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Urteilsdatenbank

Alle Urteile und Beschlüsse – Seite 9

Sämtliche 825 Entscheidungen der Urteilsdatenbank, neueste zuerst. Mit Suche und Filtern eingrenzen. Zur Auswertung

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401–450 von 825 Einträgen

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Erste Kammer) · Urteil vom 07.12.2023 · Az. C-634/21

EuGH SCHUFA: Scoring kann eine automatisierte Einzelentscheidung nach Art. 22 DSGVO sein

1. Die automatisierte Ermittlung eines Wahrscheinlichkeitswerts über die künftige Zahlungsfähigkeit einer Person ist eine automatisierte Entscheidung im Einzelfall, wenn ein Dritter seine Entscheidung über ein Vertragsverhältnis maßgeblich auf diesen Wert stützt.

DatenschutzrechtArt. 22 Abs. 1 DSGVOVorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Große Kammer) · Urteil vom 05.12.2023 · Az. C-683/21

EuGH: Auftraggeber einer App kann Verantwortlicher sein, Bußgelder setzen Verschulden voraus

1. Wer eine App in Auftrag gibt und an der Festlegung der Zwecke und Mittel der Verarbeitung mitwirkt, kann Verantwortlicher sein, auch wenn er selbst keine Daten verarbeitet und die App nicht erworben hat.

DatenschutzrechtArt. 4 Nr. 7 DSGVOArt. 26 Abs. 1 DSGVOArt. 4 Nr. 2 DSGVOArt. 83 DSGVOVorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Dritte Kammer) · Urteil vom 09.11.2023 · Az. C-319/22

EuGH: Fahrzeug-Identifizierungsnummer kann personenbezogenes Datum sein – Herausgabepflicht an unabhängige Marktteilnehmer

1. Die Fahrzeug-Identifizierungsnummer ist für sich genommen kein personenbezogenes Datum, wird es aber für denjenigen, der vernünftigerweise über Mittel verfügt, sie einer natürlichen Person zuzuordnen.

DatenschutzrechtArt. 4 Nr. 1 DSGVOArt. 6 Abs. 1 Buchst. c DSGVOArt. 61 VO (EU) 2018/858Vorlage an EuGH / BVerfG

E-CommerceVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Zweite Kammer) · Urteil vom 09.11.2023 · Az. C-376/22

EuGH: Herkunftslandprinzip der E-Commerce-Richtlinie – keine generell-abstrakten Pflichten für ausländische Kommunikationsplattformen

1. Generell-abstrakte Pflichten, die unterschiedslos für alle Anbieter einer Kategorie von Diensten der Informationsgesellschaft gelten, sind keine Maßnahmen gegen einen bestimmten Dienst.

E-CommerceArt. 3 Abs. 4 RL 2000/31/EGArt. 3 Abs. 1 RL 2000/31/EGVorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Erste Kammer) · Urteil vom 26.10.2023 · Az. C-307/22

EuGH: Erste Kopie der Patientenakte ist unentgeltlich, auch bei datenschutzfremden Motiven

1. Die erste Kopie der eigenen Daten ist auch dann unentgeltlich zu erteilen, wenn der Antrag mit datenschutzfremden Zwecken begründet wird.

DatenschutzrechtArt. 15 Abs. 1 DSGVOArt. 23 Abs. 1 Buchst. i DSGVOArt. 15 Abs. 3 Satz 1 DSGVOVorlage an EuGH / BVerfG

MarkenrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Vierte Kammer) · Urteil vom 19.10.2023 · Az. C-655/21

EuGH: G. ST. T. – Mindestfreiheitsstrafe von fünf Jahren für Markenverletzung unverhältnismäßig

Im Strafverfahren gegen G. ST. T. wegen Benutzung einer Marke im geschäftlichen Verkehr ohne Zustimmung des Inhabers legte das Rayonen sad – Nesebar (Rayongericht Nesebar, Bulgarien) dem EuGH Fragen zur Abgrenzung von Ordnungswidrigkeit und Straftat sowie zum Strafmaß vor.

MarkenrechtArt. 49 Abs. 1 und 3 GRChRL 2004/48/EGVorlage an EuGH / BVerfG

DatenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

BVerwG Fachsenat für Entscheidungen nach § 99 Abs 2 VwGO · Beschluss vom 12.10.2023 · Az. 20 F 16/22

BVerwG: Informationszugangsklage erfordert nicht zwingend Einsicht des Gerichts in gesperrte Akten

Im Zwischenverfahren nach § 99 Abs. 2 VwGO setzt ein Antrag eine förmliche Verlautbarung der Entscheidungserheblichkeit durch das Hauptsachegericht voraus; ist ein Anspruch auf Informationszugang Streitgegenstand, folgt daraus nicht zwingend, dass das Gericht die zurückgehaltenen Akten einsehen muss.

Datenrecht§ 10 Satz 1 Nr. 3 InfoZG SH§ 3 InfoZG SH§ 99 Abs. 2 VwGOAbgewiesen / zurückgewiesen

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Achte Kammer) · Urteil vom 05.10.2023 · Az. C-659/22

EuGH: DSGVO – Überprüfung digitaler Covid-Zertifikate per App ist Verarbeitung personenbezogener Daten

Ein tschechisches Ministerium erließ eine Maßnahme, nach der die Gültigkeit digitaler Covid-Zertifikate mittels einer Mobilanwendung überprüft werden konnte. Der Kläger griff die Maßnahme an. Das Oberste Verwaltungsgericht Tschechiens fragte den EuGH, ob die Überprüfung per App eine Verarbeitung im Sinne der DSGVO ist.

DatenschutzrechtArt. 4 Nr. 2 DSGVOVO (EU) 2021/953Vorlage an EuGH / BVerfG

E-CommerceVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Siebte Kammer) · Urteil vom 05.10.2023 · Az. C-565/22

EuGH: Kostenloses Probeabo mit automatischer Verlängerung – Widerrufsrecht nur einmal

Ein österreichischer Verbraucherverband beanstandete die Vertragsgestaltung einer Online-Lernplattform, die einen kostenlosen Testzeitraum mit anschließendem kostenpflichtigem, sich automatisch verlängerndem Abonnement anbot. Der Oberste Gerichtshof (Österreich) fragte, ob beim Übergang erneut ein Widerrufsrecht entsteht.

E-CommerceArt. 9 Abs. 1 RL 2011/83/EUVorlage an EuGH / BVerfG

WettbewerbsrechtStattgegeben

LG Düsseldorf · Urteil vom 13.09.2023 · Az. 12 O 78/22

LG Düsseldorf: Zustimmungs-Pop-up beim Online-Banking-Login ist aggressive geschäftliche Handlung

1. Ein Pop-up-Fenster, das Bankkunden beim Login zum Online-Banking zur Zustimmung zu geänderten Bedingungen auffordert, ist eine aggressive geschäftliche Handlung in Form der Nötigung, wenn es eine sofortige Entscheidung ohne Bedenkzeit verlangt.

Wettbewerbsrecht§ 8 Abs. 1 S. 1 UWG§ 3 Abs. 1 UWG§ 4a Abs. 1 UWG§ 2 Abs. 1 Nr. 2 UWG§ 13 Abs. 3 UWGStattgegeben

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Erste Kammer) · Urteil vom 07.09.2023 · Az. C-162/22

EuGH: Lietuvos Respublikos generalinė prokuratūra – keine Nutzung von Vorratsdaten für Dienstvergehen

Die litauische Generalstaatsanwaltschaft leitete gegen einen Staatsanwalt eine behördliche Untersuchung ein, weil er einem Verdächtigen und dessen Anwalt Informationen aus Ermittlungen gegeben haben soll. Sie stützte das Dienstvergehen u. a. auf in strafrechtlichen Ermittlungen gesammelte Daten über Telefonate und entließ ihn aus dem Dienst. Das Regionalverwaltungsgericht Vilnius wies seine Klage ab. Der Lietuvos vyriausiasis administracinis teismas (Oberstes Verwaltungsgericht, Litauen) legte dem EuGH vor.

DatenschutzrechtArt. 15 Abs. 1 RL 2002/58/EGArt. 7, 8, 11, 52 Abs. 1 GRChVorlage an EuGH / BVerfG

UrheberrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Erste Kammer) · Urteil vom 13.07.2023 · Az. C-426/21

EuGH: Online-Videorecorder mit Deduplizierung – keine Privatkopie, aber keine öffentliche Wiedergabe des Technikanbieters

1. Ein Online-Videorecorder fällt nicht unter die Privatkopieschranke, wenn die Kopie eines ersten Nutzers einer unbestimmten Zahl weiterer Nutzer zur Verfügung gestellt wird.

UrheberrechtArt. 2 RL 2001/29/EGArt. 3 Abs. 1 RL 2001/29/EGArt. 5 Abs. 2 lit. b RL 2001/29/EGVorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Große Kammer) · Urteil vom 04.07.2023 · Az. C-252/21

EuGH Meta/Bundeskartellamt: Kartellbehörde darf DSGVO-Verstöße prüfen, enge Grenzen für Rechtsgrundlagen

1. Eine Wettbewerbsbehörde darf bei der Prüfung eines Marktmachtmissbrauchs feststellen, dass die Datenverarbeitung eines Unternehmens nicht mit der Datenschutz-Grundverordnung vereinbar ist, muss dabei aber mit den Aufsichtsbehörden loyal zusammenarbeiten.

DatenschutzrechtArt. 9 Abs. 1 DSGVOArt. 9 Abs. 2 DSGVOArt. 9 Abs. 2 Buchst. e DSGVOArt. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 Buchst. b DSGVOArt. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 Buchst. f DSGVOArt. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 Buchst. c DSGVOArt. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 Buchst. d DSGVOArt. 9 Abs. 2 Buchst. a DSGVOVorlage an EuGH / BVerfG

WerberechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Dritte Kammer) · Urteil vom 29.06.2023 · Az. C-543/21

EuGH: famila – Pfandbetrag nicht in den Verkaufspreis einzurechnen

famila bewarb Getränke in Pfandflaschen und Joghurt in Pfandgläsern mit einem Faltblatt, in dem der Pfandbetrag mit dem Zusatz „zzgl. … € Pfand“ ausgewiesen war. Der Verband Sozialer Wettbewerb (VSW) erhob beim Landgericht Kiel Klage auf Unterlassung, weil kein Gesamtpreis einschließlich Pfand angegeben war. Der Bundesgerichtshof (Deutschland) legte dem EuGH vor.

WerberechtArt. 2 Buchst. a RL 98/6/EGVorlage an EuGH / BVerfG

MarkenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

EuG (Sechste Kammer) · Urteil vom 28.06.2023 · Az. T-145/22

EuG: Agentenmarken-Widerspruch setzt unmittelbare vertragliche Vereinbarung voraus (Grashalm in Flasche)

Der Widerspruch gegen die Anmeldung durch einen Agenten oder Vertreter setzt eine unmittelbare vertragliche Vereinbarung zwischen dem Markeninhaber und dem Anmelder voraus; diese muss nicht ausdrücklich geschlossen sein, aber durch Beweise belegt werden.

MarkenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

MarkenrechtAufgehoben (ohne Zurückverweisung)

EuG (Sechste Kammer) · Urteil vom 07.06.2023 · Az. T-519/22

EuG: Widerruf einer EUIPO-Entscheidung ohne offensichtlichen Fehler unzulässig – Nestlé obsiegt

Der Widerruf einer Entscheidung nach Art. 103 der Verordnung 2017/1001 setzt einen offensichtlichen, dem EUIPO anzulastenden Fehler voraus; ein fehlerhafter Normverweis genügt nicht, wenn er das Ergebnis der Entscheidung erkennbar nicht getragen hat.

MarkenrechtAufgehoben (ohne Zurückverweisung)

MedienrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

BVerwG 6. Senat · Beschluss vom 24.05.2023 · Az. 6 B 34/22

BVerwG: Keine Rundfunkbeitragsermäßigung für gemeinnützige GmbH – kein Gleichheitsverstoß

Die gesetzgeberische Entscheidung in § 5 Abs. 3 Satz 1 Nr. 4 RBStV, nur gemeinnützigen eingetragenen Vereinen und Stiftungen aufgrund ihrer Rechtsform eine Beitragsermäßigung zu gewähren, nicht jedoch gemeinnützigen Gesellschaften mit beschränkter Haftung, verletzt nicht den in Art. 3 Abs. 1 GG verankerten Grundsatz der Belastungsgleichheit.

MedienrechtArt. 3 Abs. 1 GG§ 5 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 RdFunkBeitrStVtr ND§ 5 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 RdFunkBeitrStVtr ND§ 5 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 RdFunkBeitrStVtr ND§ 5 Abs. 3 Satz 1 Nr. 4 RdFunkBeitrStVtr NDAbgewiesen / zurückgewiesen

MarkenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

EuG (Zehnte Kammer) · Urteil vom 24.05.2023 · Az. T-2/21

EuG: Wortmarke EMMENTALER ist beschreibend und als Unionsmarke nicht eintragbar

Eine Bezeichnung, die von den Verkehrskreisen als Name einer in mehreren Mitgliedstaaten hergestellten Käsesorte verstanden wird, ist für Käse beschreibend; die Ausnahme für geografische Kollektivmarken ist eng auszulegen und erfasst solche Gattungsbezeichnungen nicht.

MarkenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Fünfte Kammer) · Urteil vom 04.05.2023 · Az. C-60/22

EuGH: Fehlendes Verarbeitungsverzeichnis oder fehlende Vereinbarung über gemeinsame Verantwortung macht Verarbeitung nicht unrechtmäßig

1. Fehlt eine Vereinbarung über die gemeinsame Verantwortlichkeit oder ein Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten, ist die Verarbeitung deshalb noch nicht unrechtmäßig.

DatenschutzrechtArt. 18 Abs. 1 Buchst. b DSGVOArt. 26 DSGVOVorlage an EuGH / BVerfG

MarkenrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Fünfte Kammer) · Urteil vom 27.04.2023 · Az. C-104/22

EuGH: Unionsmarke und Online-Werbung – Gerichtsstand im Staat der angesprochenen Verbraucher

Ein finnisches Unternehmen klagte als Inhaber einer Unionsmarke gegen deutsche Unternehmen, die über eine Suchmaschine mit finnischer Top-Level-Domain Werbung und Verkaufsangebote anzeigten, ohne das Liefergebiet anzugeben. Das finnische Marktgericht fragte den EuGH nach der internationalen Zuständigkeit.

MarkenrechtArt. 125 Abs. 5 VO (EU) 2017/1001Vorlage an EuGH / BVerfG

MarkenrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Zehnte Kammer) · Urteil vom 27.04.2023 · Az. C-686/21

EuGH: Legea – Lizenz an Marke in Mitinhaberschaft richtet sich nach nationalem Recht

VW stritt mit SW, CQ, ET und der Legea Srl über die Erteilung bzw. Entziehung einer Lizenz an einer in Mitinhaberschaft stehenden Marke. Die Corte suprema di cassazione (Kassationsgerichtshof, Italien) legte dem EuGH vor.

MarkenrechtRL 89/104/EWGVO (EG) Nr. 40/94Vorlage an EuGH / BVerfG

DesignrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

EuG (Siebte Kammer) · Urteil vom 26.04.2023 · Az. T-757/21

EuG: Offenbarung eines älteren Grillgeräte-Designs – Klage von Activa abgewiesen

Die Neuheitsschonfrist nach Art. 7 Abs. 2 der Verordnung Nr. 6/2002 soll dem Entwerfer oder seinem Rechtsnachfolger ermöglichen, ein Geschmacksmuster vor der Anmeldung zu erproben; auf sie kann sich nur berufen, wer seine Rechtsnachfolge im maßgeblichen Zeitpunkt belegt.

DesignrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

DatenschutzrechtTeilweise stattgegeben

EuG (Achte erweiterte Kammer) · Urteil vom 26.04.2023 · Az. T-557/20

EuG: Pseudonymisierte Daten sind beim Empfänger nicht zwingend personenbezogen – EDSB-Entscheidung nichtig

Ob pseudonymisierte Informationen für ihren Empfänger personenbezogene Daten sind, ist aus dessen Perspektive zu beurteilen; die Aufsichtsbehörde muss prüfen, ob der Empfänger über rechtliche Mittel verfügt, auf die zur Rückidentifizierung nötigen Zusatzinformationen zuzugreifen.

DatenschutzrechtTeilweise stattgegeben

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Erste Kammer) · Urteil vom 30.03.2023 · Az. C-34/21

EuGH: Beschäftigtendatenschutz – nationale Vorschriften nur bei Erfüllung von Art. 88 Abs. 2 DSGVO anwendbar

Der Hauptpersonalrat der Lehrkräfte stritt mit dem hessischen Kultusministerium darüber, ob der Livestream-Unterricht per Videokonferenz ohne Einwilligung der Lehrkräfte auf eine landesrechtliche Vorschrift zum Beschäftigtendatenschutz gestützt werden konnte. Das Verwaltungsgericht Wiesbaden (Deutschland) legte dem EuGH vor.

DatenschutzrechtArt. 88 Abs. 1, 2 DSGVOArt. 6 Abs. 3 DSGVOVorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Dritte Kammer) · Urteil vom 02.03.2023 · Az. C-268/21

EuGH: DSGVO im Zivilprozess – Vorlage eines Personalverzeichnisses als Beweismittel erfordert Interessenabwägung

In einem schwedischen Zivilprozess über Vergütungsansprüche verlangte eine Partei die Vorlage eines elektronischen Personalverzeichnisses, das personenbezogene Daten von Beschäftigten enthielt und für die Steuerprüfung angelegt worden war. Das Oberste Gericht Schwedens fragte den EuGH nach der Anwendbarkeit der DSGVO.

DatenschutzrechtArt. 6 Abs. 3, 4 DSGVOArt. 5 DSGVOVorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Sechste Kammer) · Urteil vom 09.02.2023 · Az. C-453/21

EuGH: Abberufung des Datenschutzbeauftragten nur aus wichtigem Grund zulässig, Interessenkonflikt im Einzelfall zu prüfen

1. Eine nationale Regelung, nach der ein beschäftigter Datenschutzbeauftragter nur aus wichtigem Grund abberufen werden kann, ist zulässig, sofern sie die Ziele der Datenschutz-Grundverordnung nicht beeinträchtigt.

DatenschutzrechtArt. 38 Abs. 3 Satz 2 DSGVOArt. 38 Abs. 6 DSGVOVorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Fünfte Kammer) · Urteil vom 26.01.2023 · Az. C-205/21

EuGH: Biometrische und genetische Daten bei der Polizei – Erhebung nur bei unbedingter Erforderlichkeit

Eine Beschuldigte weigerte sich, bei der polizeilichen Registrierung Fingerabdrücke, Fotos und DNA-Proben abzugeben; die Polizei beantragte beim Strafgericht die zwangsweise Erhebung. Das Spezialisierte Strafgericht (Bulgarien) fragte den EuGH nach den Vorgaben der JI-Richtlinie 2016/680.

DatenschutzrechtArt. 4 Abs. 1, Art. 6 Buchst. a, Art. 10 RL (EU) 2016/680Vorlage an EuGH / BVerfG

MedienrechtStattgegeben

BVerwG 6. Senat · Urteil vom 25.01.2023 · Az. 6 C 6/21

BVerwG: Rundfunkbeitrag – Befreiung für Zweitwohnung unabhängig vom Inhaber des Beitragskontos

Nach der Übergangsregelung im Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 18. Juli 2018 - 1 BvR 1675/16 u. a. - sind Inhaber weiterer Wohnungen auf Antrag von der Rundfunkbeitragspflicht zu befreien, wenn für ihre Hauptwohnung der Beitrag entrichtet wird. Unerheblich ist hierfür, auf welchen Inhaber das Beitragskonto für die Hauptwohnung bei der Rundfunkanstalt geführt wird.

MedienrechtArt. 3 Abs. 1 GG§ 2 Abs. 1 RdFunkBeitrStVtr SN§ 2 Abs. 3 RdFunkBeitrStVtr SN§ 8 Abs. 1 Satz 1 RdFunkBeitrStVtr SN§ 8 Abs. 3 RdFunkBeitrStVtr SN§ 44 Abs. 1 Satz 2 AO§ 44 Abs. 2 Satz 1 AO§ 35 BVerfGGStattgegeben

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Erste Kammer) · Urteil vom 12.01.2023 · Az. C-132/21

EuGH: Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde und Klage nach DSGVO nebeneinander zulässig

1. Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde, Klage gegen deren Entscheidung und Klage unmittelbar gegen den Verantwortlichen können nebeneinander und unabhängig voneinander erhoben werden.

DatenschutzrechtArt. 77 Abs. 1 DSGVOArt. 78 Abs. 1 DSGVOArt. 79 Abs. 1 DSGVOArt. 47 GRChVorlage an EuGH / BVerfG

MarkenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

EuG (Fünfte Kammer) · Urteil vom 11.01.2023 · Az. T-346/21

EuG: Marke Gufic rechtserhaltend benutzt – Verfallsantrag von Hecht Pharma erfolglos

Für die ernsthafte Benutzung einer Marke kommt es darauf an, wie die maßgeblichen Verkehrskreise die Waren wahrnehmen, für die sie benutzt wird; die vorgelegten Beweise sind dabei in ihrer Gesamtheit zu würdigen.

MarkenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

DatenschutzrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

BVerwG 6. Senat · Beschluss vom 10.01.2023 · Az. 6 B 26/22

BVerwG: Auskunft des Verfassungsschutzes zu "linksunten.indymedia" bleibt beschränkt

Über ein auf § 15 BVerfSchG gestütztes Auskunftsbegehren hat das Bundesamt für Verfassungsschutz gebunden zu entscheiden; maßgeblich ist, ob die den Verweigerungsgrund tragenden Tatsachen tatsächlich vorliegen, nicht die Begründung des Bescheids.

Datenschutzrecht§ 15 Abs. 1 BVerfSchG§ 15 Abs. 2 Satz 1 BVerfSchG§ 86 Abs. 3 VwGO§ 108 Abs. 2 VwGOArt. 103 Abs. 1 GGAbgewiesen / zurückgewiesen

MarkenrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Große Kammer) · Urteil vom 22.12.2022 · Az. C-148/21 und C-184/21

EuGH (Louboutin/Amazon): Hybrider Online-Marktplatz kann Marke selbst benutzen

1. Der Betreiber eines Online-Marktplatzes mit eigenem Handel kann eine Marke selbst benutzen, wenn ein normal informierter Nutzer eine Verbindung zwischen seinen Dienstleistungen und dem Zeichen in Angeboten von Drittanbietern herstellt.

MarkenrechtArt. 9 Abs. 2 Buchst. a VO (EU) 2017/1001Vorlage an EuGH / BVerfG

WerberechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Große Kammer) · Urteil vom 22.12.2022 · Az. C-530/20

EuGH: Euroaptieka – Preiswerbung für unbestimmte Arzneimittel ist Arzneimittelwerbung

EUROAPTIEKA gehört zu einer Unternehmensgruppe mit einer Apothekenkette in Lettland. Im März 2016 kündigte sie auf ihrer Website und in ihrer Monatszeitung einen Aktionsverkauf mit 15 % Preisnachlass auf ein beliebiges Arzneimittel beim Kauf von mindestens drei Artikeln an. Der Arzneimittelkontrolldienst untersagte die Verbreitung dieser Werbung. EUROAPTIEKA erhob 2020 Verfassungsbeschwerde gegen die zugrunde liegende Vorschrift. Die Latvijas Republikas Satversmes tiesa (Verfassungsgericht, Lettland) legte dem EuGH vor.

WerberechtArt. 86 Abs. 1, 87 Abs. 3, 90 RL 2001/83/EGVorlage an EuGH / BVerfG

MarkenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

EuG (Zehnte Kammer) · Urteil vom 14.12.2022 · Az. T-530/21

EuG: Verwechslungsgefahr zwischen überlagerten Buchstaben P und L und gespiegelter älterer Marke

Die Beschwerdekammer muss nicht auf jedes Vorbringen der Beteiligten ausdrücklich eingehen, sofern ihre Gründe erkennbar sind; der Anspruch auf rechtliches Gehör ist gewahrt, wenn dem Beteiligten alle im Beschwerdeverfahren ausgetauschten Unterlagen übermittelt wurden.

MarkenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

MarkenrechtAufgehoben (ohne Zurückverweisung)

EuG (Zehnte erweiterte Kammer) · Urteil vom 07.12.2022 · Az. T-487/21

EuG: Positions-Tastmarke für sanitäres Einsatzteil – Zurückweisung durch EUIPO aufgehoben

Die Unterscheidungskraft eines Zeichens kann erst beurteilt werden, wenn feststeht, dass es überhaupt eine Marke sein kann; bei einer Positions- und Tastmarke muss die Beschwerdekammer zudem auf den Gesamteindruck aller beanspruchten Aspekte abstellen.

MarkenrechtAufgehoben (ohne Zurückverweisung)

MedienrechtTeilweise stattgegeben

BVerwG 6. Senat · Urteil vom 30.11.2022 · Az. 6 C 12/20

BVerwG: Rundfunkanstalt darf Facebook-Kommentare ohne Sendungsbezug löschen

1. Das für Telemedien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in § 11d Abs. 2 Satz 1, Abs. 5 Satz 4 RStV a. F. in Verbindung mit Nr. 17 Satz 1 der Anlage (Negativliste) enthaltene Verbot von Foren ohne Sendungsbezug erfasst auch die von Nutzern auf der Facebook-Seite einer Rundfunkanstalt geposteten Kommentare.

MedienrechtArt. 5 Abs. 1 Satz 1 GGArt. 5 Abs. 1 Satz 2 GGArt. 5 Abs. 2 GG§ 2 Nr. 19 RdFunkStVtr SN§ 11a Abs. 1 RdFunkStVtr SN§ 11d Abs. 1 RdFunkStVtr SN§ 11d Abs. 2 RdFunkStVtr SN§ 11d Abs. 5 Satz 4 RdFunkStVtr SN, Anl Negativliste Nr. 17 Satz 1 RdFunkStVtr SN§ 43 VwGO§ 137 Abs. 2 VwGOTeilweise stattgegeben

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Große Kammer) · Urteil vom 22.11.2022 · Az. C-37/20 und C-601/20

EuGH: Transparenzregister – Zugang der Öffentlichkeit zu Angaben über wirtschaftliche Eigentümer ungültig

Eine luxemburgische Gesellschaft und ein wirtschaftlicher Eigentümer wandten sich dagegen, dass Angaben über die wirtschaftlichen Eigentümer im luxemburgischen Register für alle Mitglieder der Öffentlichkeit zugänglich waren. Das Tribunal d’arrondissement de Luxembourg legte dem EuGH Fragen zur Gültigkeit der geänderten Geldwäscherichtlinie vor.

DatenschutzrechtArt. 30 Abs. 5 RL (EU) 2015/849Art. 1 Nr. 15 Buchst. c RL (EU) 2018/843Art. 7, 8 GRChVorlage an EuGH / BVerfG

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