkeit erweist, welche sich nicht realisiert hat und für deren Realisierungsgefahr kein auch nur geringfügiger konkreter Anhaltspunkt erkennbar ist. Auch die mit einem solchen Datenschutzverstoß begründete Besorgnis vor einem Datenmissbrauch reicht zur Begründung eines immateriellen Schadens nicht aus.

DatenschutzrechtArt. 82 Abs. 1 DSGVOArt. 32 DSGVOArt. 5 DSGVOAbgewiesen / zurückgewiesen

DatenschutzrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Hamm · Urteil vom 04.06.2025 · Az. 11 U 152/24

OLG Hamm: Kein Schadensersatz nach Scraping, wenn der Nutzer den Kontrollverlust über seine Nummer nicht beweist

Ein Nutzer eines sozialen Netzwerks verlangte nach dem Scraping-Vorfall immateriellen Schadensersatz, die Feststellung künftiger Ersatzpflicht, Unterlassung und vorgerichtliche Anwaltskosten. Das Landgericht Münster hatte die Klage abgewiesen. In seiner persönlichen Anhörung vor dem Senat gab der Nutzer an, schon seit 2020/2021 viele Spam-Anrufe und -SMS zu erhalten und die Nummer bereits vorher für Online-Bestellungen und Zahlungsdienste verwendet zu haben.

DatenschutzrechtArt. 82 Abs. 1 DSGVO§ 286 ZPO§ 86 Abs. 1 VVG§ 256 Abs. 1 ZPOAbgewiesen / zurückgewiesen

Social MediaAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Hamm · Urteil vom 03.06.2025 · Az. 21 U 62/23

OLG Hamm: YouTube darf Kanal nach Eskalationsstufen ohne vorherige Anhörung einschränken

- Dem von einer Vertragspflichtverletzung Betroffenen ist es grundsätzlich zuzumuten, seinen Vertragspartner zunächst selbst auf Erfüllung der diesem obliegenden Pflichten in Anspruch zu nehmen.

Social Media§ 307 Abs. 1 BGB§ 280 Abs. 1 BGBArt. 14 Abs. 4 DSAArt. 17 Abs. 3 lit. e DSGVOAbgewiesen / zurückgewiesen

AI / Künstliche IntelligenzAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Urteil vom 23.05.2025 · Az. 15 UKl 2/25

OLG Köln: KI-Training mit öffentlichen Nutzerdaten von Facebook und Instagram im Eilverfahren nicht untersagt

Zur Zulässigkeit der vom Betreiber eines sozialen Netzwerks angekündigten Verarbeitung von personenbezogenen Daten, die Nutzer des Netzwerks auf der entsprechenden Plattform veröffentlicht haben, zum Zwecke der Entwicklung und Verbesserung von Systemen künstlicher Intelligenz (hier: summarische Prüfung im Eilverfahren).

AI / Künstliche IntelligenzArt. 6 Abs. 1 lit. f DSGVOArt. 9 Abs. 1 DSGVOArt. 5 Abs. 2 DMA§ 2 UKlaGAbgewiesen / zurückgewiesen

UrheberrechtTeilweise stattgegeben

OLG Köln · Urteil vom 23.05.2025 · Az. 6 U 61/24

OLG Köln: Fotoagentur muss für unerlaubt angebotene Innenraumfotos Lizenzschaden zahlen

Die Eigentümerin eines öffentlich zugänglichen Gebäudes ging gegen die Betreiber einer Fotoagentur vor, die auf ihrer Website Millionen Bilder zur Lizenzierung anbietet. Dort wurden unerlaubt Innenraumfotos des Gebäudes angeboten, darunter neun Aufnahmen eines künstlerisch gestalteten Fensters, dessen Urheber die Eigentümerin zur Geltendmachung seiner Ansprüche ermächtigt hatte. Für weitere Bilder stand die Schadensersatzpflicht aus einem früheren Urteil des OLG Köln (19 U 130/21) bereits fest. Das LG Köln hatte unter anderem 78.000 € Schadensersatz für die Fotos des Fensters zugesprochen; beide Seiten legten Berufung ein.

Urheberrecht§ 97 Abs. 2 UrhG§ 19a UrhG§ 57 UrhG§ 823 Abs. 1 BGB§ 287 ZPOTeilweise stattgegeben

WerberechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Urteil vom 16.05.2025 · Az. 6 U 29/25

OLG Köln: Arzt darf Nahrungsergänzungsmittel nicht pauschal als medizinisch fundiert bewerben

Ein nach § 8 Abs. 3 Nr. 2 UWG klagebefugter Verband nahm einen approbierten Arzt in Anspruch, der als Geschäftsführer einer Anbieterin von Nahrungsergänzungsmitteln deren Sortiment in Internetauftritten mit seiner ärztlichen Person bewarb. Er warb unter anderem damit, keine Wunder zu versprechen, sondern medizinisch fundierte Empfehlungen zu geben. Das LG Köln untersagte die Werbung nach §§ 3, 3a, 8 UWG in Verbindung mit der Berufsordnung der Ärztekammer Nordrhein und sprach die Abmahnpauschale zu.

Werberecht§ 3a UWG§ 3 Abs. 1 Satz 2 BOÄ Nordrhein§ 8 Abs. 1 UWG§ 13 Abs. 3 UWGAbgewiesen / zurückgewiesen

E-CommerceVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Zweite Kammer) · Urteil vom 15.05.2025 · Az. C-100/24

EuGH: bonprix – Werbung für Kauf auf Rechnung als Angebot zur Verkaufsförderung

Auf der Website von bonprix erschien im Dezember 2021 die Werbebotschaft „Bequemer Kauf auf Rechnung“. Die Verbraucherzentrale Hamburg beanstandete dies als irreführend, weil nicht erkennbar sei, dass die Zahlungsmodalität unter dem Vorbehalt einer Bonitätsprüfung stehe. Das Landgericht Hamburg wies die Unterlassungsklage ab, die Berufung zum Hanseatischen Oberlandesgericht wurde zurückgewiesen. Der Bundesgerichtshof (Deutschland) legte dem EuGH vor.

E-CommerceArt. 6 Buchst. c RL 2000/31/EGVorlage an EuGH / BVerfG

WettbewerbsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Urteil vom 09.05.2025 · Az. 6 U 106/24

OLG Köln: Verstoß gegen Rückkehrpflicht eines über App vermittelten Mietwagens

1. Die Rückkehrpflicht für Mietwagen wird bereits mit der Erteilung eines Beförderungsauftrags ausgelöst und ist nach dessen Stornierung zu erfüllen.

Wettbewerbsrecht§ 49 Abs. 4 S. 3 PBefG§ 3a UWG§ 8 Abs. 2 UWGAbgewiesen / zurückgewiesen

TelekommunikationsrechtStattgegeben

OLG Düsseldorf · Urteil vom 08.05.2025 · Az. 20 U 71/21

OLG Düsseldorf: Vertragswechsel im Telekommunikationsvertrag darf Bindung von 24 Monaten nicht überschreiten

1. Die Höchstbindung von 24 Monaten für Verträge über Telekommunikationsdienste gilt auch für Folgeverträge, die während der Laufzeit eines bestehenden Vertrags geschlossen werden.

Telekommunikationsrecht§ 43b TKG a.F.§ 56 TKG§ 2 Abs. 2 Nr. 16 UKlaGArt. 30 Abs. 5 RL 2002/22/EGStattgegeben

UrheberrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

LG Köln · Urteil vom 08.05.2025 · Az. 14 O 12/24

LG Köln: Betreiber einer öffentlichen Messenger-Gruppe haftet nicht als Täter für von Mitgliedern geteilte PDFs

1. Der Betreiber einer öffentlichen Messenger-Gruppe haftet nicht als Täter oder Teilnehmer für urheberrechtswidrige Dateien, die Mitglieder dort teilen, wenn er keine Tatherrschaft über die Uploads hat.

Urheberrecht§ 97 Abs. 2 UrhG§ 19a UrhG§ 830 Abs. 1 BGBAbgewiesen / zurückgewiesen

TelekommunikationsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

AG Düsseldorf · Urteil vom 08.05.2025 · Az. 235 C 376/24

AG Düsseldorf: Online-Bestellung eines DSL-Tarifs – Kunde schuldet Restvergütung bei unterlassener Mitwirkung

1. Kann ein Vertrag nur deshalb nicht durchgeführt werden, weil der Kunde eine erforderliche Mitwirkung unterlässt, behält der Anbieter nach § 326 Abs. 2 BGB den Anspruch auf die Restvergütung.

Telekommunikationsrecht§ 326 Abs. 2 BGB§ 1004 BGB§ 823 Abs. 1 BGB§ 138 Abs. 3 ZPO§ 256 ZPOAbgewiesen / zurückgewiesen

DesignrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

LG Düsseldorf · Urteil vom 08.05.2025 · Az. 14c O 14/25

LG Düsseldorf: Geschmacksmuster mit unauflösbar widersprüchlichen Abbildungen sind nichtig

1. Ein Geschmacksmuster ist nichtig, wenn seine Abbildungen grafisch unauflösbare Widersprüche enthalten und deshalb keine bestimmte Erscheinungsform offenbaren.

DesignrechtArt. 3 lit. a GGVArt. 25 Abs. 1 lit. a GGVArt. 90 Abs. 2 S. 1 GGV§§ 935, 940 ZPOAbgewiesen / zurückgewiesen

MarkenrechtTeilweise stattgegeben

EuG (Siebte Kammer) · Urteil vom 07.05.2025 · Az. T-1088/23

EuG: Unionsbildmarke RTL bleibt für Werbung, Marketing und Verkaufsförderung bestehen

Eine Marke kann für Werbe-, Marketing- und Verkaufsförderungsdienstleistungen ernsthaft benutzt sein, wenn der Inhaber den Werbekunden über die bloße Ausstrahlung hinaus kreative Gestaltungs- und Beratungsleistungen unter der Marke erbringt.

MarkenrechtTeilweise stattgegeben

WettbewerbsrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Fünfte Kammer) · Urteil vom 30.04.2025 · Az. C-386/23

EuGH: Werbung für Nahrungsergänzungsmittel mit Botanicals – gesundheitsbezogene Angaben vor Abschluss der Prüfung unzulässig

Ein Wettbewerbsverband beanstandete die Werbung für ein Nahrungsergänzungsmittel aus pflanzlichen Stoffen („Botanicals“), die auf psychische Funktionen und das allgemeine Wohlbefinden verwies. Die Prüfung entsprechender Angaben durch die Kommission war ausgesetzt. Der Bundesgerichtshof legte dem EuGH vor.

WettbewerbsrechtArt. 10 Abs. 1, 3 VO (EG) Nr. 1924/2006Art. 28 Abs. 6 VO (EG) Nr. 1924/2006Vorlage an EuGH / BVerfG

TelekommunikationsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

BVerwG 6. Senat · Beschluss vom 29.04.2025 · Az. 6 B 14/24

BVerwG: Streitbeilegungsanordnung der BNetzA zur Leerrohr-Mitnutzung enthält Feststellung der Mitnutzungspflicht

Die gegenüber einem Betreiber eines öffentlichen Versorgungsnetzes ergangene Anordnung der Bundesnetzagentur als nationaler Streitbeilegungsstelle, ein Angebot zur Nutzung passiver Infrastruktur zu unterbreiten (§ 149 Abs. 1 Nr. 1 i. V. m. § 138 TKG), enthält gemäß § 149 Abs. 2 Satz 1 TKG die Feststellung, dass aufgrund des konkreten Antrags eine Mitnutzung unter den Bedingungen des § 138 Abs. 2 TKG zu gewähren ist.

Telekommunikationsrecht§ 138 Abs. 2 TKG 2021§ 149 Abs. 1 Nr. 1 TKG 2021§ 149 Abs. 2 Satz 1 TKG 2021Abgewiesen / zurückgewiesen

PersönlichkeitsrechtAufgehoben (ohne Zurückverweisung)

OLG Köln · Urteil vom 29.04.2025 · Az. 15 U 424/24

OLG Köln: Kein identifizierender Verdachtsbericht nach rechtskräftigem Freispruch

1. Nach einem rechtskräftigen Freispruch überwiegt regelmäßig das Interesse der Betroffenen, mit dem Tatverdacht nicht mehr öffentlich in Verbindung gebracht zu werden.

Persönlichkeitsrecht§ 823 Abs. 1 BGB§ 1004 Abs. 1 S. 2 BGB analogArt. 2 Abs. 1 GGArt. 1 Abs. 1 GGArt. 8 Abs. 1 EMRKArt. 85 Abs. 2 DSGVOAufgehoben (ohne Zurückverweisung)

PersönlichkeitsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Urteil vom 29.04.2025 · Az. 15 U 139/23

OLG Köln: Unterlassung arabischsprachiger Tweets und Tenor ohne maschinelle Übersetzungen

1. Der Einwand fehlerhafter Übersetzungen fremdsprachiger Äußerungen bleibt ohne Erfolg, wenn beglaubigte Übersetzungen den Sinngehalt bestätigen.

Persönlichkeitsrecht§ 823 Abs. 1 BGB§ 1004 Abs. 1 S. 2 BGB analogArt. 2 Abs. 1 GGArt. 1 Abs. 1 GGAbgewiesen / zurückgewiesen

DatenschutzrechtTeilweise stattgegeben

OLG Köln · Urteil vom 03.04.2025 · Az. 15 U 41/23

OLG Köln: Scraping-Schadensersatz von 100 Euro im Parallelverfahren

1. Eine datenschutzwidrige Standardeinstellung zur Suchbarkeit über die Telefonnummer begründet einen Anspruch auf 100 Euro immateriellen Schadensersatz für den Kontrollverlust.

DatenschutzrechtArt. 82 Abs. 1 DSGVOArt. 25 Abs. 2 DSGVOArt. 5 Abs. 1 lit. b, c DSGVOTeilweise stattgegeben

WettbewerbsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Hamm · Urteil vom 27.03.2025 · Az. 4 U 7/24

OLG Hamm: Tabaksteuerpflicht für Substitute ist keine Marktverhaltensregel, Aromen sind keine Nachfüllbehälter

1. Die Regelungen des Tabaksteuergesetzes über die Entrichtung der Tabaksteuer für sogenannte "Substitute für Tabakwaren" durch die Verwendung von Steuerzeichen stellen keine Marktverhaltensregelungen im Sinne des § 3a UWG dar.

Wettbewerbsrecht§ 3a UWG§ 5a Abs. 1 UWG§ 1 Abs. 2c TabStG§ 26 Abs. 1 TabStG§ 1 Abs. 1 Nr. 1 lit. b TabakerzGArt. 2 Nr. 17 RL 2014/40/EUAbgewiesen / zurückgewiesen

UrheberrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Urteil vom 14.03.2025 · Az. 6 U 82/24

OLG Köln: Lizenzanalogie für unerlaubte Pay-TV-Übertragung eines Fußballspiels in Gaststätte

1. Ob ein heimlich mit einer Brillenkamera aufgenommenes Video verwertbar ist, kann offenbleiben, wenn die öffentliche Musikwiedergabe schon durch Kontrollbericht und Zeugenaussage bewiesen ist.

Urheberrecht§ 2 Abs. 2 Nr. 6 UrhG§ 15 Abs. 3 UrhG§ 22 UrhG§ 97 UrhG§ 286 ZPOAbgewiesen / zurückgewiesen

DatenschutzrechtTeilweise stattgegeben

OLG Düsseldorf · Urteil vom 14.03.2025 · Az. 16 U 157/24

OLG Düsseldorf: Schadensersatz nach Scraping trotz späterem Rufnummernwechsel, Unterlassung ohne Rechtsschutzbedürfnis

Scraping, Rufnummerwechsel erst Jahre nach dem Vorfall steht Schadensersatz von 100 Euro für anfänglichen Kontrollverlust nicht entgegen, kein Rechtsschutzbedürfnis für Unterlassungsklage nach Rufnummernwechsel

DatenschutzrechtArt. 82 Abs. 1 DSGVO§ 256 Abs. 1 ZPO§ 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPOTeilweise stattgegeben

DatenschutzrechtTeilweise stattgegeben

OLG Düsseldorf · Urteil vom 14.03.2025 · Az. 16 U 184/23

OLG Düsseldorf: Kein Kontrollverlust bei selbst veröffentlichter Nummer, Unterlassung außerhalb der Zwei-Faktor-Authentifizierung

Scraping, kein Kontrollverlust wegen eines von dem Betroffenen bereits zuvor veröffentlichten Datensatzes, Unterlassungsanspruch wegen der Verwendung der Telefonnummer für andere Zwecke als der Zwei-Faktor-Authentifizierung

DatenschutzrechtArt. 82 Abs. 1 DSGVO§ 280 Abs. 1 BGB§ 241 Abs. 2 BGBArt. 15 DSGVOTeilweise stattgegeben

DatenschutzrechtTeilweise stattgegeben

OLG Düsseldorf · Urteil vom 14.03.2025 · Az. 16 U 94/24

OLG Düsseldorf: 100 € Schadensersatz für Scraping von Telefonnummer und Alias-Namen

Schadenersatz für Kontrollverlust über einen aus der Verknüpfung von Telefonnummer mit einem bereits veröffentlichten Alias-Namen bestehenden Datensatz in Höhe von 100 Euro

DatenschutzrechtArt. 82 Abs. 1 DSGVO§ 287 ZPO§ 256 Abs. 1 ZPOTeilweise stattgegeben

DesignrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

EuG (Zweite Kammer) · Urteil vom 12.03.2025 · Az. T-66/24

EuG: Lidl scheitert mit Angriff auf Geschmacksmuster für LED-Glühlampe – Offenbarung nicht nachgewiesen

Die Ausnahme nach Art. 7 Abs. 2 der Verordnung Nr. 6/2002 setzt nicht voraus, dass das offenbarte ältere Geschmacksmuster mit dem angegriffenen identisch ist; sie erfasst auch Offenbarungen, die beim informierten Benutzer keinen anderen Gesamteindruck hervorrufen.

DesignrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

PersönlichkeitsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

AG Dortmund · Urteil vom 28.02.2025 · Az. 436 C 7614/24

AG Dortmund: Negative Google-Rezension über Hausverwaltung durch Ex-Mieter zulässig – keine eigene Vertragsbeziehung nötig

1. Eine Online-Bewertung setzt keine unmittelbare Vertragsbeziehung zum bewerteten Unternehmen voraus; ein Kontakt etwa als Mieter mit der Hausverwaltung genügt.

Persönlichkeitsrecht§ 1004 Abs. 1 S. 2 BGB analog§ 823 Abs. 1 BGBArt. 5 Abs. 1 GGArt. 12 GGArt. 19 Abs. 3 GGAbgewiesen / zurückgewiesen

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Erste Kammer) · Urteil vom 27.02.2025 · Az. C-203/22

EuGH: Auskunft über die Logik automatisierter Entscheidungen (Scoring) nach Art. 15 Abs. 1 Buchst. h DSGVO

1. Bei automatisierten Entscheidungen wie der Erstellung eines Bonitätsprofils kann die betroffene Person verlangen, dass ihr Verfahren und Grundsätze der konkret angewandten Verarbeitung präzise, transparent und verständlich erläutert werden.

DatenschutzrechtArt. 15 Abs. 1 Buchst. h DSGVOArt. 22 Abs. 1 DSGVOArt. 15 Abs. 4 DSGVOVorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Achte Kammer) · Urteil vom 27.02.2025 · Az. C-638/23

EuGH: Verwaltungsstelle ohne Rechtspersönlichkeit kann als Verantwortlicher benannt werden

In einem österreichischen Verfahren war streitig, ob eine durch nationale Regelung als Verantwortlicher benannte Stelle der Verwaltung ohne eigene Rechtspersönlichkeit Anfragen betroffener Personen nach der DSGVO beantworten muss, obwohl die Regelung die einzelnen Verarbeitungsvorgänge und Zwecke nicht konkret angibt. Der Verwaltungsgerichtshof (Österreich) legte dem EuGH vor.

DatenschutzrechtArt. 4 Nr. 7 DSGVOVorlage an EuGH / BVerfG

WerberechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Fünfte Kammer) · Urteil vom 27.02.2025 · Az. C-517/23

EuGH: DocMorris – Preisnachlässe keine Arzneimittelwerbung, Gutscheine schon

DocMorris betreibt eine in den Niederlanden ansässige Versandapotheke, die Kunden in Deutschland Arzneimittel liefert, und führte seit 2012 Werbeaktionen für verschreibungspflichtige Arzneimittel durch. Die Apothekerkammer Nordrhein sah darin einen Verstoß gegen die Preisbindung und erwirkte von 2013 bis 2015 beim Landgericht Köln einstweilige Verfügungen. Der Bundesgerichtshof (Deutschland) legte dem EuGH vor.

WerberechtArt. 86 Abs. 1, 87 Abs. 3 RL 2001/83/EGArt. 3 Abs. 4 Buchst. a RL 2000/31/EGArt. 34 AEUVVorlage an EuGH / BVerfG

PersönlichkeitsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Urteil vom 20.02.2025 · Az. 15 U 231/24

OLG Köln: Bericht über Umfrageergebnisse enthält keinen Verdacht bewusster Manipulation

1. Ein verdeckter Verdacht ist nur dann geäußert, wenn der Artikel ihn dem Leser als unabweisbare Schlussfolgerung nahelegt.

Persönlichkeitsrecht§ 823 Abs. 1 BGB§ 1004 Abs. 1 S. 2 BGB analogArt. 2 Abs. 1 GGArt. 1 Abs. 1 GGAbgewiesen / zurückgewiesen

TelekommunikationsrechtStattgegeben

LG Düsseldorf · Urteil vom 20.02.2025 · Az. 38 O 29/25

LG Düsseldorf: Mobilfunktarif mit 50 GB und Nachbuchung nicht als Unlimited bewerben

Beide Parteien bieten bundesweit Mobilfunk- und Internetzugangsdienste an. Die Antragsgegnerin bewarb auf ihrer Startseite und der Unterseite „Tarife“ eine neue Tarifreihe als „Unlimited“ mit „unlimitiertem Datenvolumen“ für 9,99 € monatlich. Tatsächlich enthält der Mobilfunktarif zunächst 50 GB im Monat; danach muss der Nutzer per Link jeweils 1 GB ohne Zusatzkosten nachbuchen, die Nachbuchung ist beliebig oft möglich. Nachdem ihr die Werbung in einem Parallelverfahren durch einstweilige Verfügung untersagt worden war, änderte sie lediglich die Farbe eines abgebildeten Displays und nutzte die Darstellung weiter. Gegen die daraufhin erlassene zweite einstweilige Verfügung legte sie Widerspruch ein und wandte unter anderem ein, die Sache sei schon anderweitig rechtshängig, die Dringlichkeit fehle und nur wenige Heavy User seien betroffen.

Telekommunikationsrecht§ 5 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 UWG§ 5a Abs. 1 UWG§ 5b Abs. 1 Nr. 1 UWG§§ 3, 8 Abs. 1, Abs. 3 Nr. 1 UWG§ 12 Abs. 1 UWG§ 261 Abs. 3 Nr. 1 ZPOStattgegeben

WerberechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Düsseldorf · Urteil vom 20.02.2025 · Az. 20 U 53/24

OLG Düsseldorf: Patientenbericht in Heilpraktiker-Anzeige verspricht keinen sicheren Heilerfolg

Ein in die Liste qualifizierter Wirtschaftsverbände eingetragener Verband beanstandete eine Zeitungsanzeige eines Heilpraktikers. In der Heilpraktiker-Anzeige schilderte ein Patient in Interviewform seine jahrelangen Rückenschmerzen und seine völlige Schmerzfreiheit nach einer Spritzenbehandlung mit modifizierten Stammzellextrakten und Schlangengiftenzymen. Das LG Düsseldorf sah darin eine irreführende Heilmittelwerbung nach § 3 Satz 2 Nr. 2 lit. a HWG und verurteilte den Heilpraktiker zur Unterlassung und zur Zahlung der Abmahnpauschale.

Werberecht§ 3 Satz 2 Nr. 2 lit. a HWG§ 3a UWG§ 8 Abs. 3 Nr. 2 UWG§ 13 Abs. 3 UWGAbgewiesen / zurückgewiesen

WettbewerbsrechtTeilweise stattgegeben

OLG Hamm · Urteil vom 13.02.2025 · Az. 4 U 2/25

OLG Hamm: Werbung einer Kanzlei mit Kostenfreiheit über verbundenen Prozesskostenfinanzierer irreführend

Eine Anwaltsgesellschaft für die Verfolgung von Hassbotschaften im Internet arbeitete mit einem Prozesskostenfinanzierer zusammen, der ihr gesellschaftsrechtlich eng verbunden war. Auf dessen Website hieß es, das Vorgehen koste die Betroffenen „gar nichts“ und es gebe „kein Kostenrisiko“; im Erfolgsfall sollte der Finanzierer die Hälfte der Geldentschädigung erhalten. Eine Mitbewerberin beantragte eine einstweilige Verfügung. Das Landgericht Bochum hatte das Verbot auf die Werbung mit direkter Verlinkung beschränkt.

Wettbewerbsrecht§ 43b BRAO§ 6 BORA§ 3a UWG§ 5 Abs. 1 UWG§ 8 Abs. 2 UWGTeilweise stattgegeben

DatenschutzrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Urteil vom 13.02.2025 · Az. 3 U 71/24

OLG Köln: Zeitpunkt und Höhe von Beitragsanpassungen sind keine personenbezogenen Daten

1. Prämienhöhe, Beitragsanpassungen und deren Zeitpunkte betreffen den Preis eines Versicherungstarifs und sind keine personenbezogenen Daten des Versicherungsnehmers.

DatenschutzrechtArt. 15 Abs. 1 DSGVOArt. 15 Abs. 3 DSGVOArt. 4 Nr. 1 DSGVO§ 3 VVGAbgewiesen / zurückgewiesen

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