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Urteilsdatenbank

Alle Urteile und Beschlüsse – Seite 2

Sämtliche 825 Entscheidungen der Urteilsdatenbank, neueste zuerst. Mit Suche und Filtern eingrenzen. Zur Auswertung

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Thema

Gericht / Instanz

Jahr

Norm

Ergebnis

Besonderheit

51–100 von 825 Einträgen

WettbewerbsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Beschluss vom 11.06.2026 · Az. 6 W 36/26

OLG Köln: Kein fliegender Gerichtsstand bei Verstößen gegen Garantie-Informationspflichten

Die Beschränkung des fliegenden Gerichtsstandes gemäß § 14 Abs. 2 S. 3 Nr. 1 UWG greift ein, wenn ausschließlich ein Verstoß gegen gesetzliche Informationspflichten im elektronischen Geschäftsverkehr beanstandet wird, wie es bei einem Verstoß gegen die Informationspflicht nach Art. 246a § 1 Nr. 12 EGBGB (Informationen über Garantien) der Fall ist. Die – zusätzliche – Feststellung eines besonderen Missbrauchspotentials ist dann nicht erforderlich.

Wettbewerbsrecht§ 14 Abs. 2 UWGArt. 246a § 1 EGBGBAbgewiesen / zurückgewiesen

MarkenrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Beschluss vom 10.06.2026 · Az. 6 W 38/26

OLG Köln: Keine einstweilige Duldung der Markennutzung nach bestrittener Lizenzkündigung

Nach einer vom Lizenznehmer bestrittenen Kündigung eines Markenlizenzvertrages kann der Lizenznehmer nicht im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes vom Markeninhaber Duldung der weiteren Nutzung der Marke verlangen.

Markenrecht§ 30 MarkenG§ 935 ZPOAbgewiesen / zurückgewiesen

WerberechtStattgegeben

LG Bochum · Urteil vom 10.06.2026 · Az. 13 O 57/25

LG Bochum: Grundpreis, Vertragsstrafe und Verbot der Bezeichnung alkoholfreier Gin

Der Kläger ist ein in die Liste der qualifizierten Wirtschaftsverbände eingetragener Verein. Die Beklagte hatte sich im Januar 2024 nach einer Abmahnung wegen eines fehlenden Grundpreises bei Bonbons in ihrem Onlineshop strafbewehrt verpflichtet, für Lebensmittel in Fertigpackungen nicht ohne Grundpreis zu werben, „wenn dies geschieht wie“ in der beanstandeten Angebotsseite. Im Juli 2024 bewarb sie ein als alkoholfreier Gin bezeichnetes Getränk in einer 500-ml-Flasche zu 18,00 € ohne Grundpreis; im Dezember 2024 bot sie ein weiteres alkoholfreies Getränk unter der Bezeichnung Gin an. Der Kläger verlangte Unterlassung, eine Vertragsstrafe von 5.000 € und Abmahnkosten. Die Beklagte bestritt die Screenshots, hielt die Unterlassungserklärung für auf Bonbons beschränkt, erhob die Einrede der Verjährung und hielt die Spirituosen-Verordnung für nicht anwendbar.

Werberecht§§ 4, 5 PAngV§ 2 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 19 UKlaG§§ 339, 315 BGB§ 13a Abs. 1 UWG§§ 3, 3a, 8 UWGArt. 10 Abs. 7 VO (EU) 2019/787§ 13 Abs. 3 UWGStattgegeben

PersönlichkeitsrechtStattgegeben

LG Köln · Beschluss vom 05.06.2026 · Az. 28 O 181/26

LG Köln: Veröffentlichung privater WhatsApp-Nachricht auf Instagram verletzt Persönlichkeitsrecht

Der Antragsgegner veröffentlichte am 23.05.2026 auf seinem Instagram-Account mit über 2.000 Followern den Screenshot einer privaten WhatsApp-Nachricht, die ihm der Antragsteller geschickt hatte. Er empfand die Nachricht als Bedrohung und schrieb dazu, sollte ihm etwas passieren, wisse man, von wem sie stamme. Der Antragsteller mahnte drei Tage später ab und beantragte kurz nach dem Antwortschreiben eine einstweilige Verfügung. Der Antragsgegner gab an, den Beitrag inzwischen entfernt zu haben.

Persönlichkeitsrecht§ 1004 Abs. 1 Satz 2 BGB i.V.m. § 823 Abs. 1 BGBArt. 1 Abs. 1, Art. 2 Abs. 1 GG§ 937 Abs. 2 ZPO§ 935 ZPOStattgegeben

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Fünfte Kammer) · Urteil vom 04.06.2026 · Az. C-312/24

EuGH C-312/24: DSGVO gilt für Verdachtsvermerk in der Personalakte eines Beamten

1. Speichert eine Behörde in der Personalakte eines Bediensteten dessen Status als Verdächtiger in einem Ermittlungsverfahren, gilt die Datenschutz-Grundverordnung und nicht die Richtlinie für Polizei und Justiz; unerheblich ist, dass die Daten von einer zu Ermittlungen befugten Stelle derselben Behörde stammen.

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

MarkenrechtAufgehoben (ohne Zurückverweisung)

EuG (Siebte Kammer in der Besetzung mit fünf Richtern) · Urteil vom 03.06.2026 · Az. T-104/25

EuG: Formmarke einer oktogonalen Verpackung – EUIPO-Entscheidung zur technischen Wirkung aufgehoben und abgeändert

Der Ausschlussgrund für technisch bedingte Formen erfasst auch Formen, deren technische Wirkung sich im Herstellungsverfahren der Ware zeigt; eine Unterscheidung zwischen Herstellung und Nutzung der Ware ist nicht angezeigt.

MarkenrechtAufgehoben (ohne Zurückverweisung)

IT-RechtTeilweise stattgegeben

EuG (Achte Kammer in der Besetzung mit fünf Richtern) · Urteil vom 03.06.2026 · Az. T-1078/23

EuG: DMA-Benennung von Meta als Torwächter teilweise für nichtig erklärt

Benennt die Kommission einen Dienst als zentralen Plattformdienst, muss sie nachvollziehbar begründen, weshalb nachträgliche Änderungen der Nutzungsbedingungen dessen Einordnung nicht berühren; fehlt eine solche Begründung, ist die Benennung insoweit für nichtig zu erklären.

IT-RechtArt. 3 VO 2022/1925Teilweise stattgegeben

PresserechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Fünfte Kammer) · Urteil vom 21.05.2026 · Az. C-843/24

EuGH C-843/24: Medienfreiheitsgesetz gilt nicht für ältere Gegendarstellungsfälle

1. Die Vorschrift des Medienfreiheitsgesetzes über das Recht auf Medienvielfalt ist auf einen Gegendarstellungsstreit nicht anwendbar, wenn der Artikel vor ihrem Geltungsbeginn veröffentlicht wurde.

PresserechtVorlage an EuGH / BVerfG

UrheberrechtStattgegeben

LG Köln 14. Zivilkammer · Urteil vom 21.05.2026 · Az. 14 O 101/26

LG Köln: Reaction-Video auf YouTube braucht klare Quellenangabe – Infobox reicht nicht

1. Zu den Anforderungen an eine erforderliche Quellen- und Urheberangabe gemäß § 63 Abs. 2 UrhG eines Zitats gem. § 51 UrhG. Im Streitfall eines Reaction Videos auf der Plattform YouTube liegt keine ausreichend deutliche Angabe vor, wenn in der vom Internetnutzer aktiv zu öffnenden Infobox eines YouTube-Videos mehrere Quellen verlinkt bzw. angegeben sind und keine klare Zuordnung der einzelnen Quellen zu bestimmten Zeitpunkten des zitierenden Videos vorgenommen wird.

Urheberrecht§ 51 UrhG§ 63 Abs. 2 UrhG§ 39 UrhG§ 97 UrhGStattgegeben

WettbewerbsrechtStattgegeben

LG Düsseldorf · Beschluss vom 20.05.2026 · Az. 37 O 51/26

LG Düsseldorf: Google haftet als Gehilfin für irreführende Ads nach Meldung

Der Antragsteller bietet Autokennzeichen an. Eine Mitbewerberin schaltete über Google Ads Anzeigen, die den Eindruck erweckten, sie sei eine staatliche oder staatlich autorisierte Einrichtung. Ende Februar 2026 meldete der Antragsteller die Anzeigen über das Meldesystem der Antragsgegnerin, einer Gesellschaft der Alphabet-Gruppe, die in der EU Google Ads anbietet. Diese kündigte Maßnahmen wegen eines Richtlinienverstoßes an, die Anzeigen wurden aber weiter ausgeliefert. Auch ein Anwaltsschreiben im April änderte daran nichts. Die Zivilkammer wies den Verfügungsantrag zunächst zurück und gab die Sache auf die sofortige Beschwerde hin an die Kammer für Handelssachen ab.

Wettbewerbsrecht§ 5 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 3 UWG§ 8 Abs. 1, Abs. 3 Nr. 1 UWG§ 2 Abs. 1 Nr. 4 UWG§ 27 StGBArt. 6 Abs. 1 DSA§ 572 Abs. 1 ZPOStattgegeben

WettbewerbsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln 6. Zivilsenat · Urteil vom 15.05.2026 · Az. 6 U 85/25

OLG Köln: Keine Unterlassung wegen Ursprungsangaben für Obst im Online-Lieferdienst

1. Fehlende Ursprungsangaben für Obst bei einem Online-Lieferdienst sind an den Regeln über unionsrechtliche Informationspflichten und nicht am Rechtsbruchtatbestand zu messen.

Wettbewerbsrecht§§ 5a, 5b Abs. 4 UWGArt. 76 VO (EU) 1308/2013§ 3a UWGAbgewiesen / zurückgewiesen

PersönlichkeitsrechtStattgegeben

LG Köln · Urteil vom 13.05.2026 · Az. 28 O 304/25

LG Köln: Tierschutzverein muss unwahre Behauptungen über früheren Partner unterlassen

Die Klägerin ist eine gemeinnützige Organisation, die sich europaweit für Tierheim- und Straßentiere einsetzt. Sie förderte den beklagten Tierschutzverein vom 27.07.2023 bis zum 25.08.2025 als Partnerverein, seit 2024 mit insgesamt 52.000 kg Futter sowie 49.000 € für Baumaßnahmen und medizinische Versorgung. Im Juli 2025 hatte sie mitgeteilt, Entscheidungen würden nun von einer strategischen Leitungsrunde gemeinsam getroffen. Nach Ende der Partnerschaft veröffentlichte der Verein am 26.08.2025 einen Beitrag über seinen früheren Partner. Darin hieß es, seine Unterstützungsanfragen seien zuletzt immer abgelehnt worden, und die Klägerin habe ein neues Konzept, das offenbar nicht zu seiner Arbeitsweise passe. Die Klägerin verlangte Unterlassung und Erstattung der Abmahnkosten.

Persönlichkeitsrecht§ 1004 Abs. 1 BGB analog§ 823 Abs. 1 BGBArt. 2 Abs. 1, Art. 19 Abs. 3 GGArt. 5 Abs. 1 GG§ 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 186 StGBStattgegeben

WettbewerbsrechtStattgegeben

OLG Hamm · Urteil vom 12.05.2026 · Az. 4 UKl 3/25

OLG Hamm: Unternehmen haftet für irreführende Antworten seines KI-Chatbots

1. Die Antworten eines KI-Chatbots sind geschäftliche Handlungen des Betreibers, auch wenn sie ohne menschliches Zutun entstehen.

Wettbewerbsrecht§ 2 Abs. 1 UKlaG§ 2 Abs. 1 Nr. 2 UWG§ 3 Abs. 1 UWG§ 5 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 3 UWG§ 8 Abs. 2 UWGStattgegeben

UrheberrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Große Kammer) · Urteil vom 12.05.2026 · Az. C-797/23

EuGH: Nationaler Vergütungsanspruch der Presseverleger gegen Online-Plattformen mit Unionsrecht vereinbar

1. Das Unionsrecht lässt einen nationalen Vergütungsanspruch der Presseverleger gegen Online-Plattformen zu, einschließlich einer Verhandlungspflicht, der Pflicht zur Beibehaltung der Sichtbarkeit und einer behördlichen Festsetzung der Vergütung.

UrheberrechtArt. 15 RL 2019/790Vorlage an EuGH / BVerfG

Social MediaStattgegeben

LG Köln · Urteil vom 12.05.2026 · Az. 88 O 1/26

LG Köln: Werbung auf Social Media schon im Vorschaubild des Profils kennzeichnen

Der Kläger ist ein in die Liste nach § 8b UWG eingetragener Wirtschaftsverband mit rund 2.000 Mitgliedern. Die Beklagte betreibt eine bundesweite Plattform mit Empfehlungen zu Veranstaltungen und unterhält auf einem sozialen Netzwerk mehrere Business-Profile, auf denen sie redaktionelle und werbliche Beiträge veröffentlicht. In der Kachelübersicht eines Profils, dem Grid, sehen Nutzer von jedem Beitrag zunächst nur ein Vorschaubild. Im Juli und August 2025 veröffentlichte die Beklagte zwei Video-Beiträge, in denen sie einen Feriendeal eines Kinobetreibers bewarb und bei einem Konzert den Account eines Spirituosenherstellers verlinkte. Beide Beiträge waren in der Caption als „Anzeige“ gekennzeichnet, im Vorschaubild war die Werbung aber nicht erkennbar. Der Verband verlangte Unterlassung und Abmahnkosten; die Beklagte hielt ihm Rechtsmissbrauch vor und verwies darauf, dass die meisten Nutzer das Netzwerk mobil und nicht über den Grid nutzten.

Social Media§ 5a Abs. 4 UWG§§ 3, 8 UWG§ 8c Abs. 1 UWG§ 13 Abs. 3 UWG§ 6 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 5 DDG§ 22 MStVStattgegeben

TelekommunikationsrechtStattgegeben

BVerwG 6. Senat · Beschluss vom 06.05.2026 · Az. 6 B 19.25

BVerwG lässt Revision zum offenen Netzzugang nach § 155 TKG zu

Ob der Anspruch auf offenen Netzzugang nach § 155 TKG einen Informationsanspruch umfasst und welche verallgemeinerungsfähigen Vorgaben für seine Konkretisierung bestehen, ist eine Frage von grundsätzlicher Bedeutung und rechtfertigt deshalb die Zulassung der Revision.

Telekommunikationsrecht§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO§ 155 Abs. 1 TKG 2021§ 149 Abs. 1 Nr. 5 TKG 2021Stattgegeben

WettbewerbsrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Erste Kammer) · Urteil vom 30.04.2026 · Az. C-301/25

EuGH: Irreführende Lebensmittelinformation kann auch nach Lauterkeitsrecht geahndet werden

1. Eine irreführende Geschäftspraxis darf nach dem nationalen Lauterkeitsrecht geahndet werden, auch wenn sie zugleich gegen das Irreführungsverbot der Lebensmittelinformationsverordnung verstößt.

WettbewerbsrechtArt. 3 Abs. 4 RL 2005/29Art. 6 Abs. 1 RL 2005/29Art. 7 VO 1169/2011Vorlage an EuGH / BVerfG

WerberechtStattgegeben

LG Köln · Urteil vom 29.04.2026 · Az. 84 O 156/22

LG Köln: Werbung für Online-Rezept für Potenzmittel per Fragebogen unzulässig

Die Klägerin ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und vertritt die Interessen der Apotheken in ihrem Kammerbezirk. Die Beklagte betreibt aus einem anderen EU-Mitgliedstaat eine Versandapotheke, die vor allem an Kunden in Deutschland liefert. Sie warb 2022 in Suchmaschinenanzeigen damit, dass man verschreibungspflichtige Potenzmittel ohne vorheriges Rezept erwerben könne, weil sich das Rezept ebenfalls online erlangen lasse. Über einen Button mit Altersabfrage leitete sie Interessenten auf die Website einer Schwestergesellschaft mit Sitz in Deutschland weiter, wo sie per Fragebogen ein Online-Rezept ohne Videosprechstunde erhalten und dieses direkt bei der Beklagten einlösen konnten. Die Klägerin beanstandete die Werbung als unzulässige Werbung für Fernbehandlungen und die Weiterleitung als unzulässiges Zuführen von Patienten. Das Gericht holte ein Sachverständigengutachten ein; die Beklagte legte ein Gegengutachten vor und erhob die Einrede der Verjährung.

Werberecht§ 9 HWG§§ 3, 3a, 8 UWG§ 11 Abs. 1 Satz 1 ApoG§ 630a Abs. 2 BGB§ 11 Abs. 2 UWG§ 13 Abs. 3 UWGStattgegeben

Urheberrechtohne Angabe

LG Köln 14. Zivilkammer · Beschluss vom 29.04.2026 · Az. 14 O 113/26

LG Köln: Keine ausschließliche Landgerichtszuständigkeit für Urheberrechtsklagen wegen Online-Fotonutzung

§ 71 Abs. 2 Nr. 7 GVG eröffnet keine ausschließliche Zuständigkeit des Landgerichts für Urheberrechtsstreitsachen. Die Formulierung "Veröffentlichung durch Druckerzeugnisse und Bild- und Tonträger jeder Art, insbesondere in Presse, Rundfunk, Film und Fernsehen sowie im Internet" umfasst vielmehr Ansprüche wegen einer Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts sowie des Rechts am eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb durch Veröffentlichungen unabhängig vom Medium.

Urheberrecht§ 71 Abs. 2 Nr. 7 GVG§ 281 ZPOohne Angabe

WettbewerbsrechtStattgegeben

LG Köln · Beschluss vom 23.04.2026 · Az. 88 O 61/26

LG Köln: Versandapotheke darf nicht mit „allem, was eine echte Apotheke ausmacht“ werben

Die Interessenvertretung der niedergelassenen Apotheken im Kammerbezirk Nordrhein ging gegen eine in den Niederlanden ansässige Versandapotheke vor, die Arzneimittel nach Deutschland versendet. Diese warb auf ihrer Facebookseite mit der Aussage „Mit persönlicher Beratung, Wechselwirkungscheck und allem, was eine echte Apotheke ausmacht.“ Nach einer Abmahnung vom 10.04.2026 und einer Stellungnahme der Versandapotheke vom 17.04.2026 wurde eine einstweilige Verfügung beantragt.

Wettbewerbsrecht§ 5 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 UWG§ 8 UWG§ 12 UWG§ 944 ZPOStattgegeben

PresserechtStattgegeben

LG Köln 14. Zivilkammer · Beschluss vom 21.04.2026 · Az. 14 O 100/26

LG Köln: Online-Berichterstattung mit fremden Fotos und Bildnis ohne Einwilligung untersagt

1. Wer fremde Lichtbilder ohne Zustimmung öffentlich zugänglich macht, kann im Eilverfahren auf Unterlassung in Anspruch genommen werden, wenn die Urheberschaft eidesstattlich glaubhaft gemacht ist.

Presserecht§§ 72, 97, 19a UrhG§§ 22, 23 KUG§§ 823, 1004 BGBStattgegeben

UrheberrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Zweite Kammer) · Urteil vom 16.04.2026 · Az. C-496/24

EuGH C-496/24: Offline-Downloads von Streamingdiensten sind keine Privatkopien

1. Eine Offline-Kopie, die ein Streamingdienst auf Abruf des Nutzers erstellt, fällt nicht unter die Privatkopieschranke, wenn der Nutzer außerhalb des Dienstes nicht über sie verfügen kann und der Rechteinhaber sie kontrolliert.

UrheberrechtVorlage an EuGH / BVerfG

WettbewerbsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Beschluss vom 16.04.2026 · Az. 6 W 22/26

OLG Köln: Wegfall der Dringlichkeit bei verzögerter Beschwerdebegründung

Die gemäß § 12 Abs. 1 UWG vermutete Dringlichkeit kann entfallen, wenn der Antragsteller im Beschwerdeverfahren die Beschwerdefrist bis zum letzten Tag ausschöpft und die Beschwerde nicht unmittelbar, sondern erst weitere vier Wochen später begründet.

Wettbewerbsrecht§ 12 Abs. 1 UWG§ 569 ZPOAbgewiesen / zurückgewiesen

PatentrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Düsseldorf 2. Zivilsenat · Urteil vom 16.04.2026 · Az. 2 U 87/24

OLG Düsseldorf: Unberechtigte Patent-Beschwerde bei Online-Marktplatz wie Schutzrechtsverwarnung zu behandeln

1. Bei einer unberechtigten Infringement-Meldung eines Patentinhabers gegenüber einem Plattformbetreiber, die ein endgültiges Unterlassungsbegehren nicht beinhaltet, kann es sich um eine mit einer Schutzrechtsverwarnung vergleichbare Maßnahme handeln, die nach den Grundsätzen der unberechtigten Abnehmerschutzrechtsverwarnung gemäß §§ 823, 1004 BGB zu behandeln ist.

Patentrecht§§ 823, 1004 BGB§ 4 Nr. 4 UWGAbgewiesen / zurückgewiesen

E-CommerceAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Hamm 13. Zivilsenat · Urteil vom 16.04.2026 · Az. 13 UKl 7/25

OLG Hamm: App-exklusive Rabatte eines Discounters sind keine Altersdiskriminierung

Die Gewährung von Rabatten für angebotene Waren ausschließlich über eine eigene "App" durch einen Lebensmittelhändler verstößt im vorliegenden Einzelfall nicht gegen § 19 AGG. Eine unmittelbare oder mittelbare Diskriminierung von älteren und / oder behinderten Menschen i.S.d. § 3 AGG ließ sich nicht feststellen.

E-Commerce§ 19 AGG§ 3 AGG§ 2 UKlaG§ 3a UWGAbgewiesen / zurückgewiesen

UrheberrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Große Kammer) · Urteil vom 14.04.2026 · Az. C-590/23

EuGH Pelham II: Pastiche-Schranke erfasst Sampling als künstlerischen Dialog

1. Der Begriff des Pastiches ist kein Auffangtatbestand, sondern erfasst Schöpfungen, die an ein bestehendes Werk erinnern, sich wahrnehmbar von ihm unterscheiden und einen erkennbaren künstlerischen oder kreativen Dialog mit ihm führen; dazu kann auch Sampling gehören.

UrheberrechtVorlage an EuGH / BVerfG

PersönlichkeitsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Beschluss vom 09.04.2026 · Az. 15 W 13/26

OLG Köln: Bestandsdatenauskunft nur bei richterlicher Überzeugung von der Rechtsverletzung

1. Eine Bestandsdatenauskunft darf gemäß § 21 Abs. 3 TDDDG grundsätzlich nur angeordnet werden, wenn das Gericht von der Richtigkeit der Feststellungen, die es seiner Entscheidung zugrunde legen will, überzeugt ist.2. Dies gilt insbesondere, wenn und soweit es bei der Prüfung, ob der Straftatbestand des § 185 StGB erfüllt ist, auf den Wahrheitsgehalt der tatsächlichen Bestandteile einer Meinungsäußerung ankommt.3. Die Unwahrheit darf nicht alleine deshalb festgestellt werden, weil der Nutzer auf eine Aufforderung des Anbieters zur Vorlage von Belegen nicht reagiert hat.

Persönlichkeitsrecht§ 21 TDDDG§ 185 StGBAbgewiesen / zurückgewiesen

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