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Urteilsdatenbank

Alle Urteile und Beschlüsse – Seite 3

Sämtliche 825 Entscheidungen der Urteilsdatenbank, neueste zuerst. Mit Suche und Filtern eingrenzen. Zur Auswertung

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Thema

Gericht / Instanz

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Besonderheit

101–150 von 825 Einträgen

WettbewerbsrechtStattgegeben

LG Köln · Beschluss vom 01.04.2026 · Az. 33 O 123/26

LG Köln: Rechtsanwalt darf Löschung von Online-Bewertungen nicht mit „Honorar nur bei Erfolg“ bewerben

Zwei Anbieter von Reputationsmanagement bei Online-Bewertungen stritten über eine Internetwerbung. Der Antragsgegner, auf dessen Internetseite seine Rechtsanwaltskanzlei aufgeführt ist, bewarb dort Leistungen zur Löschung von Online-Bewertungen mit dem Hinweis „Honorar nur bei Erfolg“. Er wies eine Abmahnung vom 11.03.2026 am 13.03.2026 zurück. Daraufhin wurde eine einstweilige Verfügung beantragt, zu der er vorab schriftlich Stellung nahm.

Wettbewerbsrecht§ 49b BRAO§ 4a RVG§ 3a UWG§ 8c UWG§ 12 Abs. 1 UWGStattgegeben

TelekommunikationsrechtStattgegeben

LG Düsseldorf · Urteil vom 27.03.2026 · Az. 38 O 300/25

LG Düsseldorf: Rückzahlung des Treuevorteils bei Kündigung nach 24 Monaten unzulässig

Zwei bundesweite Anbieter von DSL- und Glasfaseranschlüssen stritten über Tarife mit zwei Laufzeitmodellen: „24 Monate“ und „24 + 24 Monate“. Beim zweiten Modell war der ab dem elften Monat zu zahlende Preis um einen „Treuevorteil“ von 10 € ermäßigt. Nach 24 Monaten konnte der Kunde jederzeit kündigen, musste dann aber den bis dahin aufgelaufenen Treuevorteil erstatten. Die Antragstellerin erwirkte am 22.12.2025 eine einstweilige Verfügung gegen den Anbieter und die Betreiberin der Hauptdomain, wonach solche Verträge weder angeboten noch beworben werden dürfen. Dagegen legten die Antragsgegnerinnen Widerspruch ein.

Telekommunikationsrecht§ 56 Abs. 4 S. 1 TKGArt. 105 Abs. 3 S. 1 Richtlinie (EU) 2018/1972 (EECC)§ 3 Abs. 1 UWG§ 8 Abs. 1, Abs. 2, Abs. 3 Nr. 1 UWG§§ 925, 936 ZPOStattgegeben

MarkenrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Dritte Kammer) · Urteil vom 26.03.2026 · Az. C-412/24

EuGH: Marke mit irreführendem Gründungsjahr kann täuschend und daher nichtig sein

1. Eine Marke kann täuschend und daher nichtig sein, wenn eine darin enthaltene Zahl als Gründungsjahr verstanden wird und auf ein tatsächlich nicht bestehendes langjähriges Know-how anspielt.

MarkenrechtArt. 3 Abs. 1 Buchst. g RL 2008/95Vorlage an EuGH / BVerfG

WettbewerbsrechtTeilweise stattgegeben

OLG Düsseldorf · Urteil vom 26.03.2026 · Az. 20 U 74/24

OLG Düsseldorf: Nennung von Partner-Apotheken auf Telemedizin-Plattform keine unzulässige Zuweisung

1. Die Nennung von Partner-Apotheken auf einer Telemedizin-Plattform ist keine unzulässige Zuweisung, wenn die Ärzte die Patienten weder einer bestimmten Apotheke zuweisen noch eine Apotheke empfehlen.

Wettbewerbsrecht§ 31 Abs. 2 BO Ärzte§ 3a UWG§ 13 Abs. 3 UWG§ 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPOTeilweise stattgegeben

PresserechtAbgewiesen / zurückgewiesen

LG Köln 28. Zivilkammer · Urteil vom 25.03.2026 · Az. 28 O 198/25

LG Köln: TV-Beitrag darf Ersthelfer nach Anschlag kurz im Bild zeigen

1. Ein Bildnis darf ohne Einwilligung verbreitet werden, wenn es dem Bereich der Zeitgeschichte zuzuordnen ist und das Informationsinteresse an einem Ereignis von großer öffentlicher Bedeutung überwiegt.

Presserecht§§ 22, 23 Abs. 1 Nr. 1 KUG§§ 823, 1004 BGB analogAbgewiesen / zurückgewiesen

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Vierte Kammer) · Urteil vom 19.03.2026 · Az. C-526/24

EuGH: Schon ein erster DSGVO-Auskunftsantrag kann missbräuchlich sein

1. Schon ein erster Auskunftsantrag kann exzessiv sein, wenn der Verantwortliche eine missbräuchliche Absicht der betroffenen Person nachweist; öffentlich bekannte Serienanträge dürfen dabei berücksichtigt werden.

DatenschutzrechtArt. 12 Abs. 5 DSGVOArt. 82 Abs. 1 DSGVOVorlage an EuGH / BVerfG

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Fünfte Kammer) · Urteil vom 19.03.2026 · Az. C-371/24

EuGH C-371/24: Keine systematische Erhebung biometrischer Daten aller Tatverdächtigen

1. Eine systematische Erhebung biometrischer Daten aller Tatverdächtigen ist unzulässig, wenn das nationale Recht keine konkreten Zwecke festlegt und die Behörde nicht im Einzelfall die unbedingte Erforderlichkeit prüft und begründet.

DatenschutzrechtVorlage an EuGH / BVerfG

TelekommunikationsrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Zweite Kammer) · Urteil vom 12.03.2026 · Az. C-514/24

EuGH C-514/24: Kündigungsrecht bei Vertragsänderungen durch TK-Anbieter

1. Endnutzer dürfen einen Vertrag über elektronische Kommunikationsdienste ohne zusätzliche Kosten kündigen, wenn der Anbieter Änderungen vorschlägt, die nicht unmittelbar durch Unions- oder nationales Recht vorgeschrieben sind.

TelekommunikationsrechtVorlage an EuGH / BVerfG

WettbewerbsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Urteil vom 11.03.2026 · Az. 6 U 63/25

OLG Köln: Werbung als „unabhängiger Versicherungsmakler“ kann irreführend sein

1. Die Werbung eines Versicherungsmaklers, unabhängig zu sein, ist eine nachprüfbare Tatsachenangabe über seine Unabhängigkeit von der Versicherungswirtschaft.

Wettbewerbsrecht§ 5 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 UWG§ 8 Abs. 1, Abs. 3 Nr. 3 UWGAbgewiesen / zurückgewiesen

WettbewerbsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

LG Köln · Beschluss vom 10.03.2026 · Az. 31 O 62/26

LG Köln: Kein Eilverbot gegen Kundenbewertungen ohne glaubhaft gemachte Produktänderung

Die Antragsgegnerin bewarb auf einer Verkaufsplattform ein Balkonkraftwerk-Komplettpaket mit Kundenbewertungen. Die Antragstellerin meinte, eine dieser Bewertungen beziehe sich auf eine frühere Fassung des Pakets mit einem anderen Wechselrichtertyp. Sie beantragte eine einstweilige Verfügung wegen Irreführung und wegen gefälschter Verbraucherbewertungen.

Wettbewerbsrecht§ 5 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 UWG§ 3 Abs. 3 UWG i.V.m. Nr. 23c des Anhangs§ 8 Abs. 1 UWGAbgewiesen / zurückgewiesen

DatenschutzrechtTeilweise stattgegeben

OLG Hamm 8. Zivilsenat · Urteil vom 09.03.2026 · Az. 8 U 21/25

OLG Hamm: Berufung von Meta gegen Instagram-Urteil zu Business Tools weitgehend erfolglos

1. Die Verwendung von Meta Business Tools durch die Beklagte verletzt in mehrfacher Hinsicht zum Nachteil der Nutzer der von der Beklagten betriebenen Social Media Plattform die Datenschutzgrundsätze der DSGVO.

DatenschutzrechtArt. 4 Nr. 7 DSGVOArt. 6 Abs. 1 DSGVOArt. 15 DSGVOArt. 82 DSGVOTeilweise stattgegeben

DatenschutzrechtTeilweise stattgegeben

OLG Hamm 8. Zivilsenat · Urteil vom 09.03.2026 · Az. 8 U 13/25

OLG Hamm: Instagram-Betreiber ist für Meta Business Tools mitverantwortlich – Auskunft, Löschung, 1.500 Euro

1. Die Verwendung von Meta Business Tools durch die Beklagte verletzt in mehrfacher Hinsicht zum Nachteil der Nutzer der von der Beklagten betriebenen Social Media Plattform die Datenschutzgrundsätze der DSGVO.

DatenschutzrechtArt. 4 Nr. 7 DSGVOArt. 6 Abs. 1 DSGVOArt. 15 DSGVOArt. 17 DSGVOArt. 82 DSGVOTeilweise stattgegeben

UrheberrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

LG Köln 14. Zivilkammer · Urteil vom 05.03.2026 · Az. 14 O 195/24

LG Köln: Symbole in Bauzeichnungen nicht urheberrechtlich geschützt

1. Zur Prüfung der Schutzfähigkeit von Darstellungen wissenschaftlicher oder technischer Art, wie Zeichnungen, Pläne, Karten, Skizzen, Tabellen und plastische Darstellungen nach § 2 Abs. 1 Nr. 7 UrhG nach den Grundsätzen des unionsrechtlichen Werkbegriffs. Vorliegend Schutzfähigkeit von Symbolen in Bauzeichnungen verneint, u.a. wegen eines beachtlichen Freihaltebedürfnisses.

Urheberrecht§ 2 Abs. 1 Nr. 7 UrhG§ 2 Abs. 2 UrhG§ 97 UrhGAbgewiesen / zurückgewiesen

VertragsrechtVorlage an EuGH / BVerfG

EuGH (Fünfte Kammer) · Urteil vom 05.03.2026 · Az. C-564/24

EuGH: Fernabsatzvertrag auch bei Vermittlung durch einen Dritten - Widerruf kann rechtsmissbräuchlich sein

1. Ein Fernabsatzvertrag liegt auch vor, wenn der Verbraucher vor und bei Vertragsschluss von einem anderen Unternehmer seiner Wahl unterstützt wurde; auch eine allein per Fernkommunikation getroffene Nachtragsvereinbarung kann ein solcher Vertrag sein.

VertragsrechtArt. 2 Nr. 7 RL 2011/83Vorlage an EuGH / BVerfG

PersönlichkeitsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

LG Wuppertal · Urteil vom 04.03.2026 · Az. 2 O 141/24

LG Wuppertal: Bonitätsbewertungen von Unternehmen sind Meinungsäußerungen

Die Veröffentlichung von Bonitätsbewertungen stellt eine Meinungsäußerung dar. Sie kann grundsätzlich nur dann einen Eingriff in den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb begründen, wenn sie auf einer unzutreffenden Tatsachengrundlage beruht.Anbieter von Bonitätsbewertungen in Bezug auf Unternehmen sind im Zivilprozess nicht dazu verpflichtet, die Tatsachengrundlage ihrer Bewertung offenzulegen.Der den Bewertungen zu Grunde liegende Mechanismus ist im Zivilprozess durch die Gerichte grundsätzlich nicht überprüfbar.

Persönlichkeitsrecht§ 823 Abs. 1 BGB§ 1004 BGBArt. 5 GGAbgewiesen / zurückgewiesen

WettbewerbsrechtTeilweise stattgegeben

LG Bochum · Urteil vom 03.03.2026 · Az. 16 O 75/25

LG Bochum: Händler muss auch bei Biozidprodukten Herstellerkontakt nach Art. 19 GPSR angeben

Ein in die Liste der qualifizierten Wirtschaftsverbände eingetragener Verein mahnte einen Apotheker ab, der im Internet Nahrungsergänzungsmittel und Mückenschutzmittel bewarb. Bei zwei Mückenschutzprodukten fehlten in der Werbung Postanschrift und E-Mail-Adresse des Herstellers. Der Apotheker gab nur eine Teilunterlassungserklärung ab und meinte, für Biozidprodukte gelte wegen der Biozidverordnung die Produktsicherheitsverordnung nicht. Mit einer Widerklage wollte er feststellen lassen, dass auch für ein beworbenes Nahrungsergänzungsmittel kein Unterlassungsanspruch besteht. Gegen ein klageabweisendes Versäumnisurteil legte der Verein Einspruch ein.

WettbewerbsrechtArt. 19 lit. a GPSR (VO (EU) 2023/988)Art. 2 Abs. 1 Satz 3 GPSR§ 5a UWG§ 5b Abs. 4 UWG§ 8 UWGTeilweise stattgegeben

MedienrechtTeilweise stattgegeben

OLG Köln 6. Zivilsenat · Urteil vom 27.02.2026 · Az. 6 U 75/25

OLG Köln: Streaming-Plattform darf ARD-Mediathek-Inhalte nicht übernehmen

1. Die Übernahme von Videos und Metadaten aus der Mediathek eines Rundfunkanbieters durch eine Streaming-Plattform verletzt das Recht des Datenbankherstellers.

Medienrecht§§ 87a, 87b, 97 UrhG§ 80 MStV§ 14 MarkenG§ 4 Nr. 3 UWGTeilweise stattgegeben

DatenschutzrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

EuG (Fünfte Kammer) · Urteil vom 25.02.2026 · Az. T-1180/23

EuG: Klage gegen Europol und Eurojust wegen Verarbeitung von Sky-ECC-Daten abgewiesen

Die Teilnahme von Europol und Eurojust an Koordinierungssitzungen nationaler Ermittlungsbehörden ist keine anfechtbare Handlung; anders kann es bei einer konkreten Übermittlung personenbezogener Daten durch Europol liegen, wenn sie eigenständige Rechtswirkungen entfaltet.

DatenschutzrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

WettbewerbsrechtVorlage an EuGH / BVerfG

OLG Düsseldorf · Beschluss vom 18.02.2026 · Az. 20 U 105/25

OLG Düsseldorf legt EuGH vor: Mehrwertsteuer auf Abmahnkosten im Wettbewerbsrecht

1. Es ist dem Gerichtshof der Europäischen Union vorzulegen, ob die Abmahnung eines Mitbewerbers eine Dienstleistung gegen Entgelt im Sinne der Mehrwertsteuerrichtlinie ist.

WettbewerbsrechtArt. 2 Abs. 1 lit. c RL 2006/112/EGArt. 24 Abs. 1 RL 2006/112/EG§ 13 Abs. 3 UWGVorlage an EuGH / BVerfG

WettbewerbsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

LG Köln · Beschluss vom 10.02.2026 · Az. 33 O 42/26

LG Köln: Keine gezielte Behinderung durch Nutzung einer privat mitgebrachten Rufnummer

Zwei Unternehmen der Abfallverwertung und -entsorgung stritten um eine Mobilfunknummer. Die frühere Geschäftsführerin der Antragstellerin, die bis zum 23.12.2025 im Amt war, hatte die Nummer während ihrer Tätigkeit geschäftlich und privat verwendet; der Umfang der Nutzung war streitig. Die Antragsgegnerin gab die Nummer auf ihrer Website als Kontakt an. Die Antragstellerin hielt sich für gewerblich nutzungsberechtigt, weil die Nummer seit Jahren ihrem Firmenkundengeschäft diene, und sah darin eine gezielte Behinderung. Die Antragsgegnerin trug vor, die frühere Geschäftsführerin habe die Nummer 2013 privat erworben, in ihre spätere Tätigkeit mitgebracht und nur als Ziel für Rufumleitungen der geschäftlichen Festnetznummer genutzt.

Wettbewerbsrecht§ 4 Nr. 4 UWG§ 3 UWG§ 8 Abs. 1, Abs. 3 Nr. 1 UWG§§ 935, 940 ZPOAbgewiesen / zurückgewiesen

DatenschutzrechtAufgehoben und zurückverwiesen

EuGH (Große Kammer) · Urteil vom 10.02.2026 · Az. C-97/23 P

EuGH: WhatsApp kann verbindlichen Beschluss des Europäischen Datenschutzausschusses direkt anfechten

1. Ein verbindlicher Beschluss des Europäischen Datenschutzausschusses im Streitbeilegungsverfahren ist eine anfechtbare Handlung, weil er Rechtswirkungen gegenüber Dritten entfalten soll und den endgültigen Standpunkt des Ausschusses ausdrückt.

DatenschutzrechtAufgehoben und zurückverwiesen

WettbewerbsrechtStattgegeben

LG Düsseldorf 8. Kammer für Handelssache · Urteil vom 06.02.2026 · Az. 38 O 243/23

LG Düsseldorf: Briefwerbung zum Providerwechsel ohne Einwilligung ist DSGVO-Verstoß und unlauter

1. Werbeschreiben zum Providerwechsel sind unlauter, wenn die Anschriften und Telefonnummern der Empfänger ohne Einwilligung oder sonstige Rechtsgrundlage verarbeitet werden; Direktwerbung begründet nicht stets ein berechtigtes Interesse.

Wettbewerbsrecht§ 3a UWG§ 3 Abs. 2 UWG§ 5a UWGArt. 6 Abs. 1 DSGVOStattgegeben

WettbewerbsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Urteil vom 06.02.2026 · Az. 6 U 105/24

OLG Köln: Jahresgebühr von Autoherstellern für Reparatur- und Wartungsinformationen nicht unlauter

1. Die Vorschrift über Gebühren für Reparatur- und Wartungsinformationen ist eine Marktverhaltensregel, schreibt aber kein ausschließlich zeit- oder transaktionsbasiertes Gebührenmodell vor.

Wettbewerbsrecht§ 3a UWG§ 8 Abs. 3 Nr. 2 UWGArt. 61 VO (EU) 2018/858Art. 63 VO (EU) 2018/858Abgewiesen / zurückgewiesen

MarkenrechtAufgehoben (ohne Zurückverweisung)

EuGH (Fünfte Kammer) · Urteil vom 05.02.2026 · Az. C-337/22 P

EuGH APE TEES: Nicht eingetragene UK-Marken nach Brexit kein relatives Eintragungshindernis

1. Ein relatives Eintragungshindernis gegen eine Unionsmarke ist nicht allein zum Zeitpunkt ihrer Anmeldung zu beurteilen; das ältere Recht muss auch noch bei der Entscheidung über den Widerspruch bestehen.

MarkenrechtAufgehoben (ohne Zurückverweisung)

PersönlichkeitsrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln · Beschluss vom 30.01.2026 · Az. 6 W 10/26

OLG Köln: Presse darf Standbild aus TikTok-Video einer Ärztin für Bericht über Ermittlungsverfahren nutzen

1. Die Presse darf ein Standbild aus einem selbst veröffentlichten Video für einen Bericht nutzen, wenn es nicht in einem gänzlich anderen Kontext verwendet wird.

Persönlichkeitsrecht§ 22 KUG§ 23 Abs. 1 Nr. 1 KUG§§ 823 Abs. 1, 1004 Abs. 1 BGB§ 72 UrhGAbgewiesen / zurückgewiesen

PersönlichkeitsrechtStattgegeben

LG Köln · Beschluss vom 28.01.2026 · Az. 28 O 30/26

LG Köln: Fake-Profil eines Moderators trotz Zusatz „Parody“ unzulässig

Auf einer Social-Media-Plattform trat ein Account unter dem Namen eines Moderators und mit dem Titel seiner Sendung auf; die zahlreichen Beiträge waren durchgängig in der Ich-Perspektive verfasst. Im Nutzernamen stand zunächst am Ende, später in der Mitte der Zusatz „Parody“. Der Moderator, der das Profil nicht betreibt, meldete es der Plattformbetreiberin am 13. und 14.01.2026 über Meldeformular, App, E-Mail und ein Service-Portal. Als das Profil weiter abrufbar blieb, beantragte er eine einstweilige Verfügung gegen die Betreiberin.

Persönlichkeitsrecht§ 1004 BGB i.V.m. § 823 Abs. 1 BGBArt. 1 Abs. 1, Art. 2 Abs. 1 GG§ 12 BGB§ 937 Abs. 2 ZPOStattgegeben

WettbewerbsrechtStattgegeben

LG Bochum · Urteil vom 27.01.2026 · Az. 17 O 60/25

LG Bochum: Fahrschule darf nicht mit Paketpreis für 20 Fahrstunden werben

Ein nach § 8 Abs. 3 Nr. 2 UWG klagebefugter Verein ging gegen eine Fahrschulbetreiberin vor. Sie hatte am 30.09.2025 in einem Videopost auf einer Online-Plattform ein „MEGA-ANGEBOT“ beworben: 20 Fahrstunden im Paket für 1.100 €, dazu der Hinweis „Statt 60 € → nur 55 €“. Angaben zum Grundbetrag und zu den Entgelten für die Vorstellung zur theoretischen und zur praktischen Prüfung fehlten. Die Fahrschule hielt die Werbung für zulässig und verwies darauf, das Video längst entfernt zu haben.

Wettbewerbsrecht§ 32 Abs. 2 FahrlG§ 3a UWG§ 8 Abs. 1, Abs. 3 Nr. 2 UWG§ 13 Abs. 3 UWGStattgegeben

Medienrechtohne Angabe

AG Bonn · Beschluss vom 27.01.2026 · Az. 653 OWi 24/23

AG Bonn: NetzDG-Bußgeld von 4,25 Mio. Euro gegen Messenger-Gesellschaft – Freispruch mangels Anbieterstellung

Anbieter im Sinne des NetzDG ist nur, wer tatsächlich oder rechtlich die Kontrolle über den Dienst hat; die Stellung als Vertragspartnerin der Nutzer oder ein bloßer Rechtsschein reicht dafür nicht.

Medienrecht§ 3 Abs. 1 S. 2 NetzDG a.F.§ 4 Abs. 1 Nr. 3 NetzDG a.F.§ 1 Abs. 1 NetzDG a.F.§ 1 Abs. 2 NetzDG a.F.§ 30 OWiG§ 72 OWiGohne Angabe

DatenschutzrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom 22.01.2026 · Az. 10 U 10/25

OLG Hamm: Kein Unterlassungs- oder Schadensersatzanspruch gegen Auskunftei wegen Scoring

1. Ein materieller Schaden durch Scoring einer Auskunftei setzt die Darlegung voraus, welche konkreten Verträge dem Betroffenen verwehrt wurden.

DatenschutzrechtArt. 82 Abs. 1 DSGVOArt. 22 Abs. 1 DSGVO§ 522 Abs. 2 ZPOAbgewiesen / zurückgewiesen

WerberechtStattgegeben

LG Köln · Urteil vom 22.01.2026 · Az. 33 O 66/22

LG Köln: Empfehlung als Nummer 1 durch Gerätehersteller auf Verpackung irreführend

Die Parteien sind führende Hersteller von Produkten für die Geschirrspülmaschine wie Tabs, Salz und Reiniger. Die Beklagte warb auf der Verpackung mehrerer Produkte mit der Angabe „Empfohlen No. 1*“ und den Namen bekannter Hersteller von Spülmaschinen oder Gläsern. Erst ein Sternchenhinweis auf der Rückseite oder in kleiner Schrift am unteren Rand der Vorderseite erläuterte, ihre Marke sei die von führenden Herstellern am häufigsten empfohlene Marke. Die Empfehlungen beruhten zumindest teilweise auf Marketingkooperationen; vergleichende Tests mit Produkten anderer Hersteller lagen ihnen regelmäßig nicht zugrunde. Die Klägerin hielt die Werbung für irreführend, die Beklagte berief sich auf die mehr als 15 Jahre lange Verwendung und auf Verwirkung. Die Kammer holte demoskopische Gutachten zur Verkehrsauffassung ein.

Werberecht§ 5 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 UWG§§ 3, 8 Abs. 1, Abs. 3 Nr. 1 UWG§ 11 UWG§ 14 Abs. 2 Satz 2 UWGStattgegeben

WettbewerbsrechtStattgegeben

LG Köln · Urteil vom 22.01.2026 · Az. 31 O 166/25

LG Köln: Nahezu identisch nachgeahmtes Reisebackgammonspiel verstößt gegen UWG

Zwei Händler bieten im Internet, unter anderem auf einer großen Verkaufsplattform, Reisebackgammonspiele an. Das Spiel der Klägerin besteht aus einem aufrollbaren Lederspielfeld mit einem per Reißverschluss verschließbaren Etui an einem Ende, einem Lederstreifen in der Mitte und Lederriemen mit Druckknöpfen am anderen Ende. Die Beklagte bot seit Januar 2025 ein sehr ähnliches Spiel mit eigenem Herstellerzeichen an. Nach erfolgloser Abmahnung klagte die Klägerin auf Unterlassung, Auskunft, Feststellung der Schadensersatzpflicht und Erstattung der Abmahnkosten.

Wettbewerbsrecht§ 4 Nr. 3 lit. a UWG§ 8 Abs. 1 UWG§ 9 UWG§ 13 Abs. 3 UWGStattgegeben

WettbewerbsrechtStattgegeben

AG Düsseldorf · Urteil vom 19.01.2026 · Az. 290c C 153/25

AG Düsseldorf: Kooperationsanfragen per E-Mail an Firmenadresse sind unerlaubte Werbung – Unterlassung und Abmahnkosten

1. Eine E-Mail, mit der ein Unternehmen sich vorstellt, um seine Dienste anzubieten, ist Werbung; ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung greift sie rechtswidrig in den Gewerbebetrieb des Empfängers ein.

Wettbewerbsrecht§ 823 Abs. 1 BGB§ 1004 Abs. 1 S. 2 BGB§ 7 Abs. 1 UWG§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG§ 249 BGB§ 890 ZPOStattgegeben

UrheberrechtAbgewiesen / zurückgewiesen

OLG Köln 6. Zivilsenat · Urteil vom 16.01.2026 · Az. 6 U 94/25

OLG Köln: Kein Nachvergütungsanspruch eines Kommentarautors für Online-Nutzung

1. Erhält ein Autor für die Online-Verwertung die vereinbarte Vergütung von 22 Prozent bezogen auf seinen Seitenanteil, besteht kein weiterer Vergütungsanspruch.

Urheberrecht§ 32 UrhG§ 32a UrhGAbgewiesen / zurückgewiesen

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